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Jährlich sterben in Deutschland mehrere hundert Athleten am plötzlichen Herztod. Trotz intensiver Bemühungen gelingt es leider bisher nicht immer ausreichend, entsprechende Risikopersonen im Vorfeld zu erkennen. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes am Universitätsklinikum Tübingen mit den Abteilungen für Sportmedizin (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Andreas Nieß) und für Diagnostische Radiologie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Claus Claussen) soll untersucht werden, ob die Kernspintomographie des Herzens eine genauere Risikostratifizierung gefährdeter Athleten erlaubt. Dazu wird bei 100 Athleten zusätzlich zur sportmedizinischen Routinediagnostik eine Kernspintomographie des Herzens durchgeführt. Die Deutsche Stiftung für Herzforschung wird das Projekt für die Dauer von zunächst einem Jahr fördern.
Die sportmedizinische Untersuchung umfasst bisher ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese), die körperliche Untersuchung, ein Ruhe- und Belastungs-EKG (ggf. mit Laktatbestimmung) und eine Sonographie des Herzens (Echokardiographie). Damit lassen sich die meisten krankhaften Veränderungen des Herzkreislaufsystems erkennen.
Allerdings gibt es auch – teilweise angeborene Veränderungen – die dieser Diagnostik entgehen: Koronaranomalien – also der atypische Abgang oder Verlauf einer Herzkranzarterie – kommen bei ca. 0,46 – 1,55 % der Normalbevölkerung vor und sind somit selten, bedingen jedoch nach einer Untersuchung aus den USA 17% der plötzlichen Todesfälle bei jüngeren Athleten. Auch die Funktion der rechten Herzhälfte lässt sich mittels Herzultraschall nicht immer sicher beurteilen. Insbesondere kann es manchmal schwierig sein, normale Anpassungsvorgänge, die durch intensives körperliches Training hervorgerufen werden, von krankhaften Veränderungen zu unterscheiden. Eine Narbenbildung am Herzen (z. B. als Folge einer Herzmuskelentzündung) ist mit der Echokardiographie nicht zuverlässig zu diagnostizieren.
Mit der Kernspintomographie existiert jedoch eine Methode, die es erlaubt, diese Veränderungen – ohne Verwendung von Röntgenstrahlen – zu detektieren. Allerdings ist die Wertigkeit dieser Methode in der Betreuung von Leistungssportlern noch nicht gesichert.
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Mit dieser Studie sollen nun folgende Fragen geklärt werden:
- Welche physiologischen Veränderungen kann man mit der Kernspintomographie des Herzens erkennen? Hierzu zählen Herzfunktion, Herzgröße und Herzmuskelmasse.
- Wie häufig kann man Koronaranomalien bei Leistungssportlern, die beschwerdefrei sind, diagnostizieren?
- Wie häufig sind „Narbenbildungen“ bei Leistungssportlern am Herzen als Hinweis auf eine durchgemachte Herzmuskelentzündung oder einen Infarkt?
- Können mit der Kernspintomographie des Herzens Befunde am Herzen erhoben werden, die der Routinediagnostik entgehen würden?
Die Sportmedizin des Tübinger Universitätsklinikums verfügt über eine ausgewiesene Expertise bei sportmedizinisch-internistischen Untersuchungen von Leistungs- und Freizeitsportlern und führt als lizensiertes Zentrum u.a. die jährlich vorgeschriebenen Sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen für Landes- und Bundeskaderathleten durch. Ziel dieser Vorsorgeuntersuchungen ist, Erkrankungen, Verletzungen oder Einschränkungen der sportlichen Belastbarkeit frühzeitig zu erkennen und die Sportler in ihrer Sportausübung sportmedizinisch zu beraten. Darüber hinaus wird auch die individuelle Leistungsentwicklung und -perspektive untersucht. Dazu gehört auch die Vorortbetreuung von Leistungssportlern in Training und Wettkampf wie unlängst bei der Leichtathletik WM in Berlin oder aber auch im Profi-Fussball und Basketball. Auch am Olympiastützpunkt Stuttgart sichern die Tübinger Experten die sportmedizinisch- internistische und leistungsdiagnostische Betreuung der dortigen Bundes- und Landeskaderathleten.
Ansprechpartner für nähere Informationen:
PD Dr. med. Christof Burgstahler
Tel. 07071 / 29-85160
christof.burgstahler@med.uni-tuebingen.de
Deutsche Stiftung für Herzforschung
www.dshf.de
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