Arbeitsgruppe
Psychiatrische Versorgungsforschung Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie mit Poliklinik

Psychiatrische Versorgungsforschung

Über uns

Die Arbeitsgruppe Psychiatrische Versorgungsforschung beschäftigt sich mit Strukturen, Prozessen und Ergebnissen psychiatrischer und suchtmedizinischer Versorgung sowie deren Bedeutung für Patient:innen, Angehörige und Fachkräfte. Im Mittelpunkt der Projekte stehen die Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven von Patient:innen, Angehörigen und Fachkräften. Wir untersuchen, wie Versorgung erlebt wird, welche Barrieren den Zugang zu Unterstützung erschweren und welche Faktoren zu einer patient:innenorientierten, wirksamen und gerechten Versorgung beitragen können.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf vulnerablen Gruppen sowie auf geschlechts- und lebensphasenspezifischen Aspekten psychischer Gesundheit. Dazu gehören unter anderem Fragen der Frauengesundheit, der psychischen Gesundheit während Schwangerschaft und Elternschaft oder nach Schwangerschaftsverlust sowie die Belastungen und Unterstützungsbedarfe von Angehörigen und Familienmitgliedern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt im Bereich der Suchtmedizin. Wir befassen uns mit der Versorgung von Menschen mit substanzbezogenen Störungen sowie mit Themen wie Stigmatisierung, Prävention, Schadensminimierung und der Entwicklung innovativer Versorgungsansätze für Menschen mit Suchterkrankungen und ihre Angehörigen. Der suchtmedizinische Teil der Arbeitsgruppe ist an die Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen angegliedert.

Unsere Forschung verfolgt in der Regel einen partizipativen Ansatz und bezieht Menschen mit eigener Erfahrung sowie weitere relevante Interessengruppen aktiv in den Forschungsprozess ein. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit Betroffenen und Fachkräften in konkrete Verbesserungen der Versorgung zu übersetzen.

Methodisch arbeitet die Arbeitsgruppe insbesondere mit qualitativen und Mixed-Methods-Ansätzen sowie mit Befragungs- und Interventionsstudien. Durch nationale und internationale Kooperationen verbinden wir klinische Praxis, Forschung und Gesundheitsversorgung, um innovative und praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln

Kontakt

frontend.sr-only_#{element.icon}: Arbeitsgruppe Psychiatrische Versorgungsforschung
Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie mit Poliklinik
Calwerstraße 14
72076 Tübingen


Leitung

Dr. med. Annette Binder

Dr. med. Annette Binder

Leiterin AG Psychiatrische Versorgungsforschung, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

E-Mail-Adresse: a.binder@med.uni-tuebingen.de

Publikationen: Publikationen

Personenprofil: Mehr zur Person

Neuigkeiten

26. Mai 2026

„I am nurse, I am partner, I am cook ...“ – Angehörige als wichtigste Stütze vor einer Lebertransplantation

Menschen mit alkoholbedingter Leberzirrhose stehen vor einer Lebertransplantatio ...

Weiter
13. Februar 2026

Rauchen und Vapen in der Schwangerschaft gezielt vorbeugen

Rauchen während der Schwangerschaft ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken ...

Weiter

Forschungsprojekte

Aktuelle Forschungsprojekte

Das Projekt entwickelt das bereits evaluierte E-Learning „ELAS“ zur Prävention von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft für Fachkräfte aus Geburtshilfe, Psychiatrie, Suchthilfe, Jugendhilfe und Kinderschutz weiter, um die interdisziplinäre Versorgung und den frühen Kinderschutz zu stärken.

Weitere Informationen zum E-Learning

Förderung: Finanziert durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.

Gruppenbild auf einer Treppe

Das Projekt untersucht gemeinsam mit Patientem und Ptientinnen, Erfahrungsexpertinnen und -experten und Fachkräften, wie Peer-Support und digitale Angebote kombiniert werden können, um den Übergang von stationärer zu ambulanter psychiatrischer Versorgung zu verbessern. Das Projekt wird in Kooperation mit der Freien Universität Berlin und weiteren Partnern im Rahmen des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) https://www.dzpg.org/ durchgeführt.

Förderung: Gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Das Projekt dient dem Aufbau einer transatlantischen Forschungskooperation zu aktuellen Herausforderungen in der Suchtmedizin und Suchthilfe. Im Fokus stehen ethische Fragestellungen, Stigmatisierung, Harm Reduction sowie die Weiterentwicklung qualitativer Forschungsmethoden in der internationalen Suchtforschung. Das Projekt wird in Kooperation mit Dr. Adams L. Sibley und dem Opioid Data Lab des Injury Prevention Research Center der University of North Carolina at Chapel Hill durchgeführt.

Förderung: Gefördert im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

Das Projekt untersucht die unautorisierte Weitergabe und den Missbrauch opioidhaltiger Medikamente im Gesundheitswesen sowie die damit verbundenen ethischen Herausforderungen für betroffene Fachkräfte, Kollegen und Kolleginnen und Institutionen. Im Fokus stehen Stigmatisierung, Erfahrungen von Moral Distress im beruflichen Umfeld sowie Unterstützungsbedarfe mit dem Ziel, Empfehlungen für Prävention, Früherkennung und Unterstützung im Gesundheitswesen abzuleiten. Das Projekt wird in Kooperation mit Dr. Sonja Mathes (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Tübingen; Technische Universität München) durchgeführt. Die Zusammenarbeit entstand im Rahmen des Young Doctors Network des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) und bildet die Grundlage für die aktuell geplante multinationale Erweiterung der Studie.

Weitere Informationen zur Studie

Zwei Frauen posieren vor einer Wand mit unterschiedlichen Flaggen

Das Projekt DIPS untersucht individuelle und dyadische Strategien im Umgang mit psychischer Belastung nach Schwangerschaftsverlust. Im Fokus stehen Bewältigungsstrategien, geschlechtsspezifische Unterschiede im Trauererleben sowie Informations- und Unterstützungsbedarfe betroffener Eltern mit dem Ziel, Empfehlungen für eine patientenorientierte Versorgung abzuleiten.

Förderung: Intramurale Förderung durch fortüne während der Datenerhebung.

Gruppenbild vor dem Tübinger Schloss

Promotionsprojekte

  • Alessa Schmucker: Trauerverarbeitung und gegenseitige Unterstützung in der Dyade.

  • Tobias Preis: Männliche Ausdrucksformen von Trauer und besondere Belastungsfaktoren.

  • Isabella Ziegler: Aufklärung, Informationsbedarfe und Patientenautonomie nach Schwangerschaftsverlust.

Das von einer Erfahrungsexpertin initiierte partizipative Forschungsprojekt untersucht das Erleben von Fixierungs- und Isolationsmaßnahmen in der Akutpsychiatrie aus der Perspektive Betroffener. Das an die AG Psychiatrische Versorgungsforschung angegliederte Projekt nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, um belastende, hilfreiche und vermeidbare Aspekte freiheitsbeschränkender Maßnahmen zu identifizieren und daraus Empfehlungen für eine patientenorientierte Weiterentwicklung der Versorgung abzuleiten.

Projektteam:

  • Marta Andreatta (Psychologin)

  • Annette Binder (Clinician Scientist)

  • Edmund Bornheimer (Erfahrungsexperte)

  • Susanne Edelmann (Biologin)

  • Daniel Sippel (Oberarzt Akutstation)

  • Ulrike Sünkel (PPI Referentin)

  • Elisabeth Zimmermann (Erfahrungsexpertin)

Gruppenbild auf einer Treppe

Abgeschlossene Projekte

  • Perspektiven auf die Versorgungssituation suchtkranker Patient:innen und deren Angehörigen, die in der Vorbereitung auf eine Lebertransplantation suchtpsychiatrisch betreut werden

  • Verstehen, unterstützen, motivieren – Gemeinsam für eine Schwangerschaft ohne Alkohol: Entwicklung eines E-Learnings für Fachkräfte (ELAS), gefördert durch das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Kooperationspartner

Internationale Kooperationen:

  • Dr. Carolin Kilian (National Institute for Public Health, SDU, Kopenhagen, Dänemark)

  • Dr. Adams Sibley (UNC Injury Prevention Research Center/Opioid Data Lab, Chapel Hill, USA)

  • Dr. Parth Sharma (Association for Socially Applicable Research (ASAR), Pune, Indien)

Nationale Kooperationen:

  • Prof. Dr. Julie O’Sullivan (Charité Berlin)

  • Prof. Dr. Maria Böttche (FU Berlin)

  • Dr. Mira Tschorn (FU Berlin)

  • Dr. Sonja Mathes (TU München)

  • Prof. Dr. Patrick Bach (ZI Mannheim)

  • Prof. Dr. Bernd Lenz (ZI Mannheim)

  • Patrick Halli (ZI Mannheim)

  • Dr. Nicolas Arnaud (UKE Hamburg)

  • Katharina Busch (UKE Hamburg)

  • Prof. Dr. Anne Koopmann (PZN Wiesloch)

Schwerpunkte

Forschungsinteressen

  • Versorgungsforschung

  • Suchtforschung

  • Stigma

  • Frauengesundheit

Methodische Schwerpunkte

  • Qualitative Methoden

  • Mixed Methods

  • Online-Interventionen/E-Learnings

  • Partizipative Ansätze

Ausgewählte Publikationen

  • Binder, A., Fenchel, J., Lang, I., & Batra, A. (2026). " I am nurse, I am partner, I am cook–I am everything..." roles and functions of relatives in supporting therapy adherence and abstinence in patients with alcohol-related liver cirrhosis prior to listing for liver transplantation: a qualitative analysis. Addiction Science & Clinical Practice.
  • Binder, A., Kuitunen-Paul, S., Burke, M., Wollscheid, J., Kimmel, T., Petersen, K., & Batra, A. (2026). Between Concern and Uncertainty: How Health-Care Professionals Approach Smoking and Vaping in Pregnancy. Nicotine and Tobacco Research, ntag011.
  • Wollscheid, J., Burke, M., Kimmel, T., Kaufmann, T., Batra, A., & Binder, A. (2025, May). Pregnancy Care in Times of Cannabis Legalization: Self-Rated Knowledge, Risk Perception and Communication Practices of Midwives in Germany. In Healthcare (Vol. 13, No. 11, p. 1228). MDPI.
  • Binder, A. (2025). Researcher vulnerability: doing qualitative research in sensitive fields as mental health professionals. In Handbook of Sensitive Research in the Social Sciences (pp. 265-280). Edward Elgar Publishing.
  • Binder, A., Kilian, C., Hanke, S., Banabak, M., Berkenhoff, C., Petersen, K. U., & Batra, A. (2024). Stigma and self-stigma among women within the context of the German “zero alcohol during pregnancy” recommendation: A qualitative analysis of online forums and blogs. International Journal of Drug Policy124, 104331.
  • Binder, A., Fenchel, J., Lang, I., & Batra, A. (2023). The dual role dilemma of liver transplantation health care professionals. BMC Medical Ethics24(1), 46.
  • Binder, A., Preiser, C., Hanke, S., Banabak, M., Huber, C., Petersen, K. U., & Batra, A. (2022). Researching alcohol consumption during pregnancy. Opportunities and challenges with two methods of data acquisition. Qualitative health research32(12), 1809-1827.