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Studie: Test and Treat 65 plus
Verhindert früher Einsatz von Hydroxychloroquin
schweren Verlauf bei Covid-19?

Start einer neuen Covid-19-Studie der Universitätsklinika Tübingen und Ulm

Start einer neuen Covid-19-Studie der Universitätsklinika Tübingen und Ulm

In der Studie soll untersucht werden, wie sich bei symptomatischen Personen ab 65 Jahre eine frühe Einnahme von Medikamenten auf den Verlauf einer Coronavirus-Infektion auswirkt. Frühe Symptome sind Husten, Schnupfen, Heiserkeit, grippales Krankheitsgefühl mit Gliederschmerzen oder Fieber. Für die Behandlung der Teilnehmenden wird das Medikament Hydroxychloroquin eingesetzt. Ziel der Studie ist es, die Ausbreitung des Virus im Körper zu verhindern, um so einen schweren Verlauf mit stationärer Aufnahme im Krankenhaus zu verhindern.

Hinweis: Aufgrund der erfreulich niedrigen Zahl an Neuinfektionen sucht das Uniklinikum derzeit nicht aktiv über die Fieberambulanz nach Studienteilnehmern. Bei Interesse an der Studie wenden Sie sich gerne an das Studienteam über das Sekretariat: Frau S. Grammer

07071 29-85415

Finanziert wird die Studie vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

An der Studie teilnehmen dürfen Personen, die

  • mindestens 65 Jahre alt sind
  • erste leichte Symptome zeigen: Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten, Schnupfen oder Fieber. Die Symptome sollten erst seit 1-2 Tagen bestehen.
  • Ein Rachenabstrich zum Nachweis von SARS-CoV2 wird über die Fieberambulanz vor Studieneinschluss abgenommen, eine Teilnahme an der Studie ist möglich, wenn dieser positiv ausfällt, d.h. wenn SARS-CoV2 nachgewiesen wird.
  • Es gibt bestimmte Vorerkrankungen, bei denen eine Behandlung mit Hydroxychloroquin nicht möglich ist. Dies werden die Studienärzte vorher mit Ihnen kontrollieren und besprechen.


Hinweis: Aufgrund der erfreulich niedrigen Zahl an Neuinfektionen sucht das Uniklinikum derzeit nicht aktiv über die Fieberambulanz nach Studienteilnehmern. Bei Interesse an der Studie wenden Sie sich gerne an das Studienteam über das Sekretariat: Frau S. Grammer 

07071 29-85415

Für die Teilnahme an der Studie nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihrem Hausarzt oder der Tübinger Fieberambulanz (Festplatz Tübingen) auf.

Wie läuft die Studie ab?

Vor Studieneinschluss werden  symptomatische Personen ab 65 Jahre mittels eines Abstrichs auf die  Infektion mit SARS-CoV-2 getestet. Bei einem positivem Befund ist ein Studieneinschluß möglich, der Teilnehmende erhält über die Studienambulanzen des Uniklinikums Tübingen oder  Ulm entweder das Medikament Hydroxychloroquin (2/3 der Patienten) oder  ein Placebo (1/3 der Patienten) – die Auswahl erfolgt zufällig und weder Patient noch Arzt weiß, wer das Medikament und wer das Placebo bekommt. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte randomisierte, doppelblinde Placebo-kontrollierte Studie.

Wie wird überprüft, ob ich an der Studie teilnehmen kann?

Die Tübinger Wissenschaftler haben für die Patientensicherheit innerhalb der Studie ein enges Sicherheitsnetz gespannt:

  • Mit jedem möglichen Studienteilnehmer wird vor einem Studieneinschluss ausführlich über seine Vorerkrankungen und seine bisherigen Medikamente gesprochen. Bei Bedarf wird der Hausarzt befragt.
  • Über eine Blutprobe werden die Leber- und Nierenwerte überprüft, ebenso wie die Herz-Enzyme.
  • Ein EKG wird gemacht.
  • Wo notwendig wird Rücksprache mit einem kardiologischen Experten gehalten.
  • Bei Einnahme bestimmter Medikamente oder dem Vorhandensein bestimmter Erkrankungen ist die Teilnahme an der Tübinger Studie grundsätzlich nicht möglich.

Hydroxychloroquin ist derzeit eines der meistdiskutierten Medikamente, wenn es um potenzielle Behandlungskandidaten gegen Covid19 geht. Das Medikament ist seit vielen Jahrzehnten bereits in erfolgreichem Einsatz gegen Malaria und rheumatologische Erkrankungen. Zudem weiß man, dass es bestimmte antivirale Eigenschaften aufweist, die vor allem in der Zellkultur - sozusagen im Reagenzglas - auch gegen SARS-CoV2 eine Wirkung gezeigt haben. Erste kleine Studien an Patientinnen und Patienten mit Covid19 haben darauf hingewiesen, dass das Medikament auch für die Erkrankung eingesetzt werden könnte, da es Anhaltspunkte gibt, dass sich die Viruslast schneller verringerte als bei unbehandelten Patientinnen und Patienten.

Durch den teilweise unkontrollierten Einsatz in anderen Ländern wissen wir, dass das Medikament falsch eingesetzt gravierende Nebenwirkungen haben kann. In Brasilien beispielsweise wurde Hydroxychloroquin in einer sehr hohen Dosierung verabreicht, zusätzlich zu weiteren Medikamenten, die das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Aus den USA wurde bekannt, dass das Medikament nach vorschnellen öffentlichen Empfehlungen teilweise ohne ärztliche Aufsicht eingenommen wurde, z.T. sogar in Darreichungsformen, die gar nicht für Menschen gedacht waren.

Bei vielen der nun zitierten Studien handelt es sich entweder um sehr kleine Fallzahlen, die wenig Aussage zulassen oder auch um retrospektive Studien mit schlecht kontrolliertem Einsatz des Medikamentes. D.h. das Medikament wurde nach ärztlicher Einschätzung manchen Patienten gegeben und anderen nicht, und im Nachhinein hat man versucht, die beiden Gruppen zu vergleichen. Dabei kann es aber geschehen, dass ernsthaft erkrankte Patienten auch eher das Medikament erhalten, und im Nachhinein mit weniger ernsthaft erkrankten Patienten verglichen werden. Sieht man dann einen schlechteren Effekt bei der Gruppe der behandelten Patienten, kann dies auch an der von vorneherein schwereren Erkrankung liegen.

Umso wichtiger ist es, klar belegbare Daten für oder gegen den Einsatz des Medikamentes zu finden: Bei der neuen, prospektiven Studie des Universitätsklinikums Tübingen werden die Daten eigens für die genauestens geplante Studie erhoben. 

Außerdem überprüfen unabhängige Beobachter (das Datenüberwachungskomittee DSMB) den Studienverlauf. In Zusammenarbeit mit dem BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) wird zudem fortlaufend sichergestellt, dass z. B. neue Erkenntnisse aus anderen Studien beachtet und umgesetzt werden. Bei solchen neuen Erkenntnissen kann es sich zum Beispiel um bisher nicht bekannte Nebenwirkungen handeln. 

Sollten andere Studien haltbare Ergebnisse zeigen, die einen Einsatz von Hydroxychloroquin nicht mehr rechtfertigen, würde die Studie am Uniklinikum sofort gestoppt werden.

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