Dr. Samantha Kewitz erhält Graduierten-Preis der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung
Kewitz hat Ende 2025 ihr Medizinstudium in Tübingen abgeschlossen und absolviert derzeit ihre Facharztausbildung in der Tübinger Universitäts-Frauenklinik. In ihrer Doktorarbeit befasste sie sich mit den Wechselwirkungen zwischen dem Immunsystem und dem Mikrobiom während der Schwangerschaft. Darauf aufbauend erweitert sie ihre Forschung aktuell auf den Bereich der gynäkologischen Onkologie. Ihr besonderes Interesse gilt dabei den Wechselwirkungen zwischen Tumor und Immunsystem, Signalwegen im Tumormikromilieu sowie der Entwicklung neuer Biomarker zur Früherkennung und zur Überwachung des Therapieansprechens.
„Junge Wissenschaftlerinnen und Ärztinnen wie Samantha Kewitz zeigen, worauf es in der medizinischen Forschung ankommt“, sagte die Dekanin der Medizinischen Fakultät Tübingen, Professorin Dr. Sara Brucker, die gleichzeitig auch die „Chefin“ als ärztliche Direktorin der Frauenklinik von Frau Dr. Kewitz ist: „Die Fragen, die sich aus einem universitären klinischen Alltag ergeben, zu verbinden mit exzellenter Grundlagenforschung und so die Translation in die klinischen Forschung und Versorgung rasch umzusetzen zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten. Ich hoffe sehr, dass diese Auszeichnung – zusammen mit den Clinician Scientist Programmen unserer Fakultät – weitere junge Ärztinnen und Ärzte dazu motiviert, neugierig zu bleiben und ihre Zeit zu nutzen, um klinische Versorgung im Alltag mit der Forschung zu verbinden. Denn so tragen sie dazu bei, unsere therapeutischen Möglichkeiten für die Zukunft zu erweitern.“
Die Nachwuchsforscherin bereitet sich derzeit auf einen zweijährigen Forschungsaufenthalt in Großbritannien vor. Als Postdoc wird sie am Ovarian Cancer Research Centre des Londoner Imperial College ein eigenständiges Forschungsprojekt zum Tumor-Mikromilieu bei bösartigem Ovarialkarzinom leiten. Die Supervision übernimmt der Leiter der onkologischen Abteilung am Imperial College, Professor Iain McNeish. Im Rahmen des Projekts möchte Kewitz zu einem besseren Verständnis beitragen, wie das Tumormikromilieu das Fortschreiten der Erkrankung und das Ansprechen auf Therapien beeinflusst. Darüber hinaus sollen neue Ansätze für personalisierte Behandlungsstrategien identifiziert werden.
Die Auszeichnung wurde am 8. Oktober beim Clinician Scientist Event der Fakultät in der Medizinischen Klinik Tübingen verliehen. Die Medizinische Fakultät hatte den Preis im Frühsommer ausgeschrieben. Auf die Ausschreibung hin waren insgesamt 50 Bewerbungen eingegangen. Davon erfüllten 49 Bewerberinnen und Bewerber die Kriterien der Ausschreibung. Voraussetzung für eine Berücksichtigung waren ein abgeschlossener Doktortitel, eine laufende Facharztweiterbildung oder ein Abschluss derselben innerhalb der vergangenen sechs Monate sowie der Nachweis aktueller wissenschaftlicher Tätigkeit, etwa durch kürzlich erschienene Publikationen oder eingeworbene Drittmittel. Unter den formal gleich qualifizierten Bewerbungen erfolgte die endgültige Auswahl per Los.