deutsch english
Notfall Kinderintensivtransport
Pforte: 07071 29-83781
Abteilungen

Leistenbruch / Leistenhernie

Was ist Leistenbruch?

Anders als bei Erwachsenen wird der Leistenbruch bei Kindern weder durch eine Bindegewebsschwäche noch durch zu schweres Heben verursacht. Bei den Kindern ist der Leistenbruch angeboren. Der Leistenkanal hat eine Öffnung zur Bauchhöhle, eine fingerförmigen Ausstülpung des Bauchfells schlüpft durch den Leistenkanal durch. Dadurch besteht bereits ein Bruchsack, in den Organe der Bauchhöhle wie Darmschlingen, ein Eierstock oder auch nur Flüssigkeit durch die Öffnung in den Bruchsack austreten können. Wenn der Bruchsackinhalt (z.B. eine Darmschlinge oder ein Eierstock) im Bruchsack einklemmt, spricht man von einem inkarzerierten Leistenbruch. Wird hierdurch die Blutzufuhr durch Strangulation der Blutgefässe abgeklemmt, besteht die Gefahr, dass das betroffene Organ bleibend geschädigt wird und entfernt werden muss. Deshalb liegt in diesen Fällen eine Notfallsituation vor.

Wie erkenne ich einen Leistenbruch?

Häufig wird der Leistenbruch von den Eltern erkannt. Wegweisend ist eine Vorwölbung oder Schwellung im Bereich der Leiste, dem Hodensack oder den Schamlippen. Sie können sie zum Beispiel beim Wickeln erkennen oder wenn Ihr Kind schreit.

Oftmals ist diese Schwellung schon zurückgegangen, wenn Sie dann zum Arzt gehen. Die Diagnose muss deshalb manchmal auch nur aufgrund der Berichte der Eltern gestellt werden. Sollte ihr Kind beim Auftreten einer solchen Schwellung Zeichen von Schmerzen oder andere Allgemeinsymptome, wie z.B. starke Unruhe oder Erbrechen zeigen, besteht die Gefahr, dass der Bruchsackinhalt eingeklemmt ist. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, Ihr Kind sofort in unserer Notaufnahme vorzustellen.

Warum muss der Bruchsack mit einer Operation verschlossen werden?

Um das Einklemmen und die Strangulation von vorgefallenen Bauchorganen zu verhindern. Der seit Geburt offen gebliebene Bruchsack wird sich nicht von selbst schließen, deshalb ist ein operativer Verschluss erforderlich. Wir empfehlen, den Eingriff je nach individuellen Gegebenheiten einige Tage bis wenige Wochen nach der Diagnosestellung durchzuführen.

Wie behandelt man einen Leistenbruch?

Die Leistenbruchoperation (Herniotomie) ist die am häufigsten durchgeführte Operation im Kindesalter (0-15 Jahre), und zwar 10-20% des gesamten operativen Krankenguts. Die Herniotomie wird in Vollnarkose, in manchen Fällen auch in Spinal-Narkose durchgeführt. Durch einen kleinen Hautschnitt in der Leiste wird der Bruchsack im Leistenkanal entfernt und der Leistenkanal wieder verschlossen. Die Operation dauert ca. 30 Minuten. Einschließlich aller Vorbereitungen sowie der Ein- und Ausleitung der Narkose befindet sich Ihr Kind etwa eine Stunde im OP. Im Aufwachraum dürfen die Eltern beim Kind bleiben. Gesunde Kindern über 3 Monaten werden ambulant operiert. Nach einer abschließenden Untersuchung mit Gespräch werden Sie 4 bis 6 Std. nach Narkose entlassen.

Im Akutfall melden Sie sich bitte in unserer Kinderchirurgischen Notaufnahme.