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Positive Studie

 

Forschungsverbund zur Psychotherapie psychotischer Syndrome

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Seit Anfang 2007 wird der Forschungsverbund zur Psychotherapie psychotischer Syndrome vom BMBF gefördert. Er besteht aus einer zentralen multizentrischen klinischen Studie und verschiedenen damit assoziierten Forschungsprojekten. Die Projekte des Verbundes sollen Aufschluss geben über die Wirksamkeit und Wirkungsweise der durchgeführten Psychotherapie, über neurobiologische und neuropsychologische Korrelate der Symptomatik und der Therapiewirkung sowie die gesundheitsökonomische Bewertung. Der Verbund wird von Prof. Dr. Klingberg geleitet.
 

 

Förderung

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Der Forschungsverbund wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Forschungsverbünde für die Psychotherapieforschung" gefördert (Förderkennzeichen 01GV0618). In diesem Programm werden Studien zur Wirksamkeit und Wirkungsweise von Psychotherapie bei verschiedenen psychischen Störungen gefördert, die in einem hochkompetitiven, internationalen Begutachtungsverfahren ausgewählt wurden.
 

 

POSITIVE-Studie

Diese multizentrische randomisierte und kontrollierte Therapiestudie (POSITIVE-Study; ISRCTN 29242879) wird von Prof Dr. Dipl. Psych. Stefan Klingberg der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen geleitet. Die Hauptzielsetzung der Studie besteht in der Überprüfung der Wirksamkeit der KVT auf überdauernde Positiv-Symptomatik. Dieses Studienziel war für die Wahl der Studienbezeichnung wegweisend. Die KVT wird hierbei als ambulante Einzeltherapie mit 20 Sitzungen über 9 Monate hinweg durchgeführt. Die Kontrollgruppe in Form einer Supportiven Therapie (ST) kontrolliert für spezifische Therapieeffekte. Die Patienten beider Therapiebedingungen erhalten zusätzlich die Standardbehandlung (Pharmakotherapie, klinisches Management) durch ambulante Psychiater. Insgesamt sollen 330 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Aufgrund der substanziellen Förderung können hohe methodologische Ansprüche realisiert werden.

 

Studientherapie

Die allgemeinen Prinzipien kognitiver Verhaltenstherapie werden auf die Behandlung von psychotischen Symptomen angewandt. Die Patienten werden als aktive, selbstverantwortliche Individuen betrachtet. Während der gesamten Therapie sind die Patienten aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen und Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Der Therapieprozess baut auf Zusammenarbeit und gemeinsame Entscheidungen auf.

 

In der Metaanalyse von Jones et al.(2004) finden sich folgende Kriterien für Kognitive Verhaltenstherapie:

  • Die Intervention regt den Patienten an, Zusammenhänge zwischen Denken, Fühlen und Handeln in Bezug auf das Zielsymptom zu entdecken.
  • Die Intervention zielt auf die Korrektur von Fehlwahrnehmungen, irrationalen Überzeugungen und kognitiven Verzerrungen in Bezug auf das Zielsymptom.
  • Die Intervention fördert beim Patienten die Suche nach einer angemesseneren Bewältigung der Zielsymptome.

 

Interventionen bei Wahn

Die Therapie wird vor dem Hintergrund kognitiver Modelle psychotischer Symtpome (z.B. Blackwood et al., 2001) als "kognitiv" bezeichnet. Im Rahmen solcher "kognitiven" Modelle wird postuliert, dass etwa ein Verfolgungswahn als Ergebnis dysfunktionaler Wahrnehmung und verzerrter kognitiver Verarbeitung sozialer Situationen resultiert. Kognitive Therapie bedeutet dementsprechend, diese Verarbeitungsprozesse zu modifizieren. Bei den Patienten soll die Bereitschaft gefördert werden, ihre (wahnhaften) Annahmen an Erfahrungen zu überprüfen. Dafür wird auf die Grundprinzipien der kognitiven Psychotherapie zurückgegriffen. Wahn wird als dimensionales Konstrukt verstanden. Das bedeutet, dass wahnhaftes Denken nur quantitativ, nicht aber qualitativ vom "gesunden" Denken unterscheidbar ist. Der gemeinsamen Suche nach der verfügbaren Evidenz für die Richtigkeit der wahnhaften Überzeugungen kommt in der Therapie zentrale Bedeutung zu. Es geht dabei im Kern um die Suche nach alternativen Erklärungshypothesen. Rationale Alternativen sollen mit Hilfe von Realitätsprüfungen, z.B. im Rahmen der Hausaufgaben, getestet werden. Aufgrund dieses realitätsprüfenden Therapieinhalts, der in verändertem Verhalten resultieren soll, wird die Therapie auch als "behavioral" bezeichnet.

Interventionen bei Halluzinationen

In Bezug auf Halluzinationen wird unter der Bezeichnung "coping strategy enhancement" (Tarrier et al., 1993) vorgeschlagen, die Bewältigungsstrategien, die die Patienten ohnehin anwenden, systematisch darauf hin zu überprüfen, wie erfolgreich sie sind und ob Verfeinerungen oder Ergänzungen möglich sind. Darüber hinaus geht es um die Identifikation von auslösenden Faktoren, da auch Halluzinationen teilweise als belastungsabhängig beschrieben werden. Nicht zuletzt geht es um die wahnhafte Verarbeitung von halluzinatorischem Erleben. Hier ist das Ziel, dass Patienten erkennen können, dass Halluzinationen Produkte des eigenen Gehirns sind.

Hintergrund

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zur Linderung psychotischer Symptomatik wird heute von international publizierten Leitlinien zur Anwendung in der Regelversorgung empfohlen. Damit wird anerkannt, was in einer Reihe von Wirksamkeitsstudien zur KVT entwickelt wurde. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Versorgungspraxis immer noch durch eine skeptische Haltung gegenüber der Psychotherapie geprägt ist. Diese skeptische Haltung wird vor dem Hintergrund einer nahezu ausschließlich biologischen Orientierung der Forschung zu psychotischen Störungen, der häufig allein auf die Pharmakotherapie reduzierten Behandlungsplanung sowie der Enttäuschung über die ausbleibenden Wirksamkeitsnachweise tiefenpsychologisch orientierter Therapieansätze verständlich. In den letzten 20 Jahren sind vor allem in Großbritannien Strategien zur Behandlung der Positiv-Symptomatik der Schizophrenie entwickelt und erfolgreich überprüft worden, die die ursprüngliche Skepsis gegenüber der psychotherapeutischen Behandlung psychotischer Symptome in Frage stellen. Lange Zeit wurde befürchtet, dass die Beschäftigung mit dem Wahninhalt die Symptomatik sogar verfestigen könnte. Nicht zuletzt auch deshalb standen die Bemühungen um Rezidivprophylaxe im Vordergrund.

 

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