Schwarz
ist die Lieblingsfarbe unserer Patientinnen und Patienten
Es ist immer laut,
aber nicht immer wegen der Patienten und Patientinnen…
Wir arbeiten
manchmal auch im Kino oder auf dem Stocherkahn
5 Fragen an...
In unserem Arbeitsfeld spielt der pädagogische Aspekt eine große Rolle und genau das macht Deeskalation oft schwierig, da Deeskalation voraussetzt, generelle Regeln ausnahmsweise auszuhebeln um Zugang zu Patienten und Patientinnen in Akutsituationen zu bekommen.
2. Inwiefern hilft es, die persönliche Geschichte und die aktuelle Gefühlslage eines Kindes oder Jugendlichen zu verstehen, um Eskalationen vorzubeugen?Um eine Patientin oder einen Patienten adäquat deeskalieren zu können ist es grundlegend wichtig die primäre Emotion herauszuarbeiten, d.h. welche Emotion ist der eigentliche Grund für diese unglaubliche Wut die wir als Außenstehende wahrnehmen. Wenn ich also die Vergangenheit eines Jugendlichen oder einer Jugendlichen kenne, werde ich in der Interaktion gezielt auf meine Wort- und Themenwahl achten um potenzielle „Trigger“ zu vermeiden.
Im psychiatrischen Setting hat die Patientin oder der Patient meist das Glück, dass das Personal dementsprechend geschult ist. D.h. sie sind bei uns meist in einem geschützten Setting und werden wertschätzend und einfühlsam behandelt. Dies führt natürlich oft dazu, dass Belastungserprobungen einen längeren Prozess darstellen. Aber das ist auch in Ordnung.
4. Wie gelingt es Fachkräften in akuten Krisensituationen deeskalierend zu wirken?Generell basieren Deeskalationsstrategien, egal welches Setting, immer auf Empathie, Verständnis und einem Begegnen auf Augenhöhe. In den meisten Fällen wollen Patientinnen und Patienten einen „Verbündeten“ in der Akutphase, der ihre Ansicht nachvollzieht und für sie da ist.
5. Welche Methoden oder Haltungen haben sich Ihrer Erfahrung nach als besonders wirksam im Umgang mit aggressivem oder selbstverletzendem Verhalten erwiesen?Für mich ist es immer wieder wichtig zu betonen, dass Patientinnen und Patienten oft störungsbedingt handeln. Mir muss in jeder Akutsituation klar sein, dass der Patient oder die Patientin bzw. das Verhalten keine Absicht ist, sondern dass dieser einfach nicht anders kann. Die Haltung hilft mir im Alltag enorm und aufgrund dessen kann ich mit schwierigen Situationen auch deutlich einfacher umgehen, da ich weiß, der Patient/die Patientin möchte mich nicht ärgern, sondern sein Verhalten ist meist eine normabweichende Form von Kommunikation – oder einfach gesagt ein Hilferuf.
Ein Tag auf Station
Multitasking auf Profi-Niveau
Du kannst gleichzeitig ein Gespräch führen, einen wütenden Jugendlichen beruhigen und den Kaffeebecher retten, bevor er umkippt? Willkommen im Team.
Beziehungsarbeit mit Tiefgang
Ja, wir haben es mit echten Notlagen zu tun. Aber die Verbindung, die du zu einem Kind aufbaust, das zum ersten Mal Vertrauen fasst? Unbezahlbar. (Auch wenn du vorher angeschrien, beschimpft oder angespuckt wurdest.)
Und ja: Wir haben Humor.
Denn mal ehrlich – manchmal bleibt einem gar nichts anderes übrig. Wenn man erlebt hat, wie ein Kind dem Psychiater erklärt, dass „Diagnose eh egal ist, weil TikTok sagt, ich hab alles“, dann hilft: tief durchatmen, schmunzeln und weitermachen.
Adelheid Volenzski
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