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Programm "Bildgebung und Tumor-Diagnostik"
Neue Methoden der Bildgebung und Molekulardiagnostik haben in der Vergangenheit zu einer deutlich verbesserten Diagnostik von Tumorerkrankungen geführt. Unter dem Dach der Radiologischen Klinik wurden in den letzten Jahren bahnbrechende Entwicklungen in der multimodalen Bildgebung erzielt, die nun zwei Diagnosemethoden in einer Messung vereinen und eine präzisere Diagnose und gezieltere Therapieplanung ermöglichen: die simultane MR/PET-Technik. Die Magnetresonanztomographie (MRT) kommt ohne Röntgenstrahlung aus und nutzt das Verhalten von Wasserstoffatomen in einem sehr starken Magnetfeld. Organe und Weichteilgewebe lassen sich dadurch sehr gut darstellen, Details des Gehirns, des Rückenmarks wie auch Tumoren werden deutlich sichtbar. Die Positronen-Emmissions-Tomographie (PET) nutzt schwach radioaktive Substanzen, die dem Patienten gespritzt werden und kurzfristig Teil seiner Körperprozesse werden. Über die Verteilung dieser Substanzen im Körper können speziell diejenigen Stellen sichtbar gemacht werden, die über einen besonders aktiven Stoffwechsel verfügen wie z.B. ein bösartiger Tumor.
Bereits 2008 konnte in Tübingen der weltweit erste MR/PET-Kopfscanner für Untersuchungen von Gehirntumoren klinisch erprobt werden. Als Weltneuheit der modernen Hybrid-Bildgebung wurde im Februar 2011 ein Ganzkörper-MR/PET-Gerät installiert. Hiermit ist es nun möglich, völlig neue Einblicke zu erhalten. So kann nachgewiesen werden, wo sich der Stoffwechsel auf Grund eines Tumors verändert oder ob sich die Stoffwechselaktivität während einer Chemotherapie im Tumor normalisiert. Diese Entwicklung der molekularen Bildgebung erlaubt nicht nur eine effektivere Diagnostik, sondern ermöglicht auch eine verbesserte individualisierte Therapiegestaltung.
Ergänzt wird die Forschung im Bereich der Bildgebung durch neue Techniken in der Radioonkologie, die im Tübinger Zentrum für Hochpräzisions-Strahlentherapie entwickelt werden. Mit Hilfe moderner Navigationsmethoden werden neue Ansätze für die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und die bildgesteuerte Strahlentherapie (IGTR) erforscht, durch die eine Bestrahlung deutlich präziser und schonender erfolgen kann.
Neben der Bildgebung und Radioonkologie widmet sich das Programm auch Proteom- und Genomanalysen, durch welche diagnostische Marker und Gensignaturen identifiziert werden sollen. Mit Hilfe der Genomsequenzierung werden am neuen Zentrum für angewandte Genomforschung Tübingen auch patientenspezifische Mutationen in Tumoren entschlüsselt, um mutationsspezifische Peptidvakzinierungen im Rahmen der Immuntherapie durchzuführen.
Seit 2009 wird die wissenschaftliche Ausbildung in der Bildgebung mit Mitteln der Werner Siemens-Stiftung durch ein eigenes "Graduiertenkolleg für Präklinische und Molekulare Bildgebung" gefördert. Hierdurch wird den hohen interdisziplinären Anforderungen der Molekularen Bildgebung in den Fächern Biochemie, Biologie, Informatik, Physik und Medizin durch ein maßgeschneidertes Ausbildungsprogramm Rechnung getragen.
| Beteiligte Arbeitsgruppen |
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| Prof. C. Claussen, Prof. B. Pichler, Prof. M. Bamberg, Prof. O. Rieß, Dr. M. Bleif, Dr. M. Bonin, Prof. B. Macek |
Letzte Änderung: 08.03.2012



