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Notfall Kinderintensivtransport
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Wasserbruch

Wie entsteht ein Wasserbruch (Hydrocele)?

Kurz vor oder nach der Geburt wandern die Hoden vom Bauchraum in den Hodensack. Ihre Hüllen nehmen die Hoden dabei mit. Wenn sie ihre endgültige Lage im Hodensack eingenommen haben, schließt sich die Lücke in der Hülle normalerweise. In manchen Fällen bleibt die Verbindung zwischen Bauchraum und Hodenhüllen aber offen, so dass der Schwerkraft folgend Flüssigkeit aus dem Bauchraum in den Hodensack gelangt. Der Hodensack schwillt dadurch an und man spricht von einem Wasserbruch bzw. von einer Hydrocele. Meist bildet sich dieser Wasserbruch, den man bei 1-2% aller männlichen Neugeborenen findet, in den ersten Lebensmonaten von selbst zurück. Ist das bis zum ersten Geburtstag nicht der Fall, lässt sich das Problem durch einen kleinen, ambulant durchführbaren Eingriff leicht beheben (siehe auch Ambulantes Operieren).

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Bei Kindern wird die Operation in Vollnarkose durchgeführt. Der Wasserbruch wird von einem Schnitt in der Leiste aus operiert. Der betroffene Hoden und seine ihn umgebende Hülle wird von diesem Schnitt aus freigelegt. Die Hodenhüllen werden aufgeschnitten, die Flüssigkeit wird entleert und der darin liegende Hoden genau inspiziert. Die möglicherweise noch vorhanden Lücke zum Bauchraum wird verschlossen und der Hoden zurück in seine Position gebracht. Abschließend wird die Hautwunde in der Leiste mit selbst auflösenden Fäden vernäht. Der Eingriff dauert etwa 20 bis 30 Minuten.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Erreicht der Wasserbruch eine gewisse Größe mit prallem Hodensack oder besteht der Wasserbruch nach dem ersten Lebensjahr, ist eine Operation empfohlen. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

4-6 Stunden vor dem Eingriff (nach Anordnung der Anästhesie) sollte Ihr Kind nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken und auch keinen Kaugummi kauen.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei der ambulanten Wasserbruchoperation bleibt Ihr Kind nach dem Eingriff noch für 4 bis 6 Std. unter Beobachtung so lange, bis es fit genug für den Heimweg ist. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, sodass Ihr Kind bald wieder ansprechbar und munter ist.Bis 24 Stunden nach dem Eingriff muss auch zu Hause immer eine Aufsichtsperson anwesend sein. Eine körperliche Schonung ist nach dem Eingriff sinnvoll, um die Schwellung gering zu halten. Nach spätestens 7 Tagen kann Ihr Kind in der Regel die Schule oder den Kindergarten wieder besuchen.

Im Akutfall melden Sie sich bitte in unserer Kinderchirurgischen Notaufnahme.