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Wichtige Erkenntnisse in der ADHS-Therapie

Neurofeedback bei ADHS: Meta-Analyse bestätigt anhaltende Effekte

08.03.2018

Können mit einer Neurofeedback-Therapie bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) längerfristige Effekte erzielt werden? Dieser Frage ging ein internationales Studienteam unter Federführung der Universität Erlangen nach, dem auch Privatdozentin Dr. Ute Strehl vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen angehörte. Mit einer Meta-Analyse wurde nachgewiesen, dass die positiven Effekte bisheriger Therapiestudien über mindestens sechs Monate hinweg anhielten. Außerdem: Das Neurofeedback schnitt in der Nachuntersuchung nicht schlechter ab als gängige Therapien – zum Beispiel die Medikation. Die Meta-Analyse wurde jetzt im Fachjournal „European Child & Adolescent Psychiatry“ veröffentlicht.

 

Beim Neurofeedback handelt es sich um ein computergestütztes Verfahren, bei dem Kindern ihre Hirnaktivität (EEG) in Echtzeit rückgemeldet wird. Sie trainieren, ihre Hirnaktivität gezielt zu regulieren und damit auch ihr Verhalten besser zu steuern. „In einzelnen Studien konnten wir schon zeigen, dass Neurofeedback zu einer nachhaltigen Verringerung der Symptomatik führen kann“, erklärt die Tübinger Co-Autorin Ute Strehl.

 

In die Meta-Analyse wurden Daten von mehr als 500 Kindern mit ADHS aus zehn randomisierten kontrollierten Studien einbezogen. In diesen wurden überwiegend sogenannte Standard-Neurofeedback-Protokolle eingesetzt. Um eine ausgewogene und kritische Interpretation der Daten zu gewährleisten, arbeiteten in der internationalen Forschergruppe – mit Mitgliedern aus Deutschland, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten – Wissenschaftler unterschiedlicher Positionen zum Neurofeedback zusammen.

 

Die Ergebnisse zeigen: Kinder mit ADHS profitieren auch sechs Monate nach den Behandlungseinheiten vom Neurofeedback. Ihre Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität hatten sich tendenziell sogar noch weiter verringert. „In den bisherigen Studien hat Neurofeedback bei den Nachuntersuchungen nicht schlechter abgeschnitten als gängige Therapien einschließlich der Medikation“, fügt der niederländische Kollege Dr. Martijn Arns hinzu. Er hatte die Meta-Analyse initiiert. Für andere Kontrollbedingungen, die in den Studien eingesetzt wurden, wie etwa kognitives Training, wurde nur direkt nach Ende der Behandlung ein signifikanter Effekt gefunden – nicht aber in der Nachuntersuchung.

 

Somit weisen die Ergebnisse der Meta-Analyse darauf hin, dass Neurofeedback eine weitere wichtige und längerfristig wirksame Behandlungsoption für Kinder mit ADHS werden könnte.

 

Publikation

Van Doren, J., Arns, M., Heinrich, H. et al. Eur Child Adolesc Psychiatry (2018). https://doi.org/10.1007/s00787-018-1121-4.

 

 
 

 

Medienkontakt

 

Universitätsklinikum Tübingen

Institut für Medizinische Psychologie

PD Dr. Ute Strehl, Dipl.-Psych.

Silcherstr.5, 72076 Tübingen

Tel. 0176 55443975

 






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