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Programm "Pharmakogenomik und Prävention"
Die Pharmakogenomik befasst sich mit dem Einfluss der Erbanlagen (Genotyp) auf die Wirkung von Arzneimitteln. Mit Hilfe der Pharmakogenomik wird unter anderem eine individualisierte Arzneimitteltherapie ("personalisierte Medizin") angestrebt, bei der Patienten das für ihren Genotyp maßgeschneiderte Medikament in der wirksamen Dosierung erhalten sollen. Am Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut und Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie werden pharmakogenomische Untersuchungen an Krebspatienten mit modernen genomischen, epigenetischen und metabolischen Methoden durchgeführt. Forschungsschwerpunkt sind nukleäre Rezeptoren und Transportproteine.
Um seine Wirkung zu entfalten, muss Tamoxifen in den aktiven Wirkstoff umgewandelt werden. Dabei spielt das Enzym Cytochrom P450 CYP2D6 eine Schlüsselrolle. Dieses Enzym hat eine hohe genetische Variabilität (Polymorphismus), die dafür verantwortlich ist, dass Tamoxifen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark oder gar nicht umgewandelt wird. Die Kenntnis der CYP2D6-Varianten in einzelnen Patientinnen gibt den Hinweis darauf, wie effektiv Tamoxifen wirkt und liefert einen Anhaltspunkt für die Wahl eventueller Ko-Medikationen. Da Tamoxifen auch heute noch weltweit am häufigsten zur endokrinen Behandlung des Mammakarzinoms eingesetzt wird, ist die Vorhersage des Tamoxifen-Behandlungserfolgs von großer Bedeutung.
Neben der Wirkung von Arzneimitteln werden auch Krebsrisikofaktoren, Suszeptibilitätsgene und prognostische Marker für Brustkrebs und andere Tumorerkrankungen identifiziert. Dies geschieht in großen Patientenkohorten durch genomweite Assoziationsstudien.

In ähnlicher Weise fungiert das Tübinger Institut für Frauengesundheit nicht nur als Ratgeber für gynäkologische Erkrankungen, sondern versucht auch, Forschungsprojekte zu gynäkologischen Tumorerkrankungen anzustoßen und deren Gesundheitsvorsorge zu verbessern. Auch sollen in Zusammenarbeit mit den Tübinger Diabetologen Lebensstilfaktoren (z.B. Ernährung, Sport) identifiziert werden, die das Krebsrisiko oder den Krankheitsverlauf beeinflussen. Die Identifizierung von Suszeptibilitätsgenen und Genvarianten, welche mit dem Erkrankungsrisiko oder dem Therapieansprechen assoziiert sind, ist bedeutsam für das Verständnis der Tumorerkrankung, die Diagnose sowie die Entwicklung von präventiven und therapeutischen Strategien.
| Beteiligte Arbeitsgruppen |
|---|
| Prof. M. Schwab, Prof. H. Brauch, Prof. H.U. Häring, Prof. T. Iftner, Prof. C. Garbe, Prof. A. Fritsche, Prof. O. Kohlbacher, Prof. D. Wallwiener |
Letzte Änderung: 08.03.2012

