Informell pflegende Angehörige sind Personen, die einen pflegebedürftigen Menschen regelmäßig unterstützen, ohne dafür beruflich ausgebildet oder bezahlt zu werden. Häufig sind dies Familienangehörige wie Ehepartner, Eltern, Kinder oder Geschwister. Informell Pflegende können sich in jeder Lebensphase befinden. Neben erwachsenen Angehörigen übernehmen auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (sogenannte „Junge Pflegende“, jünger als 25 Jahre) Verantwortung für Eltern, Geschwister oder andere nahestehende Personen.
Informell Pflegende übernehmen oft Aufgaben des Alltags, zum Beispiel Hilfe bei Medikamentengabe, bei der Körperpflege, beim Anziehen, Einkaufen, Kochen oder bei Arztbesuchen. Zudem sind pflegende Angehörige häufig eine emotionale und soziale Stütze für die zu-pflegende Person. Pflegende Angehörige regulieren häufig das Familiensystem und die Interaktion mit der Gesellschaft und dem Gesundheitssystem.
Informelle Pflege umfasst die Pflege im häuslichen, vertrauten Umfeld, die Begleitung von Menschen in betreuten Wohnformen oder stationären Einrichtungen aber auch die Übernahme von Versorgungsverantwortung über räumliche Distanz.
Informelle Pflege ist grundsätzlich unabhängig von der Art der Erkrankung, der Beeinträchtigung oder einem Pflegegrad. Entscheidend ist, dass Angehörige oder andere nahestehende Personen regelmäßig Pflege-, Unterstützungs- oder Versorgungsverantwortung übernehmen. Dies kann Menschen mit psychischen Erkrankungen, Demenz, chronischen körperlichen und neurologischen Erkrankungen, Behinderungen, Krebserkrankungen oder anderen komplexen gesundheitlichen Beeinträchtigungen betreffen.