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Alkohol - Diagnose

 

 
Diagnose nach ICD 10 (F10.x)

Im ICD-10 werden sechs Kriterien genannt, von denen drei in den letzten 12 Monaten gleichzeitig in Erscheinung getreten sein müssen, damit die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit gestellt werden kann:

  • Starker Wunsch oder Zwang das Suchtmittel zu konsumieren
  • Eingeschränkte Kontrolle über Beginn, Beendigung und Menge des Konsums
  • Entzugserscheinungen bei Reduktion oder Beendigung des Konsums; Konsum, um die Entzugsymptome zu mildern
  • Toleranzentwicklung: Um eine gleichbleibende Wirkung zu erzielen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich
  • Zunehmende Vernachlässigung anderer Aktivitäten und Interessen zugunsten des Konsums Anhaltender Konsum trotz des Nachweises von Folgeschäden.
 
 
Fragebogeninstrumente
 

Fragebogeninstrumente sind sensibler und spezifischer als biochemische Marker. Biochemische Marker sind nicht sensitiv genug um eine Alkoholabhängigkeit, -missbrauch oder exzessiven und riskanten Konsum zu entdecken. Somit empfiehlt sich die Anwendung von Fragebögen bei der Diagnostik von Alkoholabhängigkeit Zwei Fragebögen bieten sich dafür auf Grund der geringen Anzahl an Items für Screenings im Krankenhaus besonders an. Sie sind unten abgebildet.

 

Test  

LAST

(Lübecker Alkoholismus Screening Test)

(Rumph, H.-J. Hapke, U. John, U.)

1. Sind Sie immer in der Lage, Ihren Alkoholkonsum zu beenden, wenn Sie das wollen?

2. Haben Sie schon einmal das Gefühl gehabt, dass Sie Ihren Alkoholkonsum verringern sollten?

3. Haben Sie schon einmal wegen Ihres Alkoholtrinkens ein schlechtes Gewissen gehabt oder sich schuldig gefühlt?

4. Haben Ihre (Ehe-)Partner oder Ihre Eltern oder andere nahe Verwandte sich schon einmal über Ihr Trinken Sorgen gemacht oder sich beklagt?

5. Haben Sie wegen des Trinkens einmal Probleme am Arbeitsplatz bekommen?

6. Ist Ihnen schon einmal gesagt worden, Sie hätten eine Störung der Leber (z.B. Fettleber oder Leberzirrhose)?

7. Waren Sie einmal in einem Krankenhaus wegen Ihres Alkoholkonsums?

Auswertungshinweise:

Jede "Ja"-Antwort der Fragen 2 bis 7 wird mit einem Punkt gewertet, bei Frage 1 wird eine "Nein"-Antwort mit einem Punkt bewertet.Die Autoren gehen davon aus, dass bei einer Summe von 2 oder mehr Punkten ein Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit vorliegt.

CAGE

(Ewing, 1984)

1. Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?

2. Haben Sie jemals bei anderen Menschen Anstoß erregt, weil Sie nach deren Meinung zu viel trinken?

3. Haben Sie sich jemals wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt?

4. Haben Sie jemals morgens als erstes Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren oder einen Kater loszuwerden?

Auswertungshinweise:

Bei zwei und mehr Ja-Antworten ist schädlicher Gebrauch/Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit wahrscheinlich.

 

 

 
Biologische Marker
 

Biologische Marker sind nicht so sensitiv wie die oben genannten Screeninginstrumente. Biochemische Marker alleine reichen daher nicht aus um eine Alkoholabhängigkeit oder -missbrauch aufzudecken. Sie können aber bei der Ansprache des Konsums ggf. als "Aufhänger" für eine Ansprache auf den Alkoholkonsum verwendet werden.

Geeignete Marker sind in unten stehender Tabelle mit entsprechenden Normbereichen aufgeführt.

 

Getränk Alkoholgehalt Menge Reiner Alkohol
Bier ca. 5 Vol. % 0,2 l ca. 8,0 g
Wein ca. 10 Vol. % 0,1 l ca. 8,0 g
Fruchtlikör ca. 30 Vol. % 2 cl ca. 4,8 g
Korn ca. 32 Vol. % 2 cl ca. 5,0 g
Obstler ca. 35 Vol. % 2 cl ca. 5,6 g
Weinbrand ca. 40 Vol. % 2 cl ca. 6,4 g

 

 
 
Symptome alkoholbezogener Störungen

Zeichen, die auf alkoholbezogene Störungen hinweisen können, sind vor allem (Wetterling und Veltrup 1997):

  • Alkoholgeruch
  • Gerötete Bindehäute der Augen; aufgedunsenes (ödematöses) Gesicht, oft gerötet, mit Teleangiektasien, aber auch fahl, Rhinophym
  • Typische Hautveränderungen (z.B. Gefäßspinnen, Palmarerythem, "Geldscheinhaut", Psoriasis, Nägelveränderungen)
  • Zittern der Hände (Tremor)
  • Vegetative Labilität, insbesondere erhöhte Schweißneigung (feuchte Hände)
  • Pulsbeschleunigung
  • Gangunsicherheit (etwas breitbeinig, tapsig)
  • Typischer Habitus ("Bierbauch", Kontrast zur Atrophie der Schulter- und/oder Beinmuskulatur)
  • Reduzierter Allgemeinzustand
  • Magen-Darm-Störungen, insbesondere morgendlicher Brechreiz, Appetitmangel
  • Erhöhte Reizbarkeit, verminderte Impulskontrolle und Stresstoleranz
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsmangel, Vergesslichkeit
  • Leistungseinbuße (subjektiv und objektiv)
  • Störungen des sexuellen Interesses und der Potenz.

 

Verleugnungs-, Bagatellisierungs- oder Verfälschungstendenzen können eine angemessene Beurteilung der Störung erschweren. Typischerweise besteht die Verleugnung darin, dass alkoholkranke Patienten zwar bereitwillig ihre Probleme realisieren, sie aber eher als Ursache und nicht als Folge des übermäßigen Trinkens erkennen. Um seine Abwehr nicht zu verstärken, sind im Umgang mit dem alkoholkranken Patienten besondere Gesprächstechniken empfehlenswert, wie die motivierende (nicht-konfrontative) Gesprächsführung.

 

 
Entzugssyndrom

Nach ICD-10 (F10.3) handelt es sich um einen Symptomenkomplex von unterschiedlicher Zusammensetzung und wechselndem Schweregrad nach dem absoluten oder relativen Entzug von Alkohol, der wiederholt und zumeist über einen längeren Zeitraum in meist größerer Menge konsumiert worden ist.

 

Das Alkoholentzugssyndrom beginnt in der Regel 4-12 Stunden nach Ende oder Verminderung des Trinkens, erreicht seine stärkste Ausprägung am zweiten Tag der Abstinenz und verschwindet meist nach 4-5 Tagen. Dabei können folgende Symptome auftreten:

  • Somatisch-internistisch: Allgemeines Unwohlsein und Schwäche, gastrointestinale Störungen (Appetitmangel, Magenschmerzen, Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen, Blutungen), Herz-Kreislaufstörungen (Pulsbeschleunigung und Blutdruckerhöhung, periphere Ödeme), Hypoglykämie, Elektrolytveränderungen;
  • Vegetativ: Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Juckreiz, Schlafstörungen;
  • Neurologisch: Tremor (Hände, Zunge, Augenlider), Artikulationsstörungen, Ataxie, Parästhesien, Nystagmus, Doppelbilder, Muskel- und Kopfschmerzen; da die Krampfneigung erhöht ist, können Entzugsanfälle vorkommen;
  • Psychisch: Angst, Reizbarkeit, motorische und innere Unruhe, depressive Verstimmungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, selten Bewusstseinsstörungen und flüchtige Halluzinationen.
 

 

 
Entzugssyndrom mit Delir Entzugssyndrom mit Delir

Das Entzugssyndrom mit Delir ist ein kurzdauernder, aber gelegentlich lebensbedrohlicher toxischer Verwirrtheitszustand mit körperlichen Störungen, der bei weniger als 5% der Patienten auftritt. Es kommt bei Abhängigen mit einer meist langen Vorgeschichte vor, und beginnt in der Regel nach Absetzen des Alkohols oder deutlich reduziertem Konsum, kann aber auch während einer Episode schweren Trinkens auftreten. Etwa die Hälfte aller Delirien beginnt mit einem zerebralen Krampfanfall.

 

Die typischen Frühzeichen sind Schlaflosigkeit, Zittern und Angst. Die klassischen Symptome sind (Weltgesundheitsorganisation 2000):

  • Bewusstseinstrübung und Verwirrtheit
  • Lebhafte Halluzinationen oder Illusionen jeglicher Wahrnehmungsqualität (besonders optischer Natur)
  • ausgeprägter Tremor
  • Wahnvorstellungen, Unruhe, Schlaflosigkeit oder Umkehr des Schlaf-Wachrhythmus und vegetative Übererregbarkeit

Das Entzugssyndrom mit Delir und/oder cerebralem Krampfanfall dauert länger als das einfache Entzugssyndrom. Bei einem protrahiert verlaufenden Delir sollte neben der konsequent weiter durchgeführten medikamentösen Behandlung und Überwachung der Vitalfunktionen eine weitergehende differentialdiagnostische Abklärung erfolgen, um z. B. ein chronisches subdurales Hämatom auch nach länger zurückliegender Kopfverletzung nicht zu übersehen.

 

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Zum Thema
Ausführliche Informationen über Screening und Diagnostik der Alkoholabhängigkeit
Postakutbehandlung alkoholbezogener Störungen
Siehe auch


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