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Erster Ganzkörper-MR-PET in Baden-Württemberg geht am Uniklinikum Tübingen in Betrieb

Neuartige Bildgebungsmethode für Krebspatienten

25.02.2011

Der Ganzkörper-Magnetresonanz-Positronen-Emissions-Tomograph (Ganzkörper-MR-PET) am Universitätsklinikum Tübingen ist weltweit das zweite Gerät dieser Art und das erste in Baden-Württemberg.


PET/MRT Anlieferung in Tübingen per Kran

Am 25. Februar 2011 um 9.30 Uhr wurde der neue, 9,5 Tonnen schwere Ganzkörper-PET-MRT mit einem Kran durch das Dach des Klinikums transportiert und in den Räumen der Radiologischen Diagnostik aufgestellt. In ca. zwei Wochen werden die ersten Untersuchungen im Rahmen von klinischen Studien durchgeführt werden können, so die Experten.
 

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Zwei in einem: Der Ganzkörper-PET-MRT kombiniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Magnetresonanztomographie (MRT) in einem Gerät und stellt eine technische Höchstleistung dar. Für Patienten bedeutet dies künftig eine deutliche Reduktion sowohl der Untersuchungszeit als auch der Untersuchungsbelastung, da die verwendete Strahlung erheblich reduziert ist. Bösartige Tumorherde oder Metastasen können mit dieser Technologie frühzeitiger entdeckt, eindeutiger charakterisiert und ihre Lage zu den Organen sicherer zugeordnet werden.


2009 erhielt das Tübinger Universitätsklinikum in einem bundesweiten Wettbewerb über 6 Mio Euro für die neuartige Technologie zur Krebs-Diagnostik und -Forschung.

MR-PET Technologie - einfach erklärt

Schon immer war es für den behandelnden Arzt wichtig, in den Körper seines Patienten hineinzublicken. War dies in vergangenen Jahrhunderten nur möglich, wenn der Chirurg den Körper eröffnete, änderte sich dies mit dem ersten Röntgenbild gravierend. Seit 1895 kann man mit Röntgenaufnahmen in den Körper blicken, ohne ihn dabei verletzen zu müssen.


Die aus dem Röntgen entwickelte Computertomographie (CT), die wir heute kennen, hat dieses Verfahren dahingehend verfeinert, daß sich eine heutige Computertomographie aus zahlreichen Röntgenschichtbildern zusammensetzen lässt. 1976 erhielt das Tübinger Uniklinikum einen der ersten Computertomographen, damals ein Meilenstein in der bildgebenden Diagnostik.


Eine weitere Technik, die Kernspin- oder Magnetresonanztomographie (MRT) wurde ebenfalls in den 70er Jahren entwickelt. Das Verfahren kommt ohne Röntgenstrahlen aus und basiert - vereinfacht gesagt - auf dem Verhalten der Wasserstoffatome in einem sehr starken Magnetfeld. Tübingen erhielt bereits 1984 eines der ersten Geräte und 2003 wurde einer der weltweit ersten Ganzkörper-MR-Tomographen am Uniklinikum aufgestellt. Die Untersuchung in modernen MR-Tomographen ist heutzutage - je nach untersuchtem Organ - sehr viel schneller als früher. Mit der Methode lassen sich vor allem viele Organe und Weichteilgewebe im Körper sehr gut darstellen und Details, z.B. des Gehirns, des Rückenmarks oder der Gelenke sind damit am besten zu erkennen. Durch schnelle Aufnahmeverfahren können sogar Organe in Bewegung dargestellt werden, wie beispielsweise ein schlagendes Herz.


Im MRT lassen sich Krebsgeschwülste sehr genau nachweisen, aber es stellte sich die Frage nach der biologischen Aktivität der gefundenen Tumore. Man möchte sehen, wo sich der Stoffwechsel auf Grund eines Tumors verändert oder ob sich die Stoffwechselaktivität während einer Chemotherapie im Tumor zurückbildet, ohne dass dies bereits in der Struktur des Tumors zu erkennen ist. Hierzu wurde die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) entwickelt. Der Patient erhält dabei ein schwach radioaktiv markiertes Mittel; bei vielen Krebserkrankungen ist es beispielsweise ein radioaktiv markierter Zucker. Über die Verteilung dieser - je nach Untersuchung unterschiedlichen - Substanzen im Körper können speziell diejenigen Stellen sichtbar gemacht werden, die über einen besonders aktiven Stoffwechsel verfügen, wie z.B. ein Entzündungsherd oder ein bösartiger Tumor. Je nachdem, wie sich der Tumor feingeweblich zusammensetzt, können auch sehr kleine Tumoren erkannt und zugeordnet werden. Mit der Gründung eines PET-Zentrums 1993 wurde auch dieses Diagnoseverfahren den Patienten am Uniklinikum sehr zeitig zur Verfügung gestellt.

Zwei in einem!

Beide Verfahren, MRT und PET, ermöglichen heute Einsichten, von denen die Medizin vor einigen Jahrzehnten nur träumen konnte. Da war es naheliegend, die Vorteile beider Verfahren, die gute anatomische Darstellung der MRT und die sensitive Darstellung der Stoffwechselaktivität von Geweben mit der PET, in EINEM Gerät zu bündeln. Durch die kombinierte MR/PET Technologie lassen sich verschiedene krebsrelevante Diagnosen früher und genauer stellen.


Die technische Lösung ist anspruchsvoll: Das MRT, das mit hohen Magnetfeldern arbeitet, musste störungsfrei mit der PET-Technologie kombiniert werden. An dieser technischen Entwicklung hat die Radiologische Klinik am UKT stark mitgearbeitet.


Das heute (25.2.2011) aufgestellte Ganzkörper-MR-PET der Firma Siemens am Uniklinikum Tübingen kombiniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit der Magnetresonanztomographie (MRT) in einem Gerät. Prof. Dr. Claus Claussen, Ärztlicher Direktor der Radiologischen Klinik des Tübinger Universitätsklinikums, der maßgeblich an der Entwicklung mitgearbeitet hat: "Damit können wir in einem einzigen Untersuchungsschritt sowohl die Struktur als auch gleichzeitig die Funktion von krankhaft veränderten Geweben im gesamten Körper darstellen - ein wichtiger Meilenstein für die radiologische Bildgebung."


 

Ansprechpartner für nähere Informationen
Universitätsklinikum Tübingen
Department für Radiologie
Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Prof. Dr. Claus D. Claussen
Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 20 87, Fax 07071/29-58 45

Fotos und Videomaterial zum Biograph mMR
finden Sie auf den Presseseiten der Fa. Siemens: http://www.siemens.com/press/de/events/healthcare/2010-11-biograph-mmr.php







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