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Der Professor rät: Diagnostik ist bei Allergien entscheidend

Tübingen, 27.04.2011

 

 

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Bienen- oder Wespenstiche - für Allergiker ein tödliches Risiko. Eine Hyposensibilisierung verspricht nahezu vollständigen Schutz. Darüber und über andere Allergien spricht Prof. Tilo Biedermann, Leitender Oberarzt an der Tübinger Universitäts-Hautklinik, im Interview.

 

zur Hautklinik

 

Allergien scheinen ständig zuzunehmen. Stimmt dieser Eindruck?

Tatsächlich beobachten wir eine Zunahme allergischer Erkrankungen. Ebenso macht die Diagnostik rasche Fortschritte. Für die meisten Allergieformen haben wir heute therapeutisch wirklich etwas zu bieten, um Symptome zu beseitigen oder so zu lindern, dass Lebensqualität und Belastbarkeit bei unseren Patienten wiederhergestellt sind.

 

Mit Allergien wird aber auch Schindluder getrieben. Nicht selten werden Beschwerden einer Allergie zugeordnet, ohne dass eine ordentliche allergologische Diagnostik durchgeführt wurde. Für viele Patienten ist es sehr schwer, zwischen einer plausibel vorgetragenen Geschichte ohne Wahrheitsgehalt und fundierter Diagnostik zu unterscheiden. So kommt es, dass sehr viel mehr Menschen glauben, insbesondere an Nahrungsmittelallergien zu leiden, als tatsächlich betroffen sind. Eine Unsicherheit diesbezüglich ist auch deshalb schlimm, weil echte Nahrungsmittelallergien lebensgefährlich sein können.

Welches sind denn die häufigsten Allergien?

Besonders häufig ist der allergische Schnupfen auf Pollen beispielsweise der Bäume oder Gräser. Die häufigsten Nahrungsmittelallergien entstehen auf dem Boden einer Kreuzreaktion mit Birkenpollenallergenen. Beim Birkenpollenallergiker kann das Immunsystem auf ähnlich aufgebaute Eiweißstoffe in Äpfeln, Nüssen oder Steinobst reagieren, wenn er Kontakt mit ihnen hat. Die Schleimhaut im Mund wird dadurch gereizt, der Patient empfindet starkes Jucken und Niesreiz.

 

Ebenso häufig, aber deutlich gefährlicher, ist eine Allergie auf Bienen- oder Wespengift. Leider ist immer noch nicht ausreichend bekannt, dass hier eine Hyposensibilisierung, wie wir sie in der Hautklinik anbieten, eine fast hundertprozentige Erfolgsquote hat und Leben rettet.

Worin besteht eine gute Diagnostik?

Man muss die Krankengeschichte genau erfragen. Die bekannten Hauttests sind wichtig, geben aber nie endgültige Sicherheit. Diäten oder auch eine Provokationstestung können der weiteren Abklärung dienen. Heute lassen sich durch Laboranalysen in vielen Fällen allergische Reaktionen bis auf das einzelne Molekül zurückführen. Man kann damit ein individuelles Profil für jeden Patienten erstellen.

 

 

 






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