deutsch english
Notfall Kinderintensivtransport
Pforte: 07071 29-83781
Abteilungen

Organverletzungen

Verletzungen der Bauchorgane

Die Bauchorgane werden in Europa fast ausschließlich durch stumpfe Traumen verletzt. Die Unfallursachen sind altersabhängig und bei Kleinkindern v.a. Stürze, bei Schulkindern zunehmend Sportunfälle und in allen Altersgruppen Verkehrunfälle. Am häufigsten sind Milz, Leber und Nieren (Abbildung) verletzt, seltener die Bauchspeicheldrüse oder der Magen-Darm-Trakt. Bei Kindern gibt es die Besonderheiten einer noch schwach ausgebildeden Muskulatur des Bauches und flüssigkeitsreichere Organe, die relativ gesehen größer sind als bei Erwachsenen. Führendes Leitsymptom beim Bauchtrauma ist der Bauchschmerz, es können aber auch Übelkeit und Erbechen vorliegen. Wichtig ist zu unterscheiden zwischen isoliertem Bauchtrauma und Patienten mit Mehrfachverletzungen/Polytrauma.

Unsere Kinderklinik hält einen Schockraum vor, in dem verletzte Kinder versorgt werden können und alle diagnostischen Methoden (Röntgen, Sonographie, Computertomographie, Blut- und Urinanalysen) zur Verfügung stehen.

Die meisten Bauchverletzungen im Kindesalter können einer konservativen Therapie auf unserer Kinderintensiv- oder Normalstation zugeführt werden. Sollte eine Operation notwendig sein, so steht rund um die Uhr ein erfahrenes Team aus Kinderchirurgen, Kinderanästhesisten und pädiatrischen Intensivmedizinern bereit.

Verletzungen im Brustkorb

Thoraxtraumen betreffen sowohl den Weichteilmantel, das knöcherne Skelett (Rippen, Wirbelsäule) als auch die intrathorakalen Organe (V.a. Lunge, aber auch Speiseröhre, das Zwerchfell, die großen Gefäße und das Herz). Die Verletzungen können durch Verbrennungen entstehen, durch Verschlucken von Fremdkörpern oder giftiger Flüssigkeiten sowie durch stumpfe oder seltener spitze Gewalt. Beim eigentlichen Thoraxtrauma sind die inneren Organe betroffen, wobei es sich um ein schweres Krankheitsbild handelt, welches im Kindesalter dennoch in der Regel konservativ zu therapieren ist.

Grundlegender Unterschied beim Kind verglichen mit dem Erwachsenen, ist die geringere Körpergröße und Masse sowie die hohe Plastizität der knorpeligen Rippen. Diese frakturieren (brechen) beim stumpfen Thoraxtrauma in der Regel nicht, leiten aber die Kraft der Gewalteinwirkung vielmehr auf die darunter liegenden Strukturen fort. Folge können Gewebezerreissungen der Lungenstrukturen sein mit der Folge von Blutungen, Ödembildung, Pneumo- oder Hämatothorax (Abbildung).

Von der Geburt bis zur Pubertät vollzieht sich allerdings ein kontinuierlicher Reifungsprozess in den Lungen, so dass eine Organschädigung während dieses Zeitraums durch kompensatorisches Wachstum ausgeglichen werden kann.

Zum Zeitpunkt des Unfalls ist zu bedenken, dass der kindliche Organismus gegenüber einer Hypoxie (Sauerstoffunterversorgung) gefährdeter ist. Die Kompensationsfähigkeit der Lunge im Wachstumsalter ist vermindert, da bei geringerer funktioneller Residualkapazität ein höherer Sauerstoffverbrauch besteht. Die Überwachung von Kinder mit schweren Thoraxverletzungen muss deshalb auf einer spezialisierten kindertraumatologischen Intensivstation erfolgen und alle Therapiemöglichkeiten vorhalten.