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Glaskörperersatz

 

Die Behandlung komplizierter Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen ist eine der zentralen Herausforderungen in der operativen Augenheilkunde. Im Rahmen der Standardtherapie wird der natürliche Glaskörper entfernt (Vitrektomie) und die Netzhaut mit einer temporären Tamponade stabilisiert. Trotz Fortschritten in der modernen Mikrochirurgie ist jedoch ein schicksalhafter Verlauf bis zur Erblindung nicht immer abzuwenden. Als wesentlicher limitierender Faktor für den operativen Erfolg wirken dabei Wundheilungsstörungen im Sinne der proliferativen Vitreo-retinopathie (PVR). Diese ist durch eine überschießende Zellwucherung nach Netzhaut-ablösungen oder schweren Augenverletzungen charakterisiert und bildet die Hauptursache für das Versagen der chirurgischen Behandlung. Die pharmakologische Manipulation zur Unterdrückung dieses überschießenden Wundheilungsprozesses wird seit Jahren als therapeutische Option verfolgt, ist jedoch durch die kurze Halbwertszeit und die retinale Toxizität der meisten Wirkstoffe limitiert.

 
 
Informationen zum Begriff "Vitrektomie"

(lat. Vitreous = "gläsern"; griech. ek = "heraus" und tomein = "schneiden")
Mittels der Vitrektomie wird gezielt der Glaskörper chirurgisch entfernt. Anschließend wird der leere Glaskörperraum durch eine Tamponade (Gase, Silikonöl, semifluorierte Alkane) ersetzt.

 
 

Bisherige Tamponaden, welche ihre Eigenschaften vornehmlich durch die Kombination aus Oberflächenspannung und Auftriebsvektor erzielen (Gase, Silikonöle, semifluorierte Alkane) sind aus folgenden Gründen in ihrer Wirkung limitiert: weil (1) keine vollständige Tamponade erreicht werden kann, (2) keine gleichmäßige Tamponade aller Netzhautanteile erreicht wird, und (3) PVR nicht verhindert wird. Ein alternativer Ansatz ist die Verwendung von Hydrogelen als Glaskörperersatz. Die Tamponade wird durch den Quelldruck vermittelt und kommt der tamponierenden Eigenschaft des natürlichen Glaskörpers nahe. Der menschliche Glaskörper besteht zu 98 % aus Wasser und zu 2 % aus den Makromolekülen Kollagen und Hyaluronsäure, durch deren netzwerkartige Strukturen der Glaskörper seinen gelartigen Charakter erhält.

Informationen zum Begriff "Glaskörper"

Der Glaskörper hat ein Volumen von ca. 4 ml und wiegt ungefähr 4 g bei einer Dichte von 1,0053 g/cm3. Der Refraktionsindex beträgt 1,336. Bei einer Wellenlänge zwischen 300 und 1400 nm besteht eine Lichtdurchlässigkeit von etwa 90%. Der pH-Wert im Glaskörperraum liegt zwischen 7,3-7,5. Der menschliche Glaskörper besteht zu 98 % aus Wasser und zu 2 % aus den Makromolekülen Kollagen und Hyaluronsäure.

 
 

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Der Glaskörper im menschlichen Auge.


Bild zum Vergrößern bitte anklicken.
 

Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Entwicklung und Optimierung eines neuartigen Glaskörper-äquivalentes auf Hydrogelbasis, welcher genügend Festigkeit, Stabilität, Viskosität und Quelldruck aufweist, um eine ausreichende Tamponade im Glaskörperraum zu gewähren. Neben guten Tamponade-, rheologischen und optischen Eigenschaften soll das Glaskörperäquivalent gleichzeitig als Trägermatrix zur verzögerten Medikamentenfreisetzung dienen.

 

 

Das Projektteam
 

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Peter Szurman, Prof. Dr. med.
Oberarzt, Leitung

 
 

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Martin Spitzer, PD Dr. med., FEBO
Facharzt

 
 

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Charlotte Schramm, Dr. med.
Assistenzärztin

 
 

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Kai Januschowski, Dr. med.
Assistenzarzt

 
 

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Antony William
Assistenzarzt

 
 

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Sven Schnichels, Dr. rer. nat.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

 

 
Kooperationspartner
  • Prof. Thilo Biedermann, Universitäts-Hautklinik Tübingen
  • Prof. Geis-Gerstorfer, Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie, Universität Tübingen
  • Prof. Laufer, Institut für Pharmazie, Universität Tübingen
 

 

Weitere Informationen  
Projektstand Link

 

 






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Kontakt
Universitäts-Augenklinik
Schleichstraße 12-16
72076 Tübingen
Prof. Dr. med. P. Szurman
Tel. 07071/29 8 47 61 (Pforte)
Fax 07071/29 37 30
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