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Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung

Volkskrankheiten: Die Herausforderung der Zukunft

In seinem neuen Rahmenprogramm Gesundheitsforschung sieht das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Gründung von sechs Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung zur Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs vor. Jedes dieser Zentren besteht aus mehreren Partnerstandorten, um besondere Expertisen zu vernetzen und Grundlagenforschung sowie klinische und translationale Forschung zum Wohle des Patienten zu bündeln. Die Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität und das Universitätsklinikum Tübingen sind Partner in vier der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Zwei, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung, wurden 2009 eingerichtet. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung und das Deutsche Konsortium für translationale Krebsforschung folgten 2011.

 

Übersicht Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung

 

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen hat das Ziel, die Ursachen und Mechanismen von neurodegenerativen Erkrankungen zu ergründen und ihre Diagnose und Behandlung zu verbessern. In Tübingen werden die Forscher sich auf die Ursachen und Auswirkungen von neurodegenerativen Erkrankungen des alternden menschlichen Gehirns konzentrieren, vor allem bei Patienten mit Parkinson und Alzheimer. Den Tübinger Partnern kommt die Zusammenarbeit mit zahlreichen Zentren der Expertise in Tübingen zugute, unter anderem mit der Abteilung für Medizinische Genetik (transgene Maus- und Rattenmodelle), dem Labor für Präklinische Molekulare Bildgebung, mehreren Arbeitsgruppen am Max -Planck-Institut für biologische Kybernetik (MRI- und PET-Bildgebung) sowie mit dem Exzellenzcluster Werner Reichardt-Centrum für Integrative Neurowissenschaften CIN.

 

Sprecher des Tübinger Standorts ist Prof. Dr. Thomas Gasser, Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Neurodegenerative Erkrankungen.

 

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Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V.

Am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD) haben sich fünf Forschungsstandorte zusammengeschlossen, um die Prävention, Behandlung und Diagnose von Diabetes mellitus voranzutreiben. Die Tübinger Partner arbeiten an folgenden Aufgaben:

 

  • Aufbau der Deutschen Prädiabetes-Interventionsstudie zur Entwicklung individualisierter Diabetes-Präventionsstrategien
  • Entwicklung und Anwendung neuer nicht-invasiver Methoden zur Beurteilung des individuellen Diabetesrisikos und zur personalisierten Diabetes-Prävention und -Therapie
  • Systematische Analyse von Blutmetaboliten zur Identifikation früher Marker des gestörten Glucosestoffwechsels und Beurteilung ihres Potentials für die klinische Diabetesvorhersage
  • Untersuchungen zur Rolle des Gehirns bei der Regulation von Appetit, Bewegung, Insulinsensitivität, Insulinsekretion und ektoper Gewebeverfettung.

 

Sprecher für das Tübinger Zentrums ist Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Ulrich Häring, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik, Abteilung Innere Medizin IV.

 

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Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Weltweit leiden zahllose Menschen nicht nur an Krankheiten wie HIV, Tuberkulose und Malaria, sondern auch zunehmend an neuen Zoonosen und der wachsenden Resistenz vieler Pathogene. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung wurde 2011 gegründet, um die Diagnose, Prävention und Behandlung von Infektionskrankheiten zu verbessern.

 

Das Comprehensive Infectious Disease Research Center Tübingen (CIDRE) ist ein Konsortium von Forschern an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universitätsklinik Tübingen und dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Die Forscher in Tübingen besitzen besondere Expertise auf dem Gebiet von Staphylokokken-Infektionen, Enzündungen und Infektionen der Schleimhäute, Malaria, chronischen viralen Infektionen, Mukoviszidose, der Entwicklung von Immuntherapien und Antiinfektiva und der Strukturbiologie von mikrobieller Virulenz. Das Ziel von CIDRE ist die Entwicklung innovativer Strategien zur Diagnose, Therapie und Prophylaxe. Die Gruppe wird daran arbeiten, neue Zielmoleküle und aktive Substanzen für Antibiotika und Impfstoffe zu identifizieren, neue Strategien zur Mobilisierung der körpereigenen Immunabwehr zu entwickeln und den individuellen Bedarf an prophylaktischen Maßnahmen im frühen Stadium zu erkennen.

 

Sprecher für den Tübinger Standort sind Prof. Dr. Ingo B. Autenrieth, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, und Prof. Dr. Peter G. Kremsner, Institut für Tropenmedizin.

 

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Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung

In Tübingen wird die Entwicklung von vielversprechenden neuen Immuntherapien und Therapeutika gegen Krebs durch funktionelle Bildgebung, Pharmakogenomik und Apoptoseforschung unterstützt. Die letzte Hürde zum klinischen Einsatz soll durch die Entwicklung und Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für innovative klinische Studien überwunden werden. Ein wichtiger Eckstein in diesen Bemühungen ist das neueröffnete GMP-Zentrum in Tübingen, das die Produktion der notwendigen Proteine, rekombinanten Antikörper sowie Zell- und Gewebepräparaten unter den vorgeschriebenen GMP-Bedingungen ermöglicht. Diese Medizinprodukte sollen nicht nur Krankenhäusern und Wissenschaftlern in Tübingen zur Verfügung gestellt werden, sondern auch den anderen Partnern im Deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung.

 

Sprecher für das Tübinger Zentrum sind Prof. Dr. Klaus Schulze-Osthoff, Interfakultäres Institut für Biochemie, und Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee, Interfakultäres Institut für Zellbiologie.

 

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