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Das Neuroblastom

Abgesehen von Hirntumoren stellen Neuroblastome (Abbildung) die häufigsten soliden Tumoren des Kindesalters dar. Die Tumoren entstehen aus Zellen des neuraffinen Gewebes und treten daher entweder im Bereich der Nebennieren auf oder entlang der Wirbelsäule im Brustkorb oder Bauchbereich. Wichtige prognostische Faktoren stellen der Zeitpunkt der Diagnosestellung, die Ausbreitung der Tumoren sowie histologische und molekulargenetische Eigenschaften (insbesondere die Verteilung des sog. myc-N Gens) dar.


Therapeutische Möglichkeiten

Neuroblastome sind Gegenstand ausgiebiger wissenschaftlicher Untersuchungen, da bei dieser Tumorart unter bestimmten Bedingungen ein Ausreifen der Zellen beobachtet werden kann. Weiterhin sind die Tumoren hinsichtlich ihrer Aggressivität und ihres biologischen Verhaltens sehr heterogen. Je nach Konstellation können manche Untergruppen ohne therapeutische Maßnahmen beobachtet werden und bilden sich in der Regel spontan zurück, andere erfordern eine aggressive Therapie inklusive adjuvanter Chemotherapie und Stammzelltransplantation.

Chirurgische Therapie

Chirurgische Probleme bestehen insbesondere beim Vorliegen metastasierter Tumoren, die auf eine initiale Chemotherapie nicht oder nur unzureichend reagieren. Dies betrifft vor allem die hochaktiven Varianten im Bauchbereich, die eine ungünstige myc-N-Konstellation zeigen. Hierbei kann es zur ausgeprägten Verdrängung, Infiltration, Ummauerung und Invasion von Bauchorganen und Blutgefäßen kommen. Auch fortgeschrittene Tumoren des Brustkorbes können komplexe chirurgische Probleme darstellen.

In solchen Fällen ist eine gemeinsame therapeutische Strategie unter Einbindung der pädiatrischen Onkologie und Radiologie sowie – für die Operationsplanung – der Anästhesie unabdingbar. Nach derzeit einhelligem Konsens sollten betroffene Kinder in Zentren mit ausgewiesener Expertise behandelt und operiert werden. Im Rahmen des onko-chirurgischen Schwerpunktes unserer Abteilung sind die Vorraussetzungen für eine entsprechende operative Therapie an der Kinderchirurgie Tübingen gegeben. In der Durchführung der Operation bei den so genannten Hochrisiko-Patienten besteht eine nachgewiesene Erfahrung, welche in Entsprechung zu den anderen Tumor-Arten zum Beispiel Gefäß-Ersatz oder Einsatz der Herz- Lungen-Maschine einschließt.