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Ursachen verstehen

Was man wirklich gegen Mundgeruch tun kann

Mundgeruch ist unangenehm, für das Umfeld, aber auch für einen selbst, denn er ist oft schwer einzuschätzen. Dabei steckt dahinter meist ein konkreter medizinischer Grund. Dr. Christian Kracht von der Poliklinik für Zahnerhaltung am Universitätsklinikum Tübingen erklärt, woher Mundgeruch kommt – und was wirklich dagegen hilft.
21.09.2026
Maike Daub
4 Minuten
Ein Paar liegt morgens im Bett, er atmet noch schlafend in ihre Richtung und sie hält sich die Näse zu.
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Woher kommt Mundgeruch?

Egal wie gründlich man die Zähne putzt - manchmal bleibt der Mundgeruch hartnäckig. Denn die Ursache liegt oft nicht an den Zähnen selbst, sondern im gesamten Mundraum.

„In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle entsteht Mundgeruch in der Mundhöhle selbst“, erklärt Dr. Kracht. Verantwortlich sind in aller Regel Bakterien, die sich vor allem auf der Zunge, in Zahnzwischenräumen oder in Zahnfleischtaschen ansiedeln.

Diese Bakterien bauen Eiweißreste aus der Nahrung ab. Dabei entstehen Schwefelverbindungen – und genau die riechen unangenehm. „Die Zunge wird dabei oft unterschätzt. Sie ist für viele der Hauptort der Geruchsbildung“, so der Experte.

Kann Mundgeruch auch vom Magen kommen?

Viele Menschen glauben, Mundgeruch komme aus dem Magen. Das ist aber meist ein Irrtum.  „Nur ein kleiner Teil der Fälle hat wirklich eine Ursache außerhalb des Mundes“, sagt Dr. Kracht. Mögliche Ausnahmen sind Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, wie etwa entzündete Mandeln oder Nasennebenhöhlenentzündungen.

Auch bestimmte Stoffwechselerkrankungen oder Magenprobleme können eine Rolle spielen – sie sind aber deutlich seltener als lokale Ursachen im Mund.

Welchen Einfluss haben Lebensmittel auf den Mundgeruch?

Generell gilt: Je trockener der Mund, desto stärker der Geruch. Das Problem liegt dabei oft weniger an den Lebensmitteln selbst, sondern daran, was sie in der Mundhöhle bewirken. „Kaffee und Alkohol trocknen die Mundschleimhaut aus“, erklärt Dr. Kracht. „Dadurch wird weniger Speichel produziert.“

Und genau hier liegt das Problem: Speichel ist ein natürlicher Schutzmechanismus, erläutert er weiter. Er spült Bakterien weg, neutralisiert Säuren und sorgt dafür, dass sich weniger geruchsbildende Stoffe ansammeln. Weniger Speichel bedeutet also mehr Bakterienaktivität – und damit mehr Mundgeruch.

Einen etwas anderen Mechanismus haben Lebensmittel wie Zwiebeln und Knoblauch: Ihre Aromastoffe gelangen über den Blutkreislauf in die Lunge und werden dort ausgeatmet. Dagegen hilft dann selbst gründliches Zähneputzen nur bedingt.

Hilft ein Kaugummi gegen Mundgeruch?

Die kurze Antwort: nur vorübergehend. Kaugummis oder Mundspülungen können den Atem kurzfristig verbessern, weil sie den Geruch überdecken oder die Speichelproduktion anregen. Die eigentliche Ursache beseitigen sie jedoch nicht.

„Das Problem wird in der Regel nur kaschiert, nicht gelöst“, sagt Dr. Kracht. Gelegentlicher Mundgeruch – etwa morgens nach dem Aufwachen – ist völlig normal, betont er. Wenn der unangenehme Geruch aber dauerhaft besteht, sollte man ihn ernst nehmen und einen Zahnarzt aufsuchen. Oft steckt eine gut behandelbare Ursache dahinter.

Ursachen von Mundgeruch

Mundgeruch entsteht in aller Regel durch Bakterien im Mundraum – insbesondere im Zusammenhang mit Zungenbelägen, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis und Parodontitis), Karies oder schlechtsitzendem beziehungsweise unzureichend gereinigtem Zahnersatz. Die gute Nachricht: All diese Ursachen lassen sich in einer Zahnarztpraxis in der Regel zuverlässig diagnostizieren und behandeln.

Wie kann man Mundgeruch vorbeugen?

Wer Mundgeruch dauerhaft loswerden möchte, muss an die Ursache heran. Entscheidend ist vor allem eine gründliche Mundhygiene. Dazu gehören:  zweimal täglich die Zähne gründlich putzen und regelmäßig die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalraumbürsten reinigen, genauso wie die Zunge mit einer Zungenbürste oder einem Zungenschaber. Auch kann es schon helfen, genug zu trinken, um die Speichelbildung zu unterstützen.

„Die Kombination dieser Maßnahmen sorgt dafür, dass sich langfristig weniger geruchsbildende Bakterien ansiedeln“, sagt Dr. Christian Kracht.

Wie spricht man Mundgeruch bei anderen an?

Viele Betroffene bemerken ihren Mundgeruch selbst nicht, sind aber darauf angewiesen, dass ihr Umfeld sie diskret darauf hinweist. „Wichtig ist, die Person nicht bloßzustellen“, sagt der Experte. „Am besten spricht man es unter vier Augen an – ruhig, respektvoll und direkt.“ Wie genau das gehen kann, hat er auch in einem Video auf Instagram schon gezeigt.

Experten

Dr. Christian Kracht
Dr. Christian Kracht
Poliklinik für Zahnerhaltung