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Brachytherapie bei Blasen-/Prostata-Rhabdomyosarkom (RMS)

Obwohl sich die Überlebensraten von Patienten mit Blasen-Prostata-Rhabdomyosarkomen in der Vergangenheit verbessert haben, wird heutzutage immer noch sehr häufig die Harnblase entfernt. Dies ist für den Patienten mit zum Teil erheblichen Schwierigkeiten (z.B. Notwendigkeit der Katheterisierung der Neoblase, Steinbildung, Zweittumoren) vergesellschaftet.

In der jüngeren Vergangenheit wurde in Paris das Konzept der Blasenerhaltenden Operation mit postoperativer Brachytherapie (Bestrahlung mittels einer radioaktiven Strahlenquelle) über intraoperativ eingelegte Sonden propagiert. Der große Vorteil dieser Technik im Gegensatz zur konventionellen Strahlentherapie ist, dass die Strahlung sehr lokalisiert abgegeben wird und damit das umliegende Gewebe (Enddarm, Wachstumsfugen des Beckens) geschont werden können. Um diese Technik auch in Deutschland anbieten zu können, haben wir in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radioonkologie das Konzept weiterentwickelt und ein Zentrum für Brachytherapie bei kindlichen Blase-Prostata-Rhabdomyosarkomen etabliert.

Das Prinzip der Behandlung besteht darin, dass die vom Tumor betroffenen Strukturen (Harnblase, Prostata, Harnröhre) während der Tumoroperation belassen werden und der restliche Tumor entfernt wird (Abbildung links). Die verbliebenen Tumorreste werden von speziellen Brachytherapiesonden umgeben und dann mittels Brachytherapie behandelt (Abbildung rechts). Hierzu wird nach einer entsprechenden Therapieplanung (Abbildung Mitte) eine kurzdauernde Bestrahlung mit Iridium-192 (2 Sitzungen pro Tag über 6 Tage) durchgeführt. Anschließend werden die Brachytherapiesonden entfernt.

Im Rahmen unserer bisherigen Behandlungen konnte gezeigt werden, dass die Harnblase bei vielen Patienten erhalten werden kann und dass die Urinentleerung auf natürlichen Wege weiterhin möglich ist.

Ansprechpartner für die Brachytherapie sind: