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Choledochuszysten

Definition

Die Choledochuszyste ist eine zystische Erweiterung der extrahepatischen Gallenwege. Es ist eine relativ seleten Erkrankung, mit einer Häufigkeit liegend zwischen 1:50 000 und 1:150 000 Kinder. Die genaue Ursache ist bis heute nich vollständig geklärt. In manchen Fällen bilden der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und den Ductus choledochus (Gallengang) einen gemeinsamen Kanal. Diese anatomische Situation kann den Rückfluß von Bauchspeicheldrüsensaft in die Gallenwege begünstigen. Das Kontakt des Bauchspeicheldrüsesekrets mit den Gallenwege führt zu einer Schwäche der Choledochuswand, welche die Dilatation desselben begünstigt.

Welche Beschwerden verursacht eine Choledochuszyste ?

Die Beschwerden der Choledochuszysten sind extrem variabel. Manche Formen können beschwerdefrei verlaufen. In anderen Fällen können rechtseitige Oberbauch oder Unterbauchschmerzen auftreten. Die größere Zysten können durch Kompression den Gallenfluß behindern. Das führt zu einer Cholestase (Gallestau) mit konsekutivem Gelbsucht (Ikterus). Die Gallestau begünstigt entzündliche Prozesse im Bereich der Gallenwege.

Wie kann eine Choledochuszyste diagnostiziert werden ?

Beim Auftreten von Beschwerden wird zunächst eine sonographische Untersuchung (Ultraschall) durchgeführt. Zur Abklärung der anatomischen Variante im Hinblick auf die Vorbereitung für die Operation, wird häufig eine Kernspintomographie durchgeführt.

Warum muss eine Choledochuszyste operiert werden ?

Die chirurgische Behandlung einer Choledochuszyste begründet sich mit der Prävention der entzündlichen Prozesse der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse, sowie dem Risiko der malignen Entartung der veränderten Gallenwege (nach 20 Jahren liegt das Risiko einer malignen Entartung bei über 20%).

Wie wird eine Choledochuszyste behandelt ?

Die Therapie der Choledochuszyst erfolgt ausschließlich chirurgisch. Dabei werden die betroffenen erweiterten Gallenwege samt der Gallenblase und ihren Ausführungsgang (Ductus cysticus) entfernt. Im Anschluss wird eine Anastomose zwischen restgebliebene extrahepatischen Gallenwege und Dünndarm realisiert (Hepatikojejunostomie). Als Zugangsweg wird in unserer Klinik die Laparoskopie (Schlüssellochchirurgie) verwendet. Die sich immer weiter entwickelnden Optionen der minimal-invasiven Chirurgie erlauben uns dieses Vorgehen auch bei Säuglinge anzusetzen. Nichtsdestotrotz, ist bei Kindern mit sehr großen Zysten und rezidivierende Cholangitiden (Entzündung der Gallenwege) ein offen-chirurgisches Vorgehen empfehlenswert.

Welche Komplikationen sind zu erwarten ?

Entzündlichen Prozesse erschweren die spätere Operationen und erhöhen das Operationsrisiko. Daher soll die Operation so früh wie möglich nach der Diagnose stattfinden. Als Spätfolge der Operation, besteht ein hohes Risiko für Bildung von Gallensteine.