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Zentrum für Neurosensorik am Universitätsklinikum Tübingen

 

Auf Grund gestiegener Lebenserwartungen haben vor allem in den Industrieländern in der letzten Dekade neurosensorische Erkrankungen erheblich zugenommen. Zurzeit leiden 80 Millionen Europäer an diesen Erkrankungen, jeder zweite Deutsche entwickelt im Laufe seines Lebens eine Seh- oder Hörbehinderung. Die Gründe für die Zunahme dieses Erkrankungsspektrums sind komplexer Natur. Neben persönlichen Lebensgewohnheiten tragen bisher weitgehend unbekannte genetische Faktoren erheblich zu diesem Erkrankungsspektrum bei.

 

Während bei einzelnen neurosensorischen Erkrankungen in den letzten zehn Jahren signifikante Verbesserungen in Diagnose und Therapie erreicht wurden besteht bei anderen, zum Teil sehr häufigen Erkrankungen akuter Forschungs- und Entwicklungsbedarf.

Innenohr / Netzhaut
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Aspekte der Neurosensorik
Darunter fallen Erkrankungen des Sehens, wie die häufige trockene altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die diabetische Retinopathie und Erkrankungen des Innenohrs, wie Tinnitus und Schwindel. Bisher therapeutisch kaum behandelbar ist ein Spektrum von seltenen, erblich bedingten neurosensorischen Erkrankungen (z.B erbliche Netzhauterkrankungen vom Typ Retinitis pigmentosa, Zapfendystrophien, Usher syndrom und anderen syndromischen Augenerkrankungen).
 

 

In ihrer Gesamtheit, mit mehr als hunderttausend betroffenen Bundesbürgern, sind diese Erkrankungen jedoch alles andere als selten. An diesen Erkrankungen lassen sich exemplarisch wesentliche Krankheitsmechanismen erarbeiten, die bei der Entwicklung von Therapieansätzen für sehr häufige Formen von großer Bedeutung sind.

 

Auge und Ohr haben eng verwandte Funktionsweisen und nutzen gemeinsame molekulare Systemkomponenten; die Komorbidität sensorischer Erkrankungen ist dementsprechend hoch. Bei verschiedenen Erkrankungen ist eine gemeinsame genetische Grundlage für gestörte Transduktionsprozesse beider Sinnessysteme vorhanden, wobei die komplexen, sehr ähnlichen Transportvorgänge im Cilium von sensorischen Zellen in Auge und Ohr eine große Rolle spielen. Forschungsfragen bezüglich Transduktionsmechanismen oder zentraler neurosensorischer Verarbeitungsprozesse und ihrer Störungen sind in weiten Bereichen ähnlich, und es existieren auch zweckdienliche Tiermodelle, um diese Fragestellungen aufzuarbeiten.


Das Zentrum für Neurosensorik als Einrichtung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Tübingen wurde Anfang 2011 gegründet. Satzungsgemäßes Ziel dieses Zentrums ist es, "durch den Verbund der unterschiedlichen neurosensorischen Bereiche ein fundiertes Verständnis der gemeinsamen und abweichenden elementaren molekularen, physiologischen und pathophysiologischen Prozesse dieser Systeme zu gewinnen und die diagnostische und therapeutische Anwendung der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Klinik zu erleichtern und zu beschleunigen".

 





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Zentrum für Neurosensorik (ZfN) c/o Stabsstelle für Wissenschaftsmanagement
Frondsbergstraße 23
72070 Tübingen
Dr. Thomas Wheeler-Schilling
Tel. +49 7071 29-87644
Fax +49 7071 29-3774
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