Ihr Ausdruck wurde in der folgenden Navigationsebene erstellt:



MR- und CT-Kolonographie
Die Virtuelle Koloskopie oder Darmspiegelung (auch Kolonographie genannt) ermöglicht es auch ohne die Einführung eines Koloskops in den Enddarm den gesamten Dickdarm inklusive des Enddarms und des Übergangsbereiches zum Dünndarm zu untersuchen. In aller Regel werden diese Untersuchungen ambulant durchgeführt.
Prinzipiell ist diese Methode geeignet um im Rahmen der Vorsorge eine Tumorerkrankung oder deren Vorstufen -sogenannte Polypen- zu erkennen. Sollten solche Polypen entdeckt werden kann eine Abtragung häufig noch am gleichen Tag durch die Abteilung für Gastroenterologie (Prof. Gregor) erfolgen. Hierzu ist dann jedoch der Einsatz der Dickdarmspiegelung mittels eines Koloskops notwendig. Sollten keine Polypen oder bereits "echte" Tumore entdeckt werden -was die überwiegenden Mehrzahl aller Fälle betrifft- so kann der Patient direkt im Anschluss an die Untersuchung die Klinik verlassen. Eine weitere Kontrolluntersuchung richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil (z. B. Dickdarmtumoren in der Familie, bestimmte Vorerkrankungen des Magendarmtraktes) oder nach zwischenzeitlich neu aufgetretenen Veränderungen (z. B. verstecktes Blut im Stuhl, Gewichtsabnahme, Tumormarkeranstieg) und sollte längstens im 5-Jahresintervall erfolgen.
Die virtuelle Koloskopie ist auch hervorragend geeignet um bei bereits fehlgeschlagenen konventionellen Versuchen der Darmspiegelung (z. B. bei Verwachsungen aufgrund von Voroperationen, verschlungenem Dickdarm, Verletzung des Darms durch das Koloskop) eine Untersuchung und Beurteilung des Dickdarmes durchzuführen oder eine abgebrochene Untersuchung zu komplettieren.
Prinzipiell wird die virtuelle Koloskopie entweder in einem Computertomographen (CT) oder einem Kernspintomographen (MRT) durchgeführt.
Die weit häufiger eingesetzte Methode stellt die Computertomographie dar, da hierbei die gesamte Untersuchungsdauer inklusive der Vorbereitung nur ca. 10 Minuten beträgt. Hierzu muß der Patient nüchtern und der Darm durch ein Abfürmaßnahme gereinigt worden sein. Jeder Hausarzt oder Gastroenterologe kann die zur Darmreinigung notwendigen Präparate verschreiben, diese unterscheiden sich nicht von den Abführpräparaten welche zur konventionellen Darmspiegelung verwandt werden. Ein aktuelles Blutbild in welchem die Schilddrüsenwerte und der für die Funktion der Niere wichtige Kreatininspiegel angegeben werden ist ebenfalls notwendig. Die Untersuchung findet in Rücken- und in Bauchlage statt und dauert ca. 20 Sekunden. Vor dem Beginn wird ein intravenöser Zugang gelegt über welchen Buscopan® (zur Entkrampfung des Darms) und CT- Kontrastmittel (eine Jod- haltige Substanz welche einen sehr guten Kontrast der einzelnen Gewebsarten bewirkt und helfen kann gesundes von krankem Gewebe zu unterscheiden) verabreicht werden. Über einen ca. 10 cm langen Schlauch, welcher in den After eingeführt wird, wird Luft in den Darm eingeblasen um so eine Entfaltung des Dickdarms zu bewirken.
An Risiken und Nebenwirkungen sind zum einen die im Falle jüngerer Patienten (<50 Jahre) nicht unerhebliche Strahlenbelastung (ca. 8 mSv, entspricht ca. 3 Röntgenaufnahmen des Beckens) und eine eventuelle Unverträglichkeit des Kontrastmittels zu nennen welche im schlimmsten jedoch, extrem seltenen Fall zu einem allergischen Schock führen kann.
Prinzipiell ist die CT- Koskopie in der Lage selbst kleinste Veränderungen des Dickdarms zu entdecken und unterscheidet sich in ihrer Genauigkeit nicht von der konventionellen Darmspiegelung. Insgesamt stellt diese Methode das Mittel der Wahl beim älteren Patienten dar, welcher im Rahmen der Vorsorge oder nach Auffälligkeiten des unteren Darmtraktes eine Abklärung hinsichtlich tumoröser Veränderungen wünscht. Darüber hinaus gestattet die Methode auch die Beurteilung anderer Organsysteme wie z. B. der Leber, der Nieren oder der Milz und erlaubt hier zumindest die Aussage ob diese Organe gesund sind oder mittels anderer Untersuchungstechniken genauer abgeklärt werden sollten.
Die MRT- Koloskopie sollte aufgrund ihrer längeren zeitlichen Dauer (ca. 1 Stunde) und ihrer aufwändigeren Untersuchungstechnik bei jedoch nicht vorhandener Strahlenbelastung jüngeren Patienten (<45 Jahre) vorbehalten bleiben. Auch hier muß der Patient nüchtern und abgeführt in Rücken- und Bauchlage untersucht werden. Ein Kontrastmittel wird genauso wie Buscopan® über einen intravenösen Zugang verabreicht. Statt mit Luft kann der Darm hierbei auch mit Wasser befüllt werden. Die Genauigkeit der Untersuchung entspricht in etwa derjenigen der CT, jedoch ist eine Beurteilung der übrigen Organsysteme des Bauchs nicht möglich.
In beiden Fällen erfolgt die Auswertung der Untersuchung an einer Hochleistungs- Workstation noch am selben Tag, so daß am Folgetag das Ergebnis verschickt werden kann.
Bezüglich der Kostenübernahme sollte im Falle eines gesetzlich versicherten Patienten unbedingt vorher die Übernahme mit der entsprechenden Krankenkasse durch den Patienten abgeklärt werden. Bei bereits erfolglos verlaufener konventioneller Darmspiegelung werden in der Regel die Kosten für die virtuelle Koloskopie von der Kasse getragen. Auch erhöhte Risiken im Falle der Durchführung einer konventionellen Koloskopie (z. B. Verwachsungen nach vorausgegangener Operation) führen im Normalfall zu einer Übernahme der Kosten. Bei Privatversicherten werden die Kosten in aller Regel in jedem fall durch die jeweilige Privatversicherung übernommen.
Zur vergrößerten Ansicht klicken Sie bitte auf das Bild:




