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Wapusk – Im Reich der weißen Bären. Fotografien von Dirk Bassler in der Tübinger Neonatologie

KUNST UND KULTUR IM KLINIKUM

30.11.2011

Am Donnerstag, 1. Dezember, um 20 Uhr wird die Ausstellung "Wapusk - Im Reich der weißen Bären" in der Tübinger Frauenklinik, Calwerstr. 7 eröffnet. Die Fotografien von Dirk Bassler sind bis 1. März 2012 täglich von 9 bis 18 Uhr auf Ebene 3 (Neonatologie) zu sehen. Dazu sind alle Interessierten herzlich willkommen.

 

Wapusk - Im Reich der weißen Bären (Text von Dirk Bassler)

Vier Tage sind vergangen, seit ich mich am 18. Februar 2011 am Freiburger Bahnhof von meiner Frau verabschiedet habe und allein in den Zug zum Frankfurter Flughafen gestiegen bin. Von dort ging es weiter über Toronto nach Winnipeg, gefolgt von einer Zugfahrt in die Arktis. Tausendsiebenhundert Kilometer auf den nördlichsten Gleisen Kanadas, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h, anfangs noch vorbei an Wäldern und kleinen Dörfern, die im Verlauf der 2-tägigen Fahrt immer spärlicher wurden, um dann einer riesigen Wüste aus Eis und Schnee zu weichen, auf der der Polarwind seine Spuren hinterlassen hat und über der in der Nacht die Nordlichter tanzen. Mein Ziel ist der Wapusk- Nationalpark am Rande der

kanadischen Husdon Bay.

 

Wapusk ist das Wort der hier lebenden Cree Indianer für "weißer Bär" und tatsächlich habe ich diese Reise angetreten um die durch die Klimaveränderung gefährdeten Eisbären, die größten Landraubtiere der Erde, in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und zu fotografieren. Dabei haben es mir besonders die neugeborenen Eisbären angetan, die hier im Wapusk-Nationalpark jedes Jahr im Januar in tief in den Schnee eingegrabenen Geburtshöhlen auf die Welt kommen und die diese Höhlen erstmals Ende Februar verlassen. Diese Momente, in denen die kleinen

Bären, meist Zwillinge, zum ersten Mal in ihrem Leben das Licht der Welt erblicken möchte ich miterleben und mit der Kamera festhalten. Begleitet werde ich bei meiner Expedition von einer bunten Mischung aus professionellen Tierfotografen und Filmteams, sowie einer internationalen Schar von Spinnern wie ich, deren lang gehegter Traum darin besteht, bei klirrender Kälte stundenlang regungslos vor Schneehöhlen hinter Stativen auszuharren, die mit Kameras bestückt sind, deren Objektive beinahe einen halben Meter messen. Wir alle wären in dieser

menschenfeindlichen Umgebung innerhalb von kürzester Zeit verloren, wären da nicht Mike und Morris, zwei einheimische Cree Indianer, die hier eine einfache Lodge betreiben, von der wir die Suche nach den Bären antreten. Meist bewegen wir uns dabei auf dem meterdicken Eis eines zugefrorenen Sees und suchen die Uferböschung nach Spuren der Bären ab. Sobald Morris auf seinem schnellen Schneemobil, mit einem Gewehr bewaffnet und Experte in der Fährtensuche, eine Bärenfamilie entdeckt hat, gibt er uns über Funk Bescheid und wir folgen in unseren langsameren Raupenfahrzeugen.

 

Zehn Tage dauerte mein Aufenthalt in der Watchee-Lodge. An einem Tag konnten wir wegen Schneesturms die Hütte nicht verlassen, an allen anderen Tagen haben wir uns auf die Suche nach Bären gemacht. Darunter waren Tage, an denen wir 9 Stunden ohne einen Bären zu Gesicht zu bekommen bei -50°C und eisigem Wind vor den Höhlen ausharrten. Es gab aber auch Tage, an denen hatten wir schon nach kurzer Zeit Glück und konnten eine Bärenmutter mit ihren Zwillingen stundenlang im Sonnenlicht beobachten. Während meines gesamten Aufenthaltes im Wapusk-Nationalpark war ich von großer Dankbarkeit erfüllt, solch privilegierte Momente erleben zu dürfen. Gleichzeitig war ich tief bewegt, von der Geduld der Eisbärenmütter, die trotz einer seit einem halben Jahr andauernden Fastenperiode liebevoll ihren Nachwuchs umsorgten und von der Entdeckungslust und dem Spieltrieb der kleinen Eisbären. Von diesen Momenten zeugen die Aufnahmen dieser Ausstellung.

 

 
 

 

 

Ansprechpartner für nähere Informationen:

 

Universitätsklinikum Tübingen

Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Abt. Neonatologie

Dr. Wolfgang Buchenau

Calwerstr. 7, 72076 Tübingen

Tel. 0 70 71 / 29-8 47 39 oder 8-22 11

 






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