Universitätsklinikum Tübingen
   

STUDIUM GENERALE:
40 Jahre universitäre Sportmedizin in Tübingen
(Programm)

Praktikanten gesucht! (Aushang)

 
 
SpOrt Medizin Stuttgart GmbH
 
 
Laktat-Leistungsdiagnostik 
       
  Ziel der Laktat-Leistungsdiagnostik ist es, möglichst sportartspezifisch unter standardisierten Bedingungen eine Aussage über die aerobe Leistungsfähigkeit machen und Empfehlungen für die Trainingssteuerung aussprechen zu können.

Für die Durchführung leistungsdiagnostischer Untersuchungen stehen in der Abteilung Sportmedizin folgende Hochleistungsergometer zur Verfügung:

  • Saturn-Laufband (Fa. HP Cosmos), Laufbandfläche 320 x 75 cm
  • Quasar-Laufband (Fa. HP Cosmos), Laufbandfläche 170 x 65 cm
  • Fahrradergometer Excalibur (Fa. Lode)
  • Fahrradergometer Excalibur mit seitengetrennter Pedalkraftmessung (Fa. Lode)
  • Schoberer Fahrradergometer mit SRM-System

Die Tests auf dem Laufband können je nach Fragestellung als Geh- oder Laufbelastungen durch­geführt werden. Speziell für Mann­schaftssportler sind nach Vereinbarung auch dezen­trale Feldtests möglich.

Methodik der Laktat-Leistungsdiagnostik

Die Durchführung der Laktatleistungsdiagnostik erfolgt nach den Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin & Prävention (DGSP). Idealerweise sollte bei der Laktat-Leistungsdiagnostik ein Mehrstufentest als Belastungsprotokoll gewählt werden.  Dabei wird ausgehend von einer niedrig gewählten ersten Belastungstufe in aller Regel alle 3 Minuten die Belastungsintensität erhöht. Der Test endet normalerweise bei Ausbelastung der untersuchten Person. Die Wahl der ersten Belastungsstufe und die Höhe der Steigerungsschritte orientieren sich an der Ausgangsfitness bzw. dem Trainingszustand der untersuchten Person.

Als zentrale Größe des anaeroben Energiestoffwechsels wird auf jeder Belastungsstufe Laktat (Salz der Milchsäure) aus dem Kapillarblut (Entnahme von 10 µl Blut aus dem Ohrläppchen) gemessen. Gleichzeitig wird die Herzfrequenz aus dem Oberflächen-EKG ermittelt und anschließend untersucherunabhängig eine Laktat-Leistungs-Kurve erstellt.

 

  Eine erste Kenngröße auf der Laktatleistungskurve ist die "lactate threshold" (LT). Sie beschreibt den Beginn des Laktatanstiegs im Blut, der idealerweise aus einem basalen Laktatverlauf auf den niedrigen Belastungsstufen heraus bestimmt wird. Ab diesem Punkt nimmt die Energiegewinnung aus der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten langsam zu. Bei weiterer Zunahme der Belastungsintensität wird die maximal kompensierbare Laktatbildung (maximales Laktat-Steady-State) überschritten. Dieser Bereich wird als individuelle anaerobe Schwelle (IAS) oder auch Dauerleistungsgrenze bezeichnet. Die IAS reflektiert demnach die höchstmögliche Belastungsintensität bei der es bei Fortsetzung der Belastung noch nicht zu einem weiteren Laktatanstieg kommt. Die Kalkulation der IAS wird nach der Methode von Dickhuth (Dickhuth et al., 1991) durchgeführt. Diese Bestimmungsmethode der IAS wurde auch an einem größeren Kollektiv an Sportlern evaluiert (Röcker et al., 1997, Röcker et al., 1998 - PUBMED

Interpretation der Meßergebnisse

Neben einer Objektivierung der sport­art­spe­zifischen Ausdauerleistungsfähigkeit erlaubt die Bestimmung der IAS bei Laufbelastungen unter gleichzeitiger Berücksichtigung weiterer Variablen wie z.B. dem Trainingsumfang ein gewisse Prognose der Wettkampfleistung über die Marathondistanz. Beim Vorliegen von Vorbefunden aus früheren Tests kann die Effektivität des Trainings im Längsschnitt beurteilt werden. Bei bestimmten Fragestellungen ist es sinnvoll die Laktatleistungsdiagnostik mit einer Spiroergometrie zu kombinieren, deren Ergebnisse zusätzliche Aussagen zur Ausdauerleistungsfähigkeit und den Energiestoffwechsel erlauben.

Die sportmedizinische Leistungsdiagnostik ist Voraussetzung für eine sinnvolle Trainingssteuerung. Nach Ermittlung der individuellen anaeroben Schwelle (IAS) können die verschiedenen Trainings­intensitätsbereiche definiert und individuelle Belastungsempfehlungen für das Ausdauertraining gemacht werden. Zur Steuerung der Trainingsintensität dient in erster Linie die Herzfrequenz, bei Laufbelastungen zusätzlich die Laufgeschwindigkeit.

 

Befundbeispiele:

  • Laufbandergometrie
  • Laufbandergometrie (Gehprotokoll)
  • Fahrradergometrie
       
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