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Der Professor rät: Bewegung ist entscheidend
Tübingen, 23.02.2009

Prof. Meinrad Gawaz, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin III, Kardiologie und Kreislauferkrankungen am UKT, gibt Tipps zum Verhalten nach einem Herzinfarkt.
Patienten müssen sich nach einem Herzinfarkt darüber im Klaren sein, dass sie ihr Leben umkrempeln müssen - auch dann, wenn sich der Herzmuskel weitestgehend wieder erholt hat. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung - noch vor der Frage der richtigen Ernährung. Um dabei das rechte Maß und die geeigneten Betätigungsformen zu finden, ist das Wissen um die langfristige Schädigung des Herzens nach der Heilungsphase eminent wichtig. Patienten sollten ihren behandelnden Arzt ausdrücklich danach fragen, wie groß die nachhaltige Beeinträchtigung des Herzmuskels ist, die sich anhand der Pumpleistung - auch Monate nach dem Infarkt - nachweisen lässt.
Die Medikamente, die unmittelbar nach einem Herzinfarkt eingesetzt werden, sind eine Hilfestellung, bis die Umstellungen im Lebensstil greifen. Ist die Pumpleistung des Herzens mehrere Monate nach dem Infarkt noch nicht in Ordnung, sollte dringend eine Abklärung möglicher Folgen stattfinden, weil sonst die Gefahr von Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod besteht.
Weil auch genetische Veranlagungen beim Herzinfarkt eine Rolle spielen, sollte ein Herzinfarktpatient auch seine nächsten Angehörigen wie zum Beispiel Geschwister dazu ermutigen, entsprechende Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.
