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Forßmann-Preis Nachwuchsförderung geht an Tübinger Wissenschaftler

Früherkennung von Herzinfarkten

12.12.2008

Am 10. Dezember erhielten vier Wissenschaftler die Forßmann-Preise 2008 der Medizinischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum für ihre herausragenden Arbeiten in der Herzforschung. Ein mit 6.000 Euro dotiertes Nachwuchsstipendium ging an Dr. Boris Bigalke, Medizinische Universitätsklinik Tübingen, Abt. Kardiologie und Kreislauferkrankungen.

 

Im Fokus seiner Forschungsarbeit steht das Glykoprotein VI (GPVI). Dieses Protein wird seinen Beobachtungen zufolge bei Patienten mit Herzinfarkt vermehrt ausgeschüttet. Je mehr GPVI im Blut des Patienten gemessen werden kann, desto schwerer sind die Herzmuskelschäden nach dem Infarkt. Die Bestimmung der Menge des Proteins könnte daher bei der Früherkennung schwerer Herzinfarkte bei Patienten mit Brustschmerzen helfen. Dr. Boris Bigalke (geboren 1976) studierte Medizin an der Freien Universität Berlin. Nach seiner Promotion wechselte er 2005 ans Universitätsklinikum Tübingen.

 

Den Förderpreis bekam Prof. Dr. Bodo Levkau (Essen) für seine Forschung an medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten der Arterienverkalkung. Je ein Forßmann-Nachwuchsstipendium ging an Dr. Boris Bigalke (Tübingen), der an der Früherkennung von Herzinfarkten arbeitet, und an Dr. Peter-Lukas Haldenwang (Köln), der Methoden zum Schutz vor Gehirnschäden bei Aortenoperationen erforscht. Einen Preis für sein Lebenswerk erhielt der Begründer der Kinderkardiologie in Deutschland, Prof. Dr. Paul Heintzen (Kiel).

Der Forßmann-Preis

Der Pionier der Herzkathetertechnik Prof. Dr. Werner Forßmann (1904-1979) ist Namenspatron des Preises. Er entwickelte das grundlegende medizinisch-kardiologische Verfahren der Herzkatheterdiagnostik. 1929 erprobte er die Methode erstmals in einem Selbstversuch. Dabei führte er durch ein Gefäß seines rechten Armes einen Katheter bis zum rechten Herzvorhof. Mit Hilfe eines Spiegels verfolgte er auf einem Durchleuchtungsschirm den Weg des Katheters durch seinen Körper. Für dieses Experiment wurde er 1956 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Die "Stiftung Kardiologie 2000" der Medizinischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum unterstützt und fördert mit dem Forßmann-Preis die Arbeit junger Wissenschaftler. Über die Preisvergabe entscheidet das Kuratorium der Stiftung. Gegründet wurde sie im Jahr 2000 von dem Stifter-Ehepaar Prof. Dr. Ulrich und Dr. Sigrid Gleichmann.

 

 
 

 

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen

Medizinische Klinik

Dr. Boris Bigalke

Otfried-Müller-Str. 10, 72076 Tübingen

Tel. 07071/29-8 31 91, E-Mail 

 






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