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Uni Greifswald ehrt großen Kinderarzt

(aus Ostsee-Zeitung vom 23.11.2004)

26.11.2004

Greifswald / Tübingen 26. November 2004 Am Freitag, 26.11.2004, verleiht die Medizinische Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Professor Dietrich Niethammer die Ehrendoktorwürde. Den Beschluss hatte vor knapp einem Jahr die seinerzeitige Fakultät unter Dekan Professor Reiner Biffar gefasst. *Als der Dekan der Theologischen Fakultät, Professor Michael Herbst, davon erfuhr, hat er unseren Schritt sehr begrüßt", erzählt Professor Heyo Kroemer, der jetzige Dekan der Mediziner. *Denn Dietrich Niethammer hat sich außerordentlich viel mit ethischen Fragen befasst. Darum wird es in seinem Festvortrag anlässlich des Akademischen Festaktes im Dom ab 15 Uhr am 26. November um das Thema ,Wenn Kinder und Jugendliche sterben müssen' gehen." Die Laudatio hält Professor Heyo Kroemer. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Universitätschor. Vor der Verleihung der Ehrendoktorwürde werden Promotions- und Habilitationsurkunden der Medizinischen Fakultät übergeben sowie der Gewinner des Dissertationspreises der Commerzbankstiftung bekannt gegeben. Dietrich Niethammer, der vor wenigen Tagen 65 Jahre alt wurde, gilt als einer der, wenn nicht der bedeutendste deutsche Kinderonkologe in Deutschland, ist auch einer der Experten in der Allgemeinen Pädiatrie und Hämatologie. Er ist Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kinderheilkunde der Universitätsklinik Tübingen. Seit 1984 ist er dort C4-Professor. Geboren wurde der prominente Mediziner in Leipzig, studiert hat er in Tübingen, Wien und München. 1975 führte Dr. Niethammer in Ulm eine der ersten beiden Knochenmarktransplantationen zur Behandlung von Blutkrebs bei einem Kind durch. Nicht einmal vier Jahre zuvor war das Verfahren erstmals in den USA beschrieben worden. 1977 habilitierte er sich im Fach Kinderheilkunde. Dietrich Niethammer lehnte Rufe nach Hannover und Aachen ab, blieb in Tübingen, wo er 1967 promoviert worden war und wohin er 1978 als C3-Professor für Pädiatrisch Hämatologie zurück kehrte. Der Kinderarzt verfasste bisher über 400 Originalarbeiten, die zum großen Teil in internationalen Fachzeitschriften erschienen. Die Liste seiner Aktivitäten und Funktionen auf nationaler und internationaler Ebene ist sehr lang, reicht von der Mitherausgeberschaft für vier Zeitschriften über eine umfangreiche Gutachtertätigkeit bis hin zur Ehrenmitgliedschaft in der Ungarischen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Mit prägend für den beruflichen Werdegang von Professor Niethammer war aber auch das genannte Engagement im psychosozialen Bereich. Mit Greifswald verbindet den Geehrten inzwischen viel. Er ist einer der Väter der erfolgreichen Community Medicine, nach der Wende war es eine Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates, der er angehörte, die zur Etablierung dieser Richtung riet. Der Greifswalder Kinderonkologe Professor James Beck war Oberarzt bei ihm in Tübingen. Wie Professor Niethammer gegenüber OZ betonte, hätte er sogar selbst sehr gern an der wunderschönen Ostseeküste gewirkt, wenn er zu diesem Zeitpunkt noch jünger gewesen wäre. Seit seinem ersten Blick auf Greifswald vom Turm des Domes hätten sich Stadt und Universität in beeindruckender Weise entwickelt.





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