Universitätsklinikum Tübingen PULS
Arbeit in der Schmerzambulanz

Wenn Schmerzen ernst genommen werden

Jeder Schmerz ist individuell und hat Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit. In der Schmerzambulanz des Uniklinikums Tübingen gibt es fünf Pflegekräfte, die zu sogenannten Pain Nurses weitergebildet sind. Eine von ihnen ist Ibolya Eggers.
29.03.2026
Tanja Idler
3 Minuten
Ibolya Eggers, eine Pflegefachkraft in blauem Kasack, mit Brille und kurzen dunklen Haaren steht im Gespräch mit einer Patientin. Die Patientin ist nur von hinten zu sehen.
Beate Armbruster

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist Ibolya Eggers schon Pflegefachkraft – rund 13 Jahre davon auf einer hämatoonkologischen, und acht Jahre auf einer kardiologischen Station. Schmerzen gehören hier zum Alltag dazu. Gut vorbereitet auf den Umgang mit Schmerzpatientinnen und -patienten seien Pflegekräfte durch ihre Ausbildung allerdings nicht, weiß sie: „In der Ausbildung lernen Pflegefachpersonen aus allen Disziplinen eher ein Basiswissen über Schmerzen. Im Klinikalltag fehlt uns dann vieles. Hier wollte ich mich fortbilden.“

Deshalb hat sie 2020 eine Weiterbildung an der Deutschen Schmerzakademie absolviert und wechselte in das Team der Schmerzambulanz am Uniklinikum Tübingen. „Ich wollte wissen, wie ich selbst die Patientinnen und Patienten in ihren Schmerzkrisen und bei der Therapie kompetenter unterstützen und ermutigen kann“, erklärt sie. Nun möchte sie sich für einen Brückenkurs anmelden, der an ihre Schmerz-Weiterbildung anknüpft. „Hier wird Wissen aus Forschung und Praxis anhand von Fallbeispielen mit interdisziplinärem Bezug vermittelt“, erzählt Eggers.

Was zeichnet eine Pain Nurse aus?

Schmerzen verändern Menschen. Einige werden reizbar oder gar aggressiv, andere ziehen sich zurück und sind niedergeschlagen. Damit muss eine Pain Nurse umgehen können. Hilfreich seien deshalb Erfahrungen auf einer Intensivstation oder in einem Hospiz. Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft, Nervenstärke und Kommunikationsintelligenz gehören zu ihrem Handwerkszeug.

„Kommunikation ist ein wichtiger Teil des pflegerischen Schmerzmanagements. Wir ermutigen die Patientinnen und Patienten, dass sie Vertrauen in die Behandlung gewinnen und dass wir jetzt gemeinsam versuchen, den Schmerz in den Griff zu bekommen“, präzisiert Ibolya Eggers. Die Einbindung der Patientinnen und Patienten aktiviere auch deren eigene Ressourcen.

Wenn die Schmerzen dann nachließen, kehre die Lebensenergie zurück und die Heilungschancen stiegen. Dass es funktioniert, beobachtet Eggers bei ihrer täglichen Arbeit: „Es macht einen Unterschied, dass wir da sind. Das ist ein tolles Gefühl.“

Pain Nurses...
  • führen die postoperative Akutschmerzvisite durch, überwachen die Dosis der Schmerzmedikamente und passen die Schmerztherapie an,
  • unterstützen die Schmerzmediziner in der Ambulanz bei den invasiven Verfahren und führen selbstständig Therapien durch,
  • erarbeiten interne Leitlinien für den pflegerischen Umgang mit Schmerzen in den unterschiedlichen Abteilungen,
  • organisieren interne Schulungen in den Abteilungen und an der Akademie für Bildung und Personalentwicklung,
  • arbeiten im Team Hand in Hand mit den Patientinnen und Patienten, den Pflegenden, den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie den Ärztinnen und Ärzten.

Experten

Ibolya Eggers
Ibolya Eggers
Pain Nurse
Schmerzambulanz

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