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Notfall Kinderintensivtransport
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Abteilungen

Hand- und Fussfehlbildungen

Allgemeines

Angeborene Fehlbildungen der Hand habe eine Häufigkeit von etwa 10 bis 18 Fehlbildungen auf 10.000 Geburten. Die Polydaktylie (Mehrfingrigkeit) ist dabei am häufigsten, die Syndaktylie (fehlende Trennung einzelner Finger) tritt am zweithäufigsten auf. In einigen Fällen sind Fehlbildungen von Händen und Füßen mit komplexen weiteren Fehlbildungen vergesellschaftet. Die allermeisten Fehlbildungen sollten innerhalb der ersten drei Lebensjahre korrigiert werden. Eine erste Konsultation istjedoch schon so früh nach der Geburt wie möglich sinnvoll, um die Unsicherheit der Familie zu mildern, Zusammenhänge zu erklären und einen ungefähren Fahrplan für die erforderlichen operativen Eingriffe zu empfehlen. Die zeitliche Planung erfolgt für jeden Patienten individuell je nach Gesamtkrankheitsbild und z.B. bei Syndromen anderen behandlungsbedürftigen Fehlbildungen. Durch eine Weiterbildung in der größten Abteilung für Kinderhandchirurgie Deutschlands, im Wilhelmsstift in Hamburg (Leitung Prof. Habenicht), besteht ein spezielles kinderhandchirurgisches Wissen. Je nach Umfang und Schwere der Fehlbildung und erforderlichen Operation ist eine stationäre Behandlung von 3-7 Tagen oder auch eine ambulante Operation möglich. Beratungstermine können Sie in der folgenden Sprechstunde vereinbaren: Sprechstunde Fr. Dr. Verena Ellerkamp Montags von 13:20-16:00 Telefonische Terminvereinbarung unter 07071-2985822

Polydaktylie – Überzahl von Fingern oder Fingeranteilen

Die Einteilung erfolgt nach Lokalisation - Radial, auf der Seite des Daumens - Zentral, im Bereich von zeige-, Mittel- oder Ringfinger - Ulnar, auf der Seite des Kleinfingers Die Doppelung kann als kleines Hautbürzel oder Anhängsel imponieren bis hin zur kompletten Doppelung ganzer Finger, in Extremfällen auch Dreifachbildung von Daumen oder Kleinfinger. Die operative Korrektur sollte innerhalb der ersten beiden Lebensjahre erfolgen.

Syndaktylien – Fehlende Trennung von Fingern

Häutige, seltener knöcherne Verbindung zweier oder mehrerer Fingerpartiell oder vollständig. Am häufigsten betroffen ist die Zwischenfingerfalte zwischen Mittel- und Ringfinger. Bei der operativen Trennung der Finger „fehlt“ in der Regel Haut um die Bereiche zwischen den getrennten Finger zu verschließen. In solchen Fällen ist eine Transplantation von Vollhaut aus der Ellenbeuge oder der Leistenregion erforderlich und kosmetisch günstig. Sind Finger mit ungleicher Länge (Daum und Zeigefinger oder Ring- und Kleinfinger), sollte die Korrekturoperation bereits innerhalb der ersten 6-12 Lebensmonate erfolgen, um ein Fehlwachstum in den längeren Fingern zu verhindern. Bei Fingern gleicher Länge sollte innerhalb des zweiten Lebensjahres operiert werden. Kurzstreckige, häutige Syndaktylien können evtl. auch belassen werden. Bei Syndaktylien am Fuß ist eine frühzeitige Trennung nur zwischen dem ersten und zweiten Zeh erforderlich.

Angeborene Ringbandstenose – Pollex rigidus – Feststehender Daumen

Im Säuglings- oder Kleinkindalter scheinbar plötzlich auftretende Fehlstellung eines Fingers – meist des Daumens – mit fixierter Beugestellung. Dabei fällt häufig ein gleichzeitig tastbares Knötchen oder eine „Schwellung“ über dem Grundgelenk auf. Im Unterschied zur unfallbedingten Fehlstellung bestehen hier aber i.d.R. keine Schmerzen. Ursächlich ist eine harmlose Verdickung im Bereich der Beugesehne, welche nicht mehr unter dem Ringband über dem Grundgelenk hindurchgleiten kann. Operativ erfolgt eine Spaltung des Ringbandes, eine spontane Rückbildung ist selten. Der Eingriff erfolgt ambulant.