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Sicherheit der frühgeborenen Kinder steht an oberster Stelle

Zeitlich begrenzter Aufnahmestopp in der Neonatologie nach vermehrtem Auftreten eines Bakteriums

02.09.2017

  • Frühzeitig erkannt: Mehrere Frühgeborene sind seit Mitte August mit einem Bakterium besiedelt; eine Infektion ist bereits vollständig ausgeheilt
  • Schnelles und umsichtiges Handeln: Vorsorgemaßnahmen sind eingeleitet und werden engmaschig kontrolliert
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt

 

Das Universitätsklinikum Tübingen hat seit Mitte August in routinemäßigen und engmaschigen Kontrollen bei mehreren frühgeborenen Kindern in der Neonatologie eine Besiedelung mit einem Bakterium (Enterobacter aerogenes) festgestellt. Am Donnerstag, 31.08.2017 wurden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt intensive Vorsorgemaßnahmen eingeleitet, um eine weitere Ausbreitung des Bakteriums zu verhindern. Folgende Maßnahmen wurden hierzu ergriffen:

  • Schwangere mit Frühgeburtsbestrebungen können aktuell nicht in Tübingen aufgenommen werden.
  • In der Neonatologie wurde zunächst begrenzt auf eine Woche ein Aufnahmestopp verhängt.
  • Die mit dem Bakterium besiedelten Kinder wurden von den nicht besiedelten Kindern räumlich getrennt. Den Umzug am gestrigen Donnerstag haben die Frühgeborenen gut überstanden.
  • Die betroffenen Eltern wurden aus aktuellem Anlass in speziellen Hygienemaßnahmen geschult.

 

Hygiene spielt gerade in einem sensiblen Bereich wie der Neonatologie eine große Rolle. Dafür sind am Universitätsklinikum Tübingen seit Jahren bewährte Hygienestandards etabliert. Eine Ausbreitung von Bakterien kann jedoch nie vollständig ausgeschlossen werden. Alle Menschen, auch die kleinsten Kinder, haben zahlreiche Bakterien auf der Haut oder im Darm, ohne dass diese gesundheitsgefährdend sind. Man spricht hier von Besiedlung. Vereinzelt kann jedes Bakterium aber zu einer Infektion führen und somit eine Krankheit verursachen. In der Tübinger Neonatologie wurde seit Mitte August bei mehreren Kindern eine Besiedlung mit dem Bakterium Enterobacter aerogenes festgestellt. Bei sehr kleinen Frühgeborenen kann dieses Bakterium häufiger als andere Bakterien zu einer Infektion führen. Bei einem Kind kam es zu einer Infektion. Das betroffene Frühgeborene hatte sich nach wenigen Tagen wieder vollständig erholt.

 

Unabhängig davon sind in diesem Zeitraum auf der Frühgeborenenstation in Tübingen vier Kinder an Komplikationen ihrer extremen Frühgeburtlichkeit, das heißt an der Grenze der Lebensfähigkeit beziehungsweise an schweren Fehlbildungen gestorben. Bei zwei dieser Kinder fand sich in Abstrichen das genannte Bakterium. Ihr Tod stand aber nicht in Zusammenhang mit einer Infektion.

 

Die genannten Vorsorgemaßnahmen gelten zunächst bis Freitag, 08.09.2017.

 

 

 
 

 

Medienkontakt

Universitätsklinikum Tübingen

Stabsstelle Kommunikation und Medien

Bianca Hermle

Hoppe-Seyler-Straße 6

72076 Tübingen

Tel. 07071 29-81032

Mobil: 0162-2562559

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