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Spendenaktion ermöglichte Operation eines Akustikusneurinom-Patienten von der Elfenbeinküste



07.09.2009

Die häufigste Ursache für eine direkte Schädigung des Hörnerven stellen die gutartigen Akustikusneurinome dar, die mit 85 Prozent die größte Gruppe von Tumoren des Kleinhirnbrückenwinkels sind. Eine spontane Regeneration ist ausgeschlossen. Die Folge für die Patienten ist ein kompletter Hörverlust der betroffenen Seite. Hierdurch wird die Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen stark eingeschränkt.
Die Tübinger Universitätsklinik für Neurochirurgie gehört in Europa zu den Kliniken, die diesen Eingriff mit am meisten durchführt und über große Erfahrung auf dem Gebiet der chirurgischen Behandlung von Patienten mit solchen Tumoren verfügt. Die Klinik war darüber hinaus Mitinitiatorin bei der Gründung der Baden-Württembergischen Regionalgruppe der Patientenvereinigung Akustikus-Neurinom e.V. (VAN). Aktuell wurde jetzt durch eine gemeinsame Spenden-Aktion der Interessengemeinschaft Akustikusneurinom (IGAN) Schweiz und der Patientenvereinigung Akustikus-Neurinom e.V. Deutschland am 25. August die Operation eines schwerbetroffenen Akustikusneurinom-Patienten von der Elfenbeinküste an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Tübingen ermöglicht.

 

Der 1965 an der Elfenbeinküste geborene Patient wanderte 1994 nach Deutschland aus um in Darmstadt Informatik zu studieren. Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium arbeitete er mehrere Jahre für namhafte Firmen, bevor er 2004 in seine Heimat zurückkehrte um sich selbstständig zu machen. Als Herr A. im Jahre 2007 merkte, dass mit ihm etwas nicht stimmte, wandte er sich an Ärzte in seiner Heimat, die ihm jedoch nicht helfen konnten. Hierauf kontaktierte er während seines Deutschlandaufenthaltes gewonnene Freunde, welche ihn an einen Arzt weitervermitteln konnten, der die Diagnose eines Akustikusneurinoms stellte. Nach erfolgter Operation und Bestrahlung in Deutschland litt Herr A. unter einer Lähmung des rechten Gesichtsnervs und unter dem wieder an Größe gewinnenden Resttumor. Hierauf kontaktierte Herr A. 2009 hilfesuchend die VAN und IGAN, welche sich sofort zur Hilfe bereit erklärten. Als Resultat eines Spendenaufrufs und umfassender organisatorischer Bemühungen beider Vereinigungen konnte Herr A. am 25. August 2009 an der Tübinger Universitätsklinik für Neurochirurgie von Prof. Marcos Tatagiba erfolgreich an seinem Tumor operiert werden. In einer geplanten weiteren Operation wird der Gesichtsnerv rekonstruiert werden. Während seines Aufenthaltes in Tübingen wird Herr A. durch Mitglieder der VAN und IGAN betreut und bei seinem Heilungsprozess unterstützt.

 

Prof. Dr. med. Marcos Soares Tatagiba wurde Ende 2003 auf den Lehrstuhl für Neurochirurgie der Universität Tübingen berufen. Der gebürtige Brasilianer, der in Hannover seine Facharztausbildung absolvierte und dort auch habilitierte, leitet seitdem die Neurochirurgische Universitätsklinik Tübingen. Zu den Schwerpunkten des Fachs gehören die chirurgische Behandlung von Patienten mit Tumoren, Blutungen, Verschleißerscheinungen, Fehlbildungen und Verletzungen des Schädels, des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven. Neue operative Verfahren und modernste neurochirurgische Behandlungsformen wurden unter Prof. Tatagibas Regie in Tübingen etabliert. Dies zeigt sich auch in den steigenden Behandlungsanfragen: Patienten nicht nur aus der Region um Tübingen herum sondern auch aus allen Teilen Deutschlands sowie dem inner- und außereuropäischen Ausland kommen in die Tübinger Neurochirurgie. Ebenso international ist auch das Team an hoch spezialisierten Neurochirurgen an der Klinik.

 

Ansprechpartner für nähere Informationen

 

Medizinische Fragen
Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Neurochirurgie
PD Dr. med. Boris Krischek
Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29- 8 66 11, Mobil 0172/26 87 22 8

 

Fragen zur Spendenaktion
Martina Held, Mitglied der VAN e.V
Tel. 0228/300 42 07
www.akustikus.de

   

Pressefoto

AKNSpende_90x90

Bildlegende: (von links) Prof. Marcos Tatagiba, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie Tübingen und sein Patient, daneben Hannelore Fichte (Kassenwartin von VAN) und Martina Held (Korrespondentin und Betreuerin bei VAN).
 

Bitte für Download ins Bild klicken!


 






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