Titel
Aspekte zur sequentiellen intramuskulären Koordination - eine Pilotstudie am Beispiel des M. rectus femoris
 
Ausgangspunkt des Projekts ist das im Rahmen diverser vorangegangener Forschungsprojekte beschriebene „Punctum fixum – Punctum mobile Modell“, welches eine wesentliche Grundlage für die größtmögliche Effizienz von Bewegungen beschreibt. Es besagt u.a., dass die Abfolge der neuromuskulären Koordination zur effizienten Beschleunigung eines Körpersegmentes stets vom Punctum fixum (Drehachse) zum zu beschleunigenden Bewegungssegment (Punctum mobile) erfolgt (von Laßberg et al., JElectromyogrKinesiol 2013, 2014; PlosOne 2015). Es konnte darüber hinaus gezeigt werden, dass sich das Modell nicht nur auf die intersegmentale spinalmotorische Koordination bezieht, sondern auch die Auge-Kopf-Körperkoordination mit einschließt (von Laßberg et al., PlosOne 2014). Die Ergebnisse stützen somit die Bedeutung des "Punctum fixum - Punctum mobile Modells" im Sinne eines grundlegenden Prinzips effizienter motorischer Steuerungsmechanismen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Hypothese nicht abwegig, dass sich das Prinzip einer kontextspezifischen longitudinalen Aktivierungsabfolge auch im Rahmen der intramuskulären Koordination wiederfinden könnte. Eigene Untersuchungen mit Oberflächen-EMG-Ableitungen (OEMG) an Spitzensportlern scheinen diese Hypothese zu stützen. Um Einflüsse durch „Crosstalks“ (Signalkontaminationen durch benachbarte Muskeln beim OEMG) sicher auszuschließen, sollen im Rahmen des Projekts die Befunde anhand der Methode intramuskulärer EMG-Messungen (Fine-wire-EMG) weiter überprüft werden. Sollten sich die Befunde bestätigen, kann daraus abgeleitet werden, dass die intramuskuläre Koordination einer deutlich differenzierteren Steuerung unterliegt, als dies in bisherigen Modellen angenommen wird.