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Der Professsor rät: Gebärmutterhalskrebs - Impfung schützt wirksam
Tübingen, 23.02.2009

Prof. Diethelm Wallwiener, Ärztlicher Direktor der Tübinger Universitäts-Frauenklinik, steht im Interview Rede und Antwort zu Patientinnenfragen zum Thema Gebärmutterhalskrebs.
Das Problem Gebärmutterhalskrebs kann mit der Impfung deutlich reduziert werden. Knapp 70 Prozent dieser Krebserkrankungen werden durch Viren hervorgerufen, gegen welche die Impfung gerichtet ist. 30 Prozent der Gebärmutterkrebserkrankungen werden allerdings durch andere Virustypen ausgelöst oder zeigen eine andere feingewebliche Diagnose auf. Auf diese Formen hat natürlich die Impfung keinen Einfluss.
Der Nutzen ist in großen Studien belegt, und die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STKO) hat bereits Ende März 2007 die Empfehlung für eine generelle Impfung aller Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren erteilt. Ich und das von mir gegründete Institut für Frauengesundheit (IFG) befürworten die Impfung in jedem Falle.
Deshalb unterstützen wir auch die Projektgruppe "Zervita", die auf Initiative von Prof. Thomas Iftner vom Institut für Virologie am UKT, gegründet wurde. Hier arbeiten Experten verschiedener Fachrichtungen, Vertreter von Fachgesellschaften, Berufsverbände und Krebsorganisationen zusammen, um über die Impfung und damit die Prävention von Gebärmutterhalskrebs vor allem junge Mädchen aufzuklären. Nicht zuletzt hat Prof. Harald zur Hausen für seine wissenschaftlichen Arbeiten dazu den Nobelpreis erhalten.
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Empfohlen wird die Impfung für junge Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren nach individueller Beratung auf der Basis der Impfzulassung. Generell existieren zwei Impfstoffe auf dem Markt. Gardasil®, das nicht nur gegen die potenziell Krebs auslösenden Virustypen 16 und 18 immunisiert, sondern auch gegen die Erreger der Feigwarzen, und Cervarix®, das ausschließlich gegen die Virustypen 16 und 18 wirkt.
In jedem Fall, da wie gesagt 30 Prozent der Krebserkrankungen nicht durch diese Virustypen hervorgerufen werden. Außerdem gilt es auch andere mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, um sie adäquat behandeln zu können.
Routinemäßig werden Zellabstriche aus dem Gebärmutterhals gemacht, die mikroskopisch nach einer speziellen Färbung der Zellen untersucht werden. Dieser so genannte Pap-Test zeigt mit großer Sicherheit Zellveränderungen und Vorstufen von Krebserkrankungen an.
In den Frühstadien kann in Abhängigkeit von Tumorstadium, adäquater Therapie und allerdings auch Aggressivität des Tumors mit einer operativen Therapie eine hundertprozentige Heilung erzielt werden. Insbesondere an der Frauenklinik Tübingen werden dazu minimal-invasive Techniken eingesetzt, die keinen Bauchschnitt erfordern. In besonderen Fällen kann sogar die Gebärmutter erhalten werden, damit noch Schwangerschaften möglich sind. Diese Form der Operation, die Trachelektomie, wird nur an ganz wenigen Zentren weltweit durchgeführt.
In fortgeschrittenen Fällen müssen dann neben operativen Techniken auch Therapieformen wie eine kombinierte Radio-Chemotherapie in Kooperation mit der Klinik für Radioonkologie durchgeführt werden. Diese Möglichkeit war auch Voraussetzung dafür, dass die Frauenklinik eines von insgesamt nur zehn bundesweit zertifizierten gynäkologischen Krebszentren ist.
