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Kleiner Clip erfolgreich gegen Herzschwäche und Atemnot – Tübinger Uniklinikum setzt 500. Mitralklappenclip ein

Erhöhung des Beatmungsdrucks macht das Verfahren jetzt auch für Patienten mit schwieriger Anatomie verfügbar

25.09.2017

Am Herzkompetenz Zentrum des Universitätsklinikums Tübingen wurde zum 500. Mal ein Mitralklappenclip mittels Katheter erfolgreich eingesetzt. Mehrere wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass der Clip nicht nur die Symptome der Patienten effektiv verbessert, sondern auch die Funktion des Herzens. Eine kleine Klammer - über die Leistenvene mit einem Katheter eingebracht - verbindet die schadhaften Mitralklappensegel neu und lindert die Herzschwäche und die Atemnot. Der winzige Clip ist vor allem für ältere, multimorbide und nicht-operable Patienten eine schonende Alternative zu einer Operation am offenen Herzen. Das Tübinger Uniklinikum gehört weltweit zu den Kliniken mit der größten Erfahrung und Eingriffszahl und ist eines der wenigen Zentren, welches das Verfahren in der Regel ohne Vollnarkose durchführt. Aufgrund der hohen Expertise bei dieser Behandlung wurde jetzt auch eine Lösung für die Patienten entwickelt, die aus anatomischen Gründen bisher nicht mit dem Clip versorgt werden konnten.

 

Vier Herzklappen kontrollieren den Blutstrom durch unser Herz, damit das Blut in die richtige Richtung fließt. Eine davon ist die Mitralklappe, die wie ein kleines Ventil zwischen den beiden linken Herzkammern dafür sorgt, dass das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge den richtigen Weg in den Körper findet, um dort die Muskeln und alle wichtigen Organe zu versorgen. Wenn das Ventil nicht mehr richtig funktioniert, hat das Folgen: Herz und Lunge werden zusätzlich belastet. Manche Menschen entwickeln ein vergrößertes Herz, da es schwerer arbeiten muss, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Das alles schwächt das wichtige Organ auf Dauer, eine Herzschwäche kann entstehen.

 

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Abbildung: Höchste Konzentration beim Eingriff im Herzkatheterlabor: Prof. Harald Langer (Dritter von links) positioniert den MitraClip mit Hilfe von dreidimensionaler Echokardiographie. Das Team kann während des Eingriffs auf den Bildschirmen immer die genaue Position des flexiblen Katheters erkennen. Dazu setzt das Uniklinikum neuste und innovative Bildgebungsverfahren ein. Bildquelle: Universitätsklinikum Tübingen, Fotograf Thomas Müller
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Patienten berichten von rascher Ermüdung, Kurzatmigkeit beim Treppensteigen und Luftnot bei der kleinsten Anstrengung. Wird nach ersten Untersuchungen beim Hausarzt oder Kardiologen eine sogenannte „Mitralklappeninsuffizienz“ diagnostiziert, muss als erstes entschieden werden ob eine Behandlung mit Medikamenten in Frage kommt. Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, wird die defekte Herzklappe bei einer großen Herzoperation repariert oder ersetzt. Die Operation eignet sich aber nicht für alle Patienten, insbesondere nicht für den zunehmenden Anteil von Patienten im fortgeschrittenen Alter mit mehrfachen Begleiterkrankungen. Diesen Patienten kann inzwischen durch die schonende Behandlung mit der Kathetertechnik, die keine Operation am offenen Herzen erfordert, geholfen werden.

„Die Operation ist für uns immer das Mittel der ersten Wahl“ betont Prof. Dr. med. Harald Langer, Kardiologe und Oberarzt an der Medizinischen Universitätsklinik. „Bei älteren, multimorbiden und nicht-operablen Patienten raten wir jedoch dazu, die schadhaften Mitralklappensegel minimalinvasiv mit einem kleinen Clip zu reparieren.“ Dieser Eingriff erfolgt von außen durch die Leistenvene, ohne dass der Brustkorb geöffnet werden muss. Seit 2010 konnte mit dieser Methode am Uniklinikum über 500 Patienten besonders schonend geholfen werden: Die kleine Klammer lindert die Herzschwäche und die Atemnot.

 

Wie funktioniert das?

Beim Eingriff werden die beiden Segel der undichten Mitralklappe durch eine kleine Klammer (Clip) in der Mitte miteinander verbunden. Damit kann sich die Klappe wieder "vorschriftsmäßig" schließen, sie ist wieder funktionsfähig. Der Clip ist in etwa so groß wie eine dicke Büroklammer und wird über die Leistenvene zum Herzen vorgeschoben. Der exakte Sitz des Clips wird unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle geprüft. Die Position kann dabei mehrfach korrigiert werden, bevor man ihn endgültig einsetzt. Dies alles passiert während das Herz weiterschlägt, ohne Beeinträchtigung des Blutflusses.

 

Zu kurz für den Clip?

Bei wenigen Patienten stellt sich im Vorfeld heraus, dass die Segel sehr kurz sind und mit dem Clip schwierig zu „fassen“ wären. Für diese Patienten kam die Methode daher bisher nicht in Frage. Hier hat man sich in Tübingen, das weltweit zu den vier größten MitraClip-Zentren zählt, eine besonders elegante Lösung erarbeitet: Forschungen haben gezeigt, dass eine kurzzeitige Erhöhung des Beatmungsdrucks dazu führt, dass das Herz in diesen Sekunden etwas kleiner wird, es schrumpft. Das liegt u.a. daran, dass weniger Blut aus den Venen zurückfließt. In diesem Zustand ragen die beiden Enden der Mitralklappensegel etwas weiter in die Herzkammer hinein und können leichter gepackt werden. Diese Art des Eingriffs kann allerdings nur in Vollnarkose durchgeführt werden, und es ist besonders wichtig, dass ein erfahrener Anästhesist den Beatmungs- und Blutdruck überwacht. Bei solch komplexen Eingriffen ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kardiologie, Herzchirurgie und Kardioanästhesie, wie sie am Universitätsklinikum Tübingen praktiziert wird, entscheidend.

 

Medienkontakt

Universitätsklinikum Tübingen

Medizinische Klinik, Abteilung Kardiologie und Kreislauferkrankungen

Prof. Dr. med. Harald Langer, Geschäftsführender Oberarzt

Tel. 07071 29-82703

 

Kontakt und Terminvergabe Herzklappen-Sprechstunde:

Tel. 07071 29-82703 oder -83154

 

Medienvertreter, die für ihre Berichterstattung einen Mitralklappeneingriff live begleiten möchten, bitten wir um Kontaktaufnahme unter

 

 

 






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