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Forschungsprojekte Mammadiagnostik - Auswahl der wichtigsten Vorhaben

Interventionelle MR-Mammografie

Wenn karzinomsuspekte Brustveränderungen ausschließlich in der Magnetresonanztomografie (MRT) detektierbar sind, müssen Sie unter MR-Sicht abgeklärt werden. Dafür stehen zwei Verfahren zur Verfügung: Die MR-gestützte Herdmarkierung mittels Draht oder Metallspirale und anschließender operativer Gewebsentfernung oder alternativ die MR-gestützte Gewebeentnahme mit speziellen Biopsiesystemen (Vakuumbiopsie), die ein gezieltes Ansaugen aus dem verdächtigen Bezirk ermöglichen. Welche der beiden Methoden bezüglich Sicherheit der histopathologischen Diagnose, Patientenzufriedenheit, kosmetischem Ergebnis, Nebenwirkungsspektrum etc. besser ist, wird derzeit mittels einer über einen Zeitraum von 4,5 Jahren angelegen Studie untersucht. Hier werden Patientinnen mit auffälligen, ausschließlich MR-detektierbaren Brustveränderungen zufällig für eines der beiden Abklärungsverfahren ausgewählt und die Ergebnisse der Verfahren dann verglichen. Die Nachbeobachtungsdauer beträgt 1,5 Jahre. Studienbeginn war im November 2005.

 

Vorhersage des Therapieansprechens auf eine neoadjuvante Systemtherapie mittels MRT

Im Fall von ausgedehnteren Brustkrebserkrankungen ist oftmals die präoperative (=neoadjuvante) Systemtherapie, d. h. die Verabreichung von Chemotherapeutika oder antihormonellen Substanzen sinnvoll. Diese bewirkt durch Tumorschrumpfung eine bessere Operabilität, die Beseitigung von winzigen Streuherden z. B. im Knochen sowie die Beurteilung der individuellen Wirksamkeit der verabreichten Substanz. Wenn das Medikament keine Wirkung zeigt, sollte ein Medikamentenwechsel oder eine sofortige Operation erfolgen, um eine unnötige Operationsverzögerung und unnötige Nebenwirkungen der verabreichten Medikation zu vermeiden. Durch alleinige Tastuntersuchung sowie Mammografie und Ultraschall ist die Beurteilung des Ansprechens auf die verabreichte Systemtherapie oftmals schwierig. Die MRT kann mittels Darstellung von gut durchbluteten Brustarealen direkt vitale (=noch lebende) Tumoranteile darstellen. Daher soll eine derzeit laufende Studie die Frage klären, ob der Therapieerfolg einer neoadjuvanten Systemtherapie bereits frühzeitig (nach 1 von 8 Zyklen Chemotherapie) mittels MRT diagnostiziert werden kann, um Therapieversager so frühzeitig zu entdecken. Die Studie ist im November 2005 gestartet, voraussichtliches Studienende ist Dezember 2008.

 

Hochfeld-MR-Mammografie

Die MR-Tomografie der Brust kann heutzutage Läsionen mit einer hohen Ortsauflösung (=Schärfe) darstellen. Eine höhere Magnetfeldstärke ermöglicht es, Bilder mit einer höheren Ortsauflösung darzustellen. Eine detaillierte Darstellung von MR-tomografisch detektierten Befunden ist notwendig, um die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Veränderung abschätzen zu können. Daher soll eine derzeit laufende Studie klären, ob Brustveränderungen an einem Hochfeld-MR-Scanner (Magnetfeldstärke 3 Tesla) besser dargestellt und damit genauer diagnostiziert werden können als an einem MR-Scanner mit einer Magnetfeldstärke von 1,5 Tesla.

 

Bildbeispiel
Mammographie Brust vor ChemotherapieMRT vor Chemo*
Mammographie Brust nach ChemotherapieMRT nach Chemo*
 


MR-Tomografie der rechten Brust einer 47jährigen Patientin vor (links) und nach (rechts) einer neoadjuvanten Chemotherapie. Die hellen Areale zeigen noch vitale Tumoranteile.

 

*Für eine Großansicht klicken Sie bitte auf das jeweilige Bild.

 









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