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Notfall Kinderintensivtransport
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Abteilungen

Untersuchungsmethoden und Verfahren der Elektrophysiologie

Die Elektrophysiologische Untersuchung

Elektrophysiologische Untersuchungen werden bei Kleinkindern und Schulkindern in Narkose durchgeführt. Ein speziell für Kinder ausgebildeter Narkosearzt kümmert sich um die kleinen Patienten während der Untersuchung.

Die Eltern dürfen die Kinder bis zum Beginn der Narkose im EPU-Labor begleiten. Nach der Untersuchung werden die Eltern telefonisch benachrichtigt und können ihr Kind auf der Station weiter mitbetreuen.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfolgt die Untersuchung im wachen Zustand. Bei Bedarf kann ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Die Punktionsstellen in den Leisten werden örtlich betäubt.

EKG-Ableitungen aus dem Herz

Mittels spezieller Elektrodenkatheter können die elektrischen Signale direkt aus dem Herz aufgezeichnet werden. Dazu werden die Elektrodenkatheter unter Röntgendurchleuchtung im Bereich des rechten Vorhofes, dem AV-Knotens/His-Bündel als elektrischer Verbindung zwischen Vorhof und Kammer sowie in die Spitze der rechten Kammer platziert. Je nach Bedarf können weitere Elektrodenkatheter positioniert werden. Anhand dieser Signale kann die elektrische Erregungsausbreitung im Herzen genau dargestellt werden. Bei Herzrasen (Tachycardie) kann die Ursache anhand des geänderten Erregungsablaufes diagnostiziert werden.

3-Dimensionale-Darstellung der elektrischen Erregungsausbreitung

Bei komplexen Herzrhythmusstörungen und schwierigen anatomischen Verhältnissen kann eine virtuelle 3D-Darstellung der elektrischen Erregungsausbreitung hilfreich sein. Zusätzliche Hilfe bietet die Computertomographie oder der Kernspintomographie die Möglichkeit, ein anatomisches Modell berechnen zu lassen. In dieses anatomische Modell kann dann die virtuelle elektrische Erregungsausbreitung, z.B. beim Herzrasen, hineinprojiziert werden.

In Tübingen sind zur Zeit das CARTO-System von Biosense-Webster Inc. sowie NavX und Ensite von St.Jude Medical Inc. im Einsatz. Die unterschiedlichen System werden in Abhängigkeit vom Alter, der Anatomie und der Art der Herzrhythmusstörung eingesetzt.

Therapie durch Ablation

Durch gezieltes Veröden von elektrisch aktiven Geweben oder Strukturen kann eine Herzrhythmusstörung ursächlich behandelt werden.

Die Gewebeverödung kann durch Wärme mittels der Radiofrequenzablation erreicht werden. Hierbei wird die Katheterspitze des steuerbaren Ablationskatheters aufgeheizt.

Die zweite Möglichkeit besteht in einer Gewebeverödung durch Kälte. Bei der Cryo-Ablation wird die Katheterspitze auf -70°C heruntergekühlt.