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200 Jahre UKT - Die Geschichte des Universitätsklinikums
Nachdem Graf Eberhard, der erste Herzog von Württemberg, die notwendige päpstliche Zustimmung erhalten hatte, gründete er 1477 die Universität Tübingen. Zu den vier Gründungsfakultäten gehörte neben der Theologischen, der Juristischen und der Artistischen (später Philosophischen) Fakultät auch die Medizinische Fakultät. Gekennzeichnet wurde sie mit einem Blattornament, das als Akanthusblatt gedeutet wird.
Wie die Krankenversorgung und die hygienischen Bedingungen damals aussahen, ist heute schwer vorstellbar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die erste zentrale Wasserleitung in Tübingen 1879 fertig gestellt wurde. In der Burse gabe es allerdings neben Operations- und Geburtszimmer einen besonders eingerichteten Raum für Augenkranke, ein Lesezimmer und ein Zimmer "wo Kranke zusammen kommen", dazu zwei Badezimmer und zwölf "heizbare" Zimmer. Besonders erwähnt wurden die Lüftung, die beim Heizen im Winter die Zimmer mit frischer, bereits erwärmter Luft versorgte sowie die Möglichkeit zu Flussbädern im Neckar und zu Dampfbädern im Haus. Diese für die damaligen Verhältnisse komfortable Ausstattung und die schöne Lage sprachen sich schnell herum. Berühmte Patienten wie Hölderlin wurden im Klinikum behandelt. Die Zahl der Studenten stieg in den nächsten fünfzig Jahren von sechs auf ungefähr siebzig.
Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Auslagerung immer neuer Spezialfächer weiter. Weil im Stadtgebiet die attraktivsten Plätze bereits vergeben waren, wich man in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf den Schnarrenberg aus. Dort sollte ein zusammenhängendes Großklinikum entstehen, da man sich bemühte, die verwaltungstechnische Unabhängigkeit der Kliniken wieder aufzugeben und die verschieden ausgebildeten Fachleute auf eine größere Zusammenarbeit in der Forschung und am Krankenbett drängten. Geplant wurde in gigantischen Ausmaßen - musste doch neben der immer größer werdenden Zahl an Patienten auch Platz für Forschung und Lehre gefunden werden. Aus Geldmangel scheiterte allerdings der gleichzeitige Bau aller Kliniken, die Gebäude wurden abschnittsweise eröffnet. Noch heute befindet sich der Schnarrenberg beständig in Umbau und Weiterentwicklung - eine unendliche Baugeschichte.






