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Zwerchfellhernie

Definition

Zwerchfellhernien sind angeborene Defekte des Zwerchfells. Je nach Lokalisation werden sie als sternocostale Hernien (sog. Morgagni Hernie) oder lumbocostale Hernien bezeichnet. Der Defekt im Zwerchfell ermöglicht es den Bauchorganen (Magen, Milz, Dünn- u. Dickdarm, Anteile der Leber) in den Brustkorb zu gleiten und dort das Wachstum der Lungen zu behindern. Folge ist eine mangelhafte Sauer- stoffanreicherung des Blutes in den Lungen. Deshalb sollten Babys mit einer Zwerchfellhernie in einem Perinatalzentrum (Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderintensivmedizin, Kinderchirurgie) zur Welt gebracht werden.

Vorgehensweise bei pränatal bekannter Zwerchfellhernie:

Vorgehensweise bei Zwerchfellhernie nach der Geburt:

Möglicherweise ist nach der Geburt eine künstliche Beatmung erforderlich, z.B.

Erst wenn sich das Kind medizinisch stabilisiert (Absinken des Blutdruckes im Lungengefäßkreislauf; Verschwinden der fetalen Zirkulation), erfolgt der operative Verschluss des Zwerchfelldefektes. Bei größeren Defekten muss hierbei künstliches Material (ein Patch) eingebracht werden.

Chirurgische Therapie der Zwerchfellhernie:

Heute ist die minimal-invasive Korrektur (Schlüssellochtechnik) der Zwerchfellhernie Standard. Je nach Lage des Zwerchfelldefektes erfolgt zur Korrektur eine Thorakoskopie (Brustkorbspiegelung), oder eine Laparoskopie (Bauchraumspiegelung), wobei ersteres deutlich häufiger ist (Abbildung). Auch das Einbringen und Verschließen des Defektes mit einem Patch (z.B. Goretex) läßt sich endoskopisch durchführen. Kinder mit Herzfehlern oder einem extrem geringen Geburtsgewicht profitieren nicht von der Endoskopie und müssen offen chirurgisch behandelt werden.

Thorakoskopische Operation einer linksseitigen Zwerchfellhernie:

Laparoskopische Operation einer rechtsseitigen Zwerchfellhernie