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Notfall Kinderintensivtransport
Pforte: 07071 29-83781
Abteilungen

Nierentransplantationen bei Kindern und Jugendlichen

Sprechstunde für nierentransplantierte Patienten
Mo, Mi und Fr von 8.30 - 11.00 Uhr
Tel. 07071-29 81382
24-Stunden-Rufdienst Tel. 07071-29 84711 oder 2985802
Anmeldung Ebene C03

Kinder und Jugendliche mit Nierenversagen sind dialysepflichtig. Die Dialysebehandlung kann jedoch immer nur ein Übergangsstadium bis zur Nierentransplantation sein. Wachstum und Entwicklung sowie eine erfolgreiche Schul- und Berufsausbildung sind erst nach einer geglückten Transplantation wirklich gewährleistet. Alle Patienten im Endstadium des Nierenversagens werden daher von uns bei Eurotransplant für die Transplantations-Warteliste angemeldet.

Ab einem Körpergewicht von 3,9 kg ist unseren Transplantationschirurgen eine Nierentransplantation möglich. Einen ausreichenden Urinabfluss werden von unseren Kinderchirurgen und Urologen auch bei schwersten Missbildungen und Störungen des Harntraktes operativ konstruiert.

Einige Erkrankungen können erfolgreich mit einer kombinierten Leber- und Nierentransplantation behandelt werden, andere mit einer Stammzelltransplantation nach vorheriger Nierentransplantation vom gleichen Spender.

In unserer Klinik sind Nierentransplantationen trotz ABO-Blutgruppenunverträglichkeit und trotz positivem Crossmatch möglich. Darüber hinaus ermutigen wir die Familien zur Lebendspende-Transplantation in Form einer sogenannten präemptiven Transplantation, d.h. zu einer frühzeitigen Transplantation, so dass eine Dialyse gar nicht notwendig wird. In diesem Fall muss jedoch ein Risiko für den Lebenspender ausgeschlossen werden.

Nach der Transplantation und nach der Entlassung aus der stationären Behandlung betreuen wir unsere Patienten in der Nierentransplantierten-Ambulanz weiter. Auch dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Transplantationschirurgen.

Während der Nachbetreuung steht sowohl Patienten als auch den mitbetreuenden Hausärzten unser 24-Stunden-Rufdienst zur Verfügung, so dass Patienten und Familien in keiner Situation alleine gelassen werden.

Weitere Informationen zur Transplantation erteilt auch das Transplantationszentrum der Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Tel. 07071-29 86600.

Fallbeispiel aus unserer Klinik - Kombinierte Nieren- und Stammzelltransplantation bei einem 9-jährigen Mädchen

Im Universitätsklinikum Tübingen wurde bei einem 9-jährigen Mädchen sowohl eine Nierentransplantation als auch eine Stammzelltransplantation durchgeführt. Das Kind litt an einer schwer behandelbaren Leukämie und hatte unter der Chemotherapie ihre Nieren durch eine schwere Infektion verloren. Die Nierenspende des Vaters führte schließlich wieder zu einer normalen Nierenfunktion bei dem Mädchen. Jetzt waren, anders als während der Dialysezeit, eine effektive Chemotherapie und schließlich auch eine Stammzelltransplantation (mit Zellen aus dem Blut des Vaters) möglich. Nur mit dieser Stammzelltransplantation bestand die Chance, die Leukämie zu überwinden.

Da in diesem Fall sowohl Stammzellen als auch Immunzellen vom gleichen Spender stammten wie die transplantierte Niere, konnte bald auf eine Immunsuppression verzichtet werden.

In unsere Klinik wird intensiv darüber geforscht, wie gespendete Zellen und eigene Zellen nach Transplantation ohne Abstoßung koexistieren können. Diese wissenschaftliche Basis und die klinische Erfahrung wird Kindern und Jugendlichen, die sowohl an bösartigen Erkrankungen und Immundefekterkrankungen und gleichzeitig an einem Nierenversagen leiden, durch eine kombinierte Nieren- und Stammzelltransplantation ein Überleben zu ermöglichen.