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Pressemitteilung des Universitätsklinikums Tübingen vom 08.12.2000
Untersuchung soll verbesserte Vorsorgeuntersuchung unter gleichzeitiger Senkung der Gesamtkosten möglich machen
EU-Studie zur Gebärmutterhalskrebs-FrüherkennungAb 1. Januar 2001 beginnt in der "Forschungssektion Experimentelle Virologie" des Institutes für Medizinische Virologie und Epidemiologie des Universitätsklinikums Tübingen die europaweite Studie "Entwicklung mathematischer Modelle für neue HPV-gestützte Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsprogramme zur Beurteilung von klinischem Nutzen und Kosteneffektivität". Die Studie wird mit dem Ziel durchgeführt, die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung in Europa zu verbessern. Durch Anwendung neuartiger Technologien und unter Be-rücksichtigung der viralen Grunderkrankung mit humanen Papillomviren (HPV) sollen kosteneffiziente Vorsorgeprogramme für Gebärmutterhalskrebs entwickelt werden. Auftraggeber der Studie ist die Europäische Kommission. In bisherigen Studien konnte durch den Einsatz eines kombinierten Vorsorgesystems eine hohe Sensitivität für die Entdeckung von behandlungsbedürftigen Vorstufen des Gebärmutterhalskarzinoms festgestellt werden. Hierbei wurde der übliche, (z.B. bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen) zytologische (PAP)-Abstrich mit einem zusätzlichen Nachweis von bestimmten humanen Papillomviren kombiniert. Diese Vi-ren stellen ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von hochgradigen Präkanzerosen und Gebärmutterhalskrebs dar. Diese Erkenntnis konnte in den bisher in Europa laufenden Studien mit 35.000 Frauen gewonnen werden. Nun soll in großangelegten Nachfolge-Untersuchungen der prognostische Aussage-wert eines HPV/PAP-negativen Befundes über einen Zeitraum von 5 Jahren für das kombinierte Testverfahren aus PAP-Abstrich und HPV-Nachweis ermittelt werden. Hierfür werden die Patientinnen aus den 7 laufenden Studien in 6 europäischen Län-dern (Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Schweden und Spanien) mit Hilfe des kombinierten Vorsorgesystems und der Kolposkopie (Gebärmutterhals-Mikroskopie) nachuntersucht. Frauen, die entweder HPV-positiv und/oder zytolo-gisch auffällig sind, sowie eine zusätzliche Kontrollgruppe (Frauen ohne auffälligen Befund) werden in spezialisierten Kolposkopiekliniken auf das Vorliegen einer Ge-bärmutterhalserkrankung überprüft. Wenn sich ein hoher prognostischer Aussagewert der kombinierten Testung über ei-nen Zeitraum von fünf Jahren ergibt, besteht die Möglichkeit, die aktuellen Untersu-chungsintervalle von derzeit einem Jahr auf 3 bis 5 Jahre zu verlängern. Somit könnte durch den zusätzlichen Test auf HPV eine verbesserte Vorsorgeuntersuchung unter gleichzeitiger Senkung der Gesamtkosten möglich werden. Im Rahmen des EU-Projektes sollen in den hierfür zu erstellenden mathematischen Modellen zur Beurteilung des klinischen Nutzens auch sämtliche direkten und indirek-ten Kosten des bestehenden und von weiteren möglichen Früherkennungsprogrammen für Gebärmutterhalskrebs erfasst werden. Die Untersuchungsergebnisse werden zur Entwicklung kostensenkender, Länder- und EU-spezifischer Vorsorgeprogramme für Gebärmutterhalskrebs verwendet und sollen im Zuge der europäischen Harmonisie-rung der Etablierung eines ganzheitlichen europäischen Vorsorgesystems Vorschub leisten. Ansprechpartner für nähere Informationen: Universitätsklinikum Tübingen Institut für Medizinische Virologie und Epidemiologie Forschungssektion Experimentelle Virologie Prof. Dr. rer. nat. Thomas Iftner Tel. 0 70 71 / 29-8 02 46, Fax 0 70 71 / 29-54 19
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Tübingen
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