Population-Based Medicine Tübingen
Sprache, Stress und Alltag – wie hängt das zusammen? Voice-Stress-Studie zur Untersuchung der Stimme
als Indikator für psychischen Stress

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Psychischer Stress ist ein weit verbreiteter Bestandteil des modernen Lebens und kann sowohl die körperliche Gesundheit (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Schmerzen) als auch die psychische Gesundheit (z. B. Angst und Depression) beeinträchtigen – besonders, wenn er über längere Zeit anhält. Eine genaue Messung von Stress ist daher wichtig. Klassische Methoden wie Fragebögen sind jedoch oft ungenau, da sie von der eigenen Einschätzung abhängen. Deshalb untersucht die Forschung zunehmend objektive Messmethoden, etwa körperliche Signale.

In den letzten Jahren hat sich auch die Stimme als vielversprechender und nicht-invasiver Indikator für Stress herausgestellt.

Ziel der Voice-Stress-Studie der Abteilung Population-Based Medicine Tübingen ist es, besser zu verstehen, ob und wie sich Stress zuverlässig über die Stimme erkennen lässt und wie sich Stress im Alltag über die Zeit entwickelt.

Sprechen ist ein komplexer Prozess, bei dem Atmung, Kehlkopf und Artikulation eng zusammenarbeiten. Diese Prozesse werden unter anderem durch das autonome Nervensystem gesteuert – also genau durch das System, das auch bei Stress aktiv ist. Wenn wir gestresst sind, verändern sich daher Atmung und Muskelspannung, was sich direkt auf die Stimme auswirkt.

Typische Veränderungen sind zum Beispiel eine höhere Tonlage, schnelleres oder lauteres Sprechen sowie eine weniger stabile Stimme. Diese Merkmale können Hinweise darauf geben, wie stark eine Person gerade belastet ist.

In dieser Studie werden solche sprachlichen Merkmale mit weiteren Daten kombiniert, mit physiologischen Messungen (Herzfrequenz, Aktivität und Schlaf), die über einen Oura Ring erhoben werden, sowie mit kurzen Befragungen im Alltag. Dadurch soll ein möglichst umfassendes und realistisches Bild davon entstehen, wie Stress im täglichen Leben erlebt wird und wie er sich im Körper und in der Stimme zeigt.

Der Oura Ring ist ein tragbares Sensorsystem in Ringform, das kontinuierlich Gesundheits- und Aktivitätsdaten wie Schlaf, Herzfrequenz, Körpertemperatur und Bewegung erfasst. Die Messdaten werden über eine Smartphone-App ausgewertet und können Hinweise auf Schlafqualität, Erholung und physiologische Veränderungen im Alltag geben. 

Sie sind zwischen 18 und 40 Jahren alt,
sprechen fließend deutsch
und fühlen sich im Alltag häufiger gestresst?

Dann nehmen Sie an unserer Studie teil!
Als Dankeschön für die Teilnahme an der Studie, bekommen Sie bei Vollendung der Studie einen Wunschgutschein im Wert von 15 Euro. Zudem erhalten Sie interessante Einblicke in ihren eigenen Körper und das individuelle Stresslevel.

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Wie läuft die Studie ab?

Beginn der Studie

  • Zu Beginn der Studie werden wir eine Screening-Untersuchung mit Ihnen durchführen. Dabei werden die Einschlusskriterien für die Studienteilnahme geprüft, Fragebögen zu Stress, Stimmung und allgemeiner Gesundheit ausgefüllt und der Oura Ring ausgehändigt. Außerdem bitten wir Sie die App M-Path auf Ihrem Smartphone zu installieren, über das im Verlauf der Studie Sprachaufnahmen und Fragebögen ausgefüllt werden.

Beobachtungs-Phase

Die Teilnehmenden tragen über einen Zeitraum von vier Wochen den Oura Ring, der kontinuierlich Daten zu Schlafqualität, körperlicher Aktivität und Herzschlagvariabilität erfasst. Zusätzlich erhalten sie täglich über die App kurze Aufgaben: Sie sollen ein paar Sätze vorlesen und eine offene Frage beantworten, während diese Aufnahmen automatisch gespeichert werden. Im Anschluss beantworten die Teilnehmenden in der App noch einige kurze Fragen zu ihrem Alltag und zu ihrem aktuellen Stresslevel.

Fragebögen

Zu Beginn und während der Nachuntersuchung werden Sie gebeten einige Fragebögen zu den Themen Schlaf, Wohlbefinden und Lebensqualität auszufüllen.

FAQ

Junge Frau am Laptop umringt von drüngelnden Kollegen und Kolleginnen

FAQ

  • Sie sind zwischen 18 und 40 Jahren alt.
  • Sie sprechen fließend oder muttersprachlich deutsch.
  • Sie fühlen sich im Alltag häufiger gestresst.
  • Sie haben eine Erkrankung, die das Sprechen stark beeinflusst.
  • Sie sind schwanger.
  • Sie haben akut eine schwere psychische Erkrankung.

Die Dokumentation Ihrer Daten und deren Archivierung erfolgt pseudonymisiert in einer geschützten elektronischen Datenbank, zu der nur befugte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zugang haben.

Die im Verlauf dieser Studie gewonnenen Informationen werden ausschließlich in der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder Ländern mit vergleichbarem Datenschutzniveau verarbeitet. Alle Daten werden ausschließlich gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und auf Basis Ihrer Einwilligung erhoben, gespeichert und verarbeitet.

Ja, Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ohne Angabe von Gründen schriftlich oder mündlich widerrufen, ohne dass Ihnen daraus ein Nachteil entsteht. Wenn Sie Ihre Einwilligung widerrufen, werden keine weiteren Daten mehr erhoben. Die bis zum Widerruf erfolgte Datenverarbeitung bleibt jedoch rechtmäßig.

Diese Studie ist risikoarm. Es finden keine medizinischen Eingriffe, keine Medikamentengabe und keine körperlichen Untersuchungen statt. Das wiederholte Erfassen von Stimmung und Stress kann bei manchen Teilnehmenden kurzfristig Unbehagen oder erhöhte Belastung auslösen. Trotz sorgfältiger technischer und organisatorischer Sicherheitsmaßnahmen besteht ein geringes Risiko für Datenverlust.

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Jetzt Kontakt aufnehmen

Universitätsklinikum Tübingen
Abteilung Population-Based Medicine
Röntgenweg 9
72076 Tübingen


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E-Mail-Adresse: voice-pbm@med.uni-tuebingen.de