Häufige Fragen Hüftgelenk

 

Wie merke ich, dass ich eine Arthrose des Hüftgelenks habe?

Bei Belastung kommt es allmählich zu Schmerzen, die in erster Linie in der Leiste lokalisiert sind. Oft werden die Schmerzen im Tagesverlauf schlimmer. Aufstehen nach längerem Sitzen ist regelmäßig schmerzhaft. Manchmal besteht eine Bewegungseinschränkung, so dass z.B. Strümpfe nicht mehr problemlos angezogen werden können.

Wie kann eine Arthrose der Hüfte ohne Operation behandelt werden?

Die konservative Therapie einer Arthrose besteht insbesondere aus der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten (die jedoch nicht über längere Zeit regelmäßig eingenommen werden können), Bewegungsübungen, dem Tragen von Schuhen mit weichen Sohlen und aus einer Entlastung, z.B. mit einem Gehstock oder Walking-Stöcken.

Wann brauche ich eine Hüftendoprothese?

Bei einer Arthrose des Hüftgelenks richtet sich die sog. Indikation zur Operation in erster Linie nach den Beschwerden. Wenn alltägliche Wege (Spaziergang, Einkaufen, etc.) erhebliche Beschwerden verursachen oder regelmäßig Schmerzmittel eingenommen werden müssen, kann in der Regel mit einer Hüftendoprothese eine wesentliche Verbesserung erzielt werden.

Wie verläuft die Operation?

Der Eingriff kann in Vollnarkose oder in Rückenmarks-Betäubung (Spinalanästhesie) erfolgen. Die Operation dauert bei einem erfahrenen Operateur etwa 45 Minuten. Je nach der Operationstechnik befindet sich der Patient in Rückenlage oder auf der Seite. Der Blutverlust beträgt im Mittel etwa 400 ml. Am Ende der Operation wird die Haut mit Metallklammern verschlossen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen sind insgesamt selten. Infektionen der Wunde entstehen bei weniger als 1 Prozent und machen sich meist in den ersten Wochen nach der Operation bemerkbar. Infektionen können in der Regel durch eine frühzeitige Revisionsoperation behoben werden. Bei einer Luxation renkt sich der Hüftkopf aus der Pfanne aus, was bei wenigen Prozent der Patienten und meist bis einige Monate nach der Operation vorkommen kann. Dann muss die Endoprothese wieder eingerenkt werden, manchmal unter Narkose. Bei wenigen Prozent aller Patienten bestehen unmittelbar im Anschluss an die Operation Nervenschäden, die zu einer Taubheit des Beins oder zu einer Muskelschwäche führen können. Sie bilden sich oft zurück.

Wie lange hält eine Hüftendoprothese?

Die Lebensdauer von Endoprothesen ist von mehreren Faktoren abhängig, z.B. vom Körpergewicht und vom Aktivitätsniveau. Meist versagen Endoprothesen durch eine Lockerung der Implantate im Knochen. Insgesamt ist die Haltbarkeit mit modernen Prothesen sehr gut. Innerhalb von 10 Jahren nach der Operation versagen nur ca. 5 Prozent der Prothesen, innerhalb von 15 Jahren nur ca. 10 Prozent. Wenn also eine Hüftendoprothese im Alter von 65 Jahren eingesetzt wird, funktioniert sie im Alter von 80 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent.

Wann wird eine Prothese mit Knochenzement befestigt?

Ab einem Alter von ca. 60 Jahren wird erwogen, den Stil der Prothese mit Knochenzement zu befestigen. Einerseits heilt der Knochen mit zunehmendem Alter nicht mehr so gut in die Oberfläche einer zementfreien Prothese ein, andererseits muss die Prothese ab diesem Alter wahrscheinlich nicht mehr gewechselt werden und die aufwändige Entfernung von Knochenzement beim Prothesenwechsel entfällt. Ab einem Alter von ca. 75 Jahren werden häufig beide Komponenten der Prothese (Stil und Pfanne) mit Knochenzement befestigt. Knochenzement ist eine selbsthärtende Plastikmasse, die nach etwa 15 Minuten sehr fest wird.

Reibt sich eine Prothese ab?

Bei modernen Materialien für Endoprothesen spielt der Abrieb praktisch keine Rolle mehr. Bei einer Kombination von einem Metallkopf mit einer Plastikpfanne aus Polyäthylen beträgt der Abrieb des Plastiks etwa 1/10 mm pro Jahr. Bei Verwendung von Keramikoberflächen findet nahezu kein Abrieb statt.

Was für einen Vorteil bieten Hüftkappenprothesen?

Bei Hüftkappenprothesen bleiben der Hüftkopf und der Schenkelhals erhalten. Dies ist günstig, wenn die Prothese später vielleicht einmal gewechselt werden muss. Hüftkappenprothesen werden daher überwiegend bei jüngeren Patienten (Alter unter ca. 50 Jahre) verwendet. Nach der derzeitigen Datenlage verläuft die Rehabilitation bei Kappenprothesen schneller als bei Standardimplantaten. Langzeiterfahrungen mit Hüftkappenprothesen liegen allerdings noch nicht vor.

Welchen Vorteil hat die sog. minimal-invasive Implantationstechnik?

Mit dieser Technik kann die Länge des Hautschnitts auf unter ein Drittel und somit oft auf deutlich unter 10 cm verringert werden. Neben einem kosmetischen Vorteil erwartet man insbesondere weniger Schmerzen, einen geringeren Blutverlust und eine schnellere Rehabilitation. Die Erfahrungen an der Orthopädischen Universitätsklinik Tübingen bestätigen dies. Allerdings ist die Technik anspruchsvoll und ein Chirurg mit besonderer Erfahrung auf diesem Gebiet ist erforderlich.