Wochenbett
Die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes werden als Wochenbett bezeichnet. Diese besondere Zeit dient der Erholung und Regeneration der Mutter nach Schwangerschaft und Geburt. Gleichzeitig steht das gegenseitige Kennenlernen, der Aufbau der Eltern-Kind-Bindung und die zunehmende Sicherheit im Umgang mit den Bedürfnissen des Kindes im Mittelpunkt.
Nähe, Hautkontakt und gemeinsame Zeit unterstützen das gegenseitige Kennenlernen und den Aufbau der Eltern-Kind-Bindung. Auch wenn Mutter und Kind aus medizinischen Gründen zeitweise getrennt sein müssen, gibt es viele Möglichkeiten, Nähe und Bindung zu fördern. Beim Stillen werden Mütter darin begleitet, die frühen Stillzeichen ihres Kindes zu erkennen, nach Bedarf zu stillen und Sicherheit beim effektiven Stillen zu gewinnen.
Während des Wochenbetts ist die junge Mutter über das Mutterschutzgesetz von einer Beschäftigung freigestellt und hat Anrecht auf medizinische und beratende Hilfe durch eine Hebamme. In den ersten Lebenstagen wird außerdem für das Neugeborene eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen empfohlen, die in der Kinderklinik, aber auch ambulant durch den Kinderarzt oder die Hebamme durchführbar sind.
Die Universitätsfrauenklinik ist als Babyfreundliche Geburtsklinik nach den Kriterien der WHO/UNICEF-Initiative BABYFREUNDLICH zertifiziert. Bindungsförderung, unmittelbarer und ungestörter Hautkontakt nach der Geburt, 24-Stunden-Rooming-in sowie eine fachkundige und individuelle Unterstützung beim Stillen sind deshalb feste Bestandteile unserer Betreuung. Auch wenn nicht gestillt wird, erhalten Eltern eine individuelle Beratung und Unterstützung bei der Ernährung und Versorgung ihres Kindes.
Am Mutter Kind Zentrum der Frauenklinik bestehen verschiedene Angebote für Wöchnerinnen, vom "Tübinger Wochenpflegemodell", dem Familienzimmer oder dem Mütterzimmer in der Kinderklinik, sollte das Neugeborene nach der Geburt noch länger in der Kinderklinik verweilen müssen.