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AG Hepatoblastom - Metabolische Intervention

Eine Alternative zu den bisherigen Chemotherapien ist die Modulation des Tumorstoffwechsels, wie zum Beispiel durch Aminosäure-/ Glutamindepletion. Für Tumore ist Glutamin einer der wichtigsten Nährstoffe. Im Tumorzellmetabolismus steht Glutamin an zweiter Stelle hinter Glucose als Energiequelle. Ein Großteil der Hepatoblastome und auch der Hepatozellulären Karzinome weisen Mutationen im so genannten β-Catenin Gen, CTNNB1-Gen, auf. Durch diese Mutationen kommt es zu einer Überexpression verschiedener Enzyme, die wiederum zu einem vermehrten Glutamingehalt in den Tumoren führen können. Ziel ist es dem Tumor den Nährstoff, Glutamin, und somit die Wachstumsgrundlage zu entziehen. Eine der hierzu verwendeten Substanzen ist bereits fester Bestandteil und Eckstein der Therapie der Akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und wird für die Induktion und die Intensivierung der Therapie in allen pädiatrischen Regimen und bei einem Großteil der adulten Protokolle dieser Krebsart verwendet. Zudem wurden das Ovarialkarzinom und auch andere solide Tumore im Erwachsenenalter als mögliche Ziele einer Behandlung mit dieser Substanz in Betracht gezogen. In einer Kooperationsarbeit mit Forschern aus Italien konnten wir bereits die Wirksamkeit der Glutamindepletion beim pädiatrischen HCC in vitro und auch in vivo nachweisen. Für das Hepatoblastom steht dieser Nachweis noch aus und ist Bestandteil unserer aktuellen Forschung.