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Können cholesterinsenkende Medikamente das Risiko für Alzheimer senken?

Uniklinikum Tübingen beginnt Studie - Patienten für Teilnahme gesucht

28.12.2000

Am Tübinger Uniklinikum beginnt derzeit eine Studie ** mit dem Ziel, nachzuweisen, ob sich mit cholesterinsenkenden Medikamenten das Risiko für die Alzheimer-Krankheit senken lässt. Das Kennzeichen dieser Erkrankung sind Ablagerungen eines bestimmten Eiweißes (sogenanntes Amyloid) im Gehirngewebe. Diese Ablagerungen führen dazu, dass Gehirnzellen zu Grunde gehen und somit nicht mehr ihrer normalen Tätigkeit nachgehen können. Privatdozent Dr. Jörg B. Schulz, Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen und Leiter der Studie: "Bei schleichendem Erkrankungsbeginn treten nach und nach Gedächtnisstörungen, Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, ein vermindertes Denk- und Urteilsvermögen sowie eine Beeinflussung der Persönlichkeit auf". Wissenschaftler haben kürzlich in der Zellkultur und in Tierversuchen festgestellt, dass durch Senkung des Cholesteringehalts deutlich weniger Eiweiß abgelagert wird. In einer Studie soll jetzt untersucht werden, ob bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit durch Behandlung mit dem cholesterinsenkenden Medikament Simvastatin die Produktion von Vorstufen dieser Eiweiße vermindert werden kann. Möglicherweise ließe sich dadurch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Bisherige Untersuchungen zeigen, dass Patienten, die wegen hoher Cholesterinwerte mit cholesterinsenkenden Medikamenten behandelt wurden, deutlich weniger häufig eine Alzheimer-Krankheit entwickelten als solche, die mit anderen Medikamenten behandelt wurden. Die Universitätsklinik sucht für diese Studie Patienten mit einer milden bis moderaten Form der Krankheit. Diese werden zu der Studie eingeladen und mit dem cholesterinsenkenden Medikament Simvastatin behandelt. Die Behandlung mit Simvastatin wird in der Regel gut vertragen. Simvastatin ist bereits seit einigen Jahren als Medikament zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte zugelassen. Die Studie wird 28 Wochen dauern. Dabei dient die Hälfte der Patienten als Kontrollgruppe und wird für 24 Wochen mit Plazebo, also einem wirkungslosen Medikament behandelt. Die andere Hälfte erhält Simvastatin. Die Zuteilung erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Weder die behandelnden Ärzte noch die Patienten werden vor Beendigung der Studie darüber informiert, ob es sich bei dem verabreichten Medikament um Plazebo oder Simvastatin handelt. Vier Wochen nach Beendigung der medikamentösen Behandlung erfolgt eine Abschlussuntersuchung. Das Medikament Simvastatin und das Plazebo-Präparat werden als Tablette zum Abendessen eingenommen. Während der Studie erfolgen regelmäßige Blutentnahmen und 2-3 Nervenwasserpunktionen. Diese Untersuchungen sind notwendig, um die Wirksamkeit des Medikaments zu belegen. Nervenwasserpunktionen können ambulant durchgeführt werden und werden in der Regel als wenig belastend empfunden. Die Ärzte und Wissenschaftler der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen erhoffen sich durch die Studie Erkenntnisse zu einer Therapie, die zur verminderten Produktion des krankmachenden Eiweißes führt und somit unter Umständen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt. Interessenten und niedergelassene Ärzte können sich gern vorab informieren: Als Ansprechpartner stehen Ihnen in der Neurologischen Uniklinik Herr Dr. Mika Simons (0 70 71/29-8 21 41), in der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Herr Dr. Aslani (0171/33 98 672) zur Verfügung. ** Der Einfluss einer cholesterinsenkenden Therapie auf die Produktion von Aß-Amyloid im Liquor von Patienten mit krankhaft fortschreitendem Hirnleistungsdefizit; Leitung der Studie PD Dr. Jörg B. Schulz, Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen Ansprechpartner für nähere Information Universitätsklinikum Tübingen, Neurologische Klinik PD Dr. med. Jörg B. Schulz Tel. 0 70 71/29-8 04 02, -8 21 41, Fax 0 70 71/29-52 60 e-mail:





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