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Der Professor rät: Gutes Aufwärmprogramm wichtig beim Sport in der Kälte

  Tübingen, 23.11.2011

 

 

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Sport in der Kälte In der kalten Jahreszeit benötigt der Körper ebensoviel Bewegung wie im Sommer. Es gilt aber, ein paar Regeln zu beachten, damit sportliche Betätigung im Winter wirklich gesund ist. Prof. Andreas Michael Nieß von der Abteilung Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik gibt im Interview wichtige Hinweise.
 

Zur Sportmedizin

Prof. Nieß, welche Sportarten sollte man im Winter anders betreiben als im Sommer?

Zunächst kommt es darauf an, die Kälte richtig einzuschätzen. Das ist besonders bei Sportarten wichtig, die mit hoher Bewegungsgeschwindigkeit verbunden sind oder einer langen Belastungsdauer. Beispiele wären Radfahren, Inlineskating oder Langlauftraining mit einer Dauer von mehr als einer Stunde. Außer der tatsächlichen Außentemperatur spielt hier der Wind eine wichtige Rolle. So bedeutet eine Windgeschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde bei 0 Grad Celsius, dass der Wind-Chill-Effekt auf der Haut einer Kälteeinwirkung von -10 Grad Celsius entspricht. Bei den genannten und vergleichbaren Sportarten sollte auf geeignete Kleidung geachtet und die Trainingsdauer verringert werden, falls nicht eine Indoor- Alternative besteht. Für Joggen oder Walking ist das in der Regel aber nicht nötig.

 

Was sind die Hauptrisiken, wenn Sport in kalter Umgebung betrieben wird?

Unterkühlungszustände des Körpers sind in der Regel nicht zu erwarten, weil die sich bewegenden Muskeln ausreichend Wärme produzieren. Allerdings kann es zu lokalen Erfrierungen der Haut kommen, wenn deren Oberflächentemperatur auf unter 1 Grad Celsius sinkt. Deshalb gilt es, bei Bergsportarten oder sehr niedrigen Außentemperaturen die Haut komplett durch geeignete Bekleidung zu schützen. Die Sportkleidung sollte außerdem Schweiß gut nach außen transportieren, um die Feuchtigkeit auf dem Körper möglichst gering zu halten. Relativ häufig kommt es vor, dass Sporttreibende wegen des bei Kälte reduzierten Durstgefühls zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Steigerung der Atemtätigkeit bei Belastung und die vermehrte Atmung über den Mund können bei anfälligen Personen zu asthmatischen Beschwerden führen.

 

Welche Tipps geben Sie "Wintersportlern" mit auf den Weg?

Ein gutes Aufwärmprogramm ist wichtig. Werden Pausen eingelegt, sollten diese nur wenige Minuten lang sein und man sollte in Bewegung bleiben. Ski-Langlauf ist übrigens unter gesundheitlichen Aspekten eine nahezu perfekte Bewegungsform, die neben der Bein- und Rumpfmuskulatur auch den oft vernachlässigten Schultergürtel und die Arme ideal trainiert. Anfänger sollten die grundlegenden Techniken in einem Einsteiger- Kurs erlernen, wo es auch fachliche Anleitung zur Vorbeugung gegen Sturzverletzungen gibt.

 

 






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