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Doppelnieren

Definition

Doppelnieren entstehen durch eine Variante bei der embryonalen Entwicklung der Niere. Neben der Doppelanlage des Nierengewebes wird der Harn über zwei separate Harnleiter von der Doppelniere zur Blase transportiert (Abbildunng). Meistens haben Doppelnieren keinen Krankheitswert und eine Behandlung ist nicht notwendig. In seltenen Fällen allerdings kommt es zu einer zusätzlichen Fehl- entwicklung entweder des oberen oder des unteren Anteils der Doppelniere.

Fehlbildungen des oberen Doppelnierenanteils

Ist der obere Anteil der Niere betroffen, so ist das Nierengewebe dieses Anteils in oft nicht voll funktionsfähig. Zudem besteht in aller Regel eine deutliche Aufweitung des Nierenbeckens und des Harnleiters, der in manchen fällen als sackartige Aufweitung (Ureterozele) in die Blase hineinragen kann und dort das Wasserlassen behindern kann. .

Fehlbildungen des unteren Doppelnierenanteils

Die Fehlentwicklung des unteren Anteils einer Doppelniere ist meist durch einen vesikoureteralen Reflux geprägt (siehe VUR). Selten kann in diesem Bereich auch eine Ureterabgangsstenose vorliegen (siehe UAST).

Symptome

Je nachdem welcher Nierenanteil betroffen ist treten Symptome wie Flanken- schmerzen, Probleme beim Wasserlassen oder Harnwegsinfekte, selten auch Nieren- steine auf.

Diagnostik

Die meisten Fehlbildungen der Niere werden bereits im pränatalen Ultraschall festgestellt. Nach der Geburt zählen Ultraschall, Röntgendiagnostik der Blase (Miktionszystourethrographie), eventuell eine Kernspintomographie und eine Blasenspiegelung zum diagnostischen Spektrum

Behandlung

Die Behandlung erfolgt meist individualisiert und reicht von der reinen Beobachtung bis zur minimalinvasiven Entfernung von nicht funktionierenden Nierenanteilen (Abbildunng). In einigen Fällen sind komplexe rekonstruktive chirurgische Eingriffe notwendig. Alle Maßnahmen zielen darauf hin die so viel Nierenfunktion wie möglich zu erhalten und im weitern Verlauf eine Harnkontinenz zu gewährleisten.