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Rauchen - Ein Problem?

 

Wie alles begann ...

Unter all den Genuss- und Rauschmitteln, die im Laufe der Jahrhunderte in Europa eingeführt worden waren, angefangen von den Gewürzen im Zeitalter der Kreuzzüge, über Alkohol, Kaffee, Tee und Schokolade in den letzten Jahrhunderten, nahm Tabak aufgrund der damit verbundenen völlig neuen Form des Konsums und Genusses eine Sonderstellung ein.

 

Tabak war zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus der Neuen Welt importiert worden. Jean Nicot führte die Tabakpflanze nach Frankreich ein. Die "trockene Trunkenheit des Tabaks", die "Sauferei des Nebels", das "Trinken und Einschlürfen des Tabaks", wie das Rauchen anfangs bezeichnet wurde, begann jedoch erst im 17. Jahrhundert zur Mode zu werden. Rauchen wurde zu dieser Zeit mit Ruhe und Besinnlichkeit verbunden. Das "Tabaktrinken" wurde bei geistiger Arbeit oder zur Entspannung eingesetzt, versprach man sich dadurch doch eine verbesserte Konzentrationskraft und eine Schärfung der Gedanken. Tabak musste in eine Pfeife gestopft und beim Rauchen immer wieder am Ausgehen gehindert werden - das Rauchen nahm noch recht viel Zeit in Anspruch.

 

Mit dem Wandel der Gesellschaft änderte sich auch die Form des Tabakkonsums: Das Rauchen wurde vereinfacht, zunächst durch die Einführung der Zigarre und schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Massenfertigung der Zigaretten. Dies gab einer Entwicklung Vorschub, mit deren Resultat wir uns heute zu beschäftigen haben.

Bereits um die Jahrhundertwende erkannte man die Schädlichkeit des Tabakgenusses, beklagte das rasche Ansteigen der Raucherquoten, die sich entwickelnde Rauchleidenschaft der Frauen und unternahm auch ärztlicherseits Bemühungen, durch die Organisation erster Gesellschaften zur Eindämmung des Rauchens der zunehmenden Verbreitung dieses Lasters ein Ende zu setzen.

Wie viele Menschen rauchen?

Unschwer lassen sich die Berichte und Probleme aus der Zeit der Jahrhundertwende auf unsere heutige Situation übertragen: In der Bundesrepublik Deutschland ist zwischen 1950 und 1975 die Zahl der jährlich konsumierten Zigaretten von durchschnittlich ca. 500 pro Person auf etwa 2000 angestiegen. Diese Zahlen halten sich seither auf diesem hohen Niveau nahezu konstant.

Die statistischen Erhebungen (Mikrozensus, Statistisches Bundesamt) aus den Jahren 1978, 1985, 1992, 1995 und 1999 zeigen innerhalb dieses Zeitraumes in der Bundesrepublik Deutschland eine nur geringfügige Minderung der Raucherquoten: 35% der Männer und 22% aller Frauen rauchen!

 

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Prozentuale Verteilung der männlichen/weiblichen Gelegenheitsraucher sowie der männlichen/weiblichen regelmäßigen Raucher verschiedener Altersgruppen in der deutschen Bevölkerung.
 
Wer gilt als "tabakabhängig"?

Inzwischen ist es raus: Rauchen macht abhängig! Sogar große Tabakkonzerne bestreiten dies nicht länger. Doch ist deswegen nicht jeder Raucher automatisch als abhängig zu bezeichnen. Schätzungen hierzu sind nur ungenau, man geht aber davon aus, dass mindestens jeder vierte Raucher, vielleicht sogar drei von vieren tabakabhängig sind! Doch was macht die Tabakabhängigkeit aus?

Die Tabakabhängigkeit umfasst sowohl psychische als auch körperliche Anteile - die "Macht der Gewohnheit" und die "Nikotinschmacht", wie man gemeinhin sagt. Im medizinischen Sinne gilt als tabakabhängig, wer einen starken Wunsch oder eine Art Zwang verspürt zu rauchen, nicht abstinent leben kann, Entzugserscheinungen entwickelt, wenn das Rauchen eingeschränkt oder aufgegeben wird, schon erfolglos versucht hat das Rauchen aufzugeben oder weiterraucht, obwohl bereits schädliche Folgen aufgetreten sind. Neben der Gewohnheit ist unter all den Stoffen im Tabakrauch das Nikotin verantwortlich für die Abhängigkeit.

Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit!

Im Tabakrauch sind neben Nikotin fast 4000 Inhaltsstoffe registriert worden, von denen ein nicht unerheblicher Anteil eindeutig schädigende Wirkungen aufweist. So sind über 40 krebserzeugende Bestandteile und zusätzlich weitere gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe zu nennen. Benzol, Kohlenmonoxid und Schwermetalle seien nur stellvertretend genannt.

Die Gefahren des Rauchens sind für den Raucher hoch. Jährlich sterben in Deutschland zwischen 90.000 und 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens: an Krebs, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenerkrankungen.

Die zu erwartenden Gesundheitsschädigungen sind vielen Rauchern bekannt, das Risiko aber wird von den Rauchern entweder bewusst eingegangen oder das Wissen um die Gefahren des Rauchens verdrängt.

Doch wie sieht es mit den Nichtrauchern aus? Der vom Raucher inhalierte Rauch enthält durch die hohen Verbrennungstemperaturen bedeutend weniger Schadstoffe, Nikotin oder Kohlenmonoxid, als der "Qualm", der entsteht, wenn die Zigarette vor sich hin glimmt, und der von allen, auch den Nichtrauchern (den "Passivrauchern"), mit eingeatmet wird. In Deutschland sterben jährlich mindestens 400 Menschen an den Folgen des Passivrauchens durch Lungenkrebs. Einer Information des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge ist das Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchern aus der Umgebung von Rauchern um 30-40% erhöht!

Die Konsequenz: Raucherentwöhnung!

Das Wissen um die Gefährdung des Nichtrauchers und die Selbstgefährdung des Rauchers haben in den letzten Jahren zahlreiche Entwicklungen begünstigt: Im Vordergrund stehen die Erforschung von geeigneten Raucherentwöhnungsmethoden zur Hilfestellung für den entwöhnungswilligen abhängigen Raucher und die Bemühungen um die Prävention des Rauchens. Letztere zielt auf eine Senkung der Raucherquoten durch eine verbesserte und gezieltere Aufklärung nicht nur der Raucher, sondern insbesondere auch der am meisten gefährdeten Gesellschaftsschichten. Hierzu zählen vor allem Kinder und Jugendliche, in deren Erleben das Rauchen noch nicht die unbeherrschbare Gefahrenquelle, sondern die erstrebte Eintrittskarte in die Welt der Erwachsenen darstellt.

 
 

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